Gebunden statt trocken

Wenn normale Ausgleichsschüttungen an ihre Grenzen stoßen, helfen gebundene Schüttungen weiter. Damit werden Höhenunterschiede von 30 bis 2000 mm nivelliert. Die hohe Wasserunempfindlichkeit und die Festigkeit eröffnen viele Einsatzmöglichkeiten bis hin zu Nassbereichen.

Zu Begin der Arbeit zunächst die Fertighöhe des Trockenestrichs ermitteln und mit einem Nivelliergerät auf die umliegenden Wände übertragen.

Anschließend den Untergrund vorbereiten. Er muss tragfähig, staubfrei, trocken und frei von Trennmitteln und anderen Substanzen sein, die die Haftung beeinträchtigen. Ein Randdämmstreifen sollte so angebracht werden, dass er den Estrichaufbau sowie den geplanten Bodenbelag vollständig von den umlaufenden Wänden entkoppelt.

Dann das Material mit Wasser vermischen, bis eine homogene Mischung entsteht. Pro 80 l-Sack werden dabei etwa 8 bis 10 Liter Wasser benötigt. Das Produkt hat die richtige Konsistenz, wenn die Mischung erdfeucht ist.

Aufschütten und ausnivellieren

Angemischt wird mit einem Handmischer. Bei größeren Mengen ist jedoch der Einsatz eines Betonmischers oder einer Estrichpumpe sinnvoll. Als nächstes einen etwa 20 cm breiten Damm in der vorgesehenen Höhe aufschütten und mit einer Niveauschiene am Meterriss ausrichten. Parallel dazu anschließend im Abstand der Abziehlehrenlänge einen zweiten, gleich hohen Damm aufschütten und ausnivellieren. Im nächsten Schritt nach kurzer Antrocknungszeit die gebundene Schüttung zwischen die beiden Dämme einbringen. Auf den angetrockneten Dämmen mit einer Niveauschiene direkt abziehen. Alternativ können gerade Kanthölzer und Vierkantrohre eingesetzt werden. Kleine Unebenheiten werden abschließend mit der Glättkelle egalisiert. Die Verarbeitungszeit beträgt etwa 30 Minuten bei einer Raumtemperatur von 20 °C. Die Oberfläche sollte während des Abbindens vor Zugluft geschützt werden. Der anschließende Fußbodenaufbau erfolgt wie bei herkömmlichen Schüttungen.

Autorin
Rita Jacobs M.A. führt ein PR-Büro mit Schwerpunkt Bau und Architektur in Düsseldorf. Sie unterstützt die Firma Fermacell bei der Pressearbeit und arbeitet als freie Journalistin unter anderem für die Zeitschriften bauhandwerk und dach+holzbau.
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