Informativ: 5. tubag Sanierungsforum in Koblenz

Auf dem fünften tubag Sanierungsforum am 28. November vergangenen Jahres drehte sich auf der Festung Ehrenbreitstein in Koblenz alles um die Erhaltung historischer Kirchen. Hierzu hatte der Veranstalter einige namhafte Referenten geladen, um damit – wie in den vier bereits vorangegangenen Sanierungsforen – wieder ein hochinteressantes und sehr informatives Symposium zu veranstalten. Nach der Begrüßung durch Wolfgang Hahne vom tubag Trass Vertrieb stellte Prof. Klaus-Dieter Köehler vom HTW aus Saarbrücken Beispiele richtiger Bindemittelverwendung aus der Praxis seines Büros für Architektur, Tragwerksplanung und Altbauerneuerung vor. Johannes Schubert, Leiter der Dombauhütte Xanten, erläuterte im Anschluss in seinem Werkbericht die Verwendung von Kalkmörtel (Kalkspatzenmörtel und Sumpfkalkmörtel) am Dom im Mittelalter bis heute. Im darauf folgenden Vortrag beschäftigte sich der Architekt Frank Schneider aus Hilburghausen mit der handwerklichen Verarbeitung von Dolomitkalkputz im Zuge der Sanierung der St. Syriakus Kirche in Gellers-hausen. Sein Fazit: Unter Beachtung der Karbonatisierung und der damit verbundenen Standzeit ist Dolomitkalkputz in der Restaurierung gut verwendbar. Frau Dr. Petra Egloffstein vom Institut für Steinkonservierung aus Mainz stellte in ihrem Vergleich unterschiedlicher Kalkmörtel heraus, dass das Saugverhalten der Steine den größten Einfluss auf das Abbindeverhalten der Mörtel und damit auf die Festigkeit hat. Nach der Mittagspause stellte Gerd Belk vom Fachbüro für Denkmalpflege aus Fulda am Beispiel der evangelischen Pfarrkirche in Elgershausen eine Möglichkeit vor, wie man Kalkmörtel auf Tuffsteinmauerwerk aufbringen kann, ohne dass dieses dadurch letztendlich geschädigt wird: Man verwendet Rippenstreckmetall als Putzträger und stellt damit eine vorgehängte hinterlüftete Putzfassade her. So kommt der Tuffstein gar nicht erst mit dem Kalkputz in Kontakt. Aber nicht nur Kirchen aus Natur- oder Backstein waren Thema auf dem Sanierungsforum. Peter Machner vom AMPA der Universität Kassel und Jan Rassek vom Bauunternehmen w+s Bau aus Kassel stellten am Beispiel der 1959 von Gottfried Böhm entworfenen Kirche Maria, Königin des Friedens, Fatima die anspruchsvolle Sichtbetonsanierung im Spritz- und Injektionsverfahren vor. Dass man nach wie vor auch Gips als Fugenmörtel bei der Restaurierung historischer Kirchen verwenden kann, zeigte der Beitrag von Prof. Erwin Stadelbauer vom niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege aus Hannover am Beispiel der St. Michaelis Kirche in Lüneburg, wo über viele Jahrhunderte hinweg der dort vorkommende Gips als Mörtel verwendet wurde. Den Abschluss des Fachprogramms bildete der Vortrag von Norbert Theis von den Maler- und Denkmalwerkstätten Pfaffenschwabenheim zum Thema der Anstrichsysteme auf unterschiedlichen Putzen und Untergründen. In seiner Zusammenfassung der Fachvorträge gab Walter Simon vom tubag Trass Vertrieb einen Ausblick auf das nächste Sanierungsforum: dieses wird am 20. November auf der Plessenburg in Kulmbach stattfinden.

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