Innendämmung mit Putz

Eine Innendämmung muss nicht zwangsläufig aus einer Dämmschicht aus Mineral-, Stein- oder Holzwolle bestehen. Mineralische Dämmputzsysteme bieten besonders bei grundlegenden Sanierungsarbeiten zahlreiche Vorteile. So lassen sich zum Beispiel Unebenheiten von bis zu 100 mm ausgleichen.

Für Kernsanierungen und Innendämmungen stellt ein vollmineralisches Dämmputz-System eine sehr wirtschaftliche Lösung dar. Aufgrund der flexiblen Auftragsdicke können Unebenheiten bis zu 100 mm ausgeglichen und fugenlose Dämmschichten hergestellt werden. Auf diese Weise lassen sich Installationen der Haustechnik problemlos in der Dämmputzebene unterbringen.

Das mineralische weber.therm Dämmputz Innendämmsystem besteht aus einem wärmedämmenden Unterputz, einer Armierungsschicht sowie einem mineralischen Oberputz. Alle Systemkomponenten sind aufeinander abgestimmt und auf jedem verputzbaren Untergrund einsetzbar. Aufgrund des niedrigen E-Moduls wird eine hohe Entkopplung vom Putzgrund erreicht und somit die Anwendungssicherheit erhöht.  

Systematische Verarbeitung Schritt für Schritt

Je nach Untergrundbeschaffenheit ist eine Vorbehandlung, wie zum Beispiel das Auskratzen schadhafter Fugen, notwendig. Anschließend wird – abhängig vom Untergrund – entweder der Vorspritzmörtel weber.therm 500 oder eine Rillenspachtelung mit dem systemeigenen Klebe- und Armierungsmörtel weber.therm 300 auf die tragfähigen Altputzflächen aufgebracht. Nach einem Tag Standzeit wird der Dämmputz weber.therm 507 aufgebracht und vollflächig rabbotiert. Die Verarbeitung erfolgt entweder einlagig zweischichtig (2/3-1/3) oder zweilagig. Der Auftrag der Armierungsschicht erfolgt nach einer weiteren Standzeit von einem Tag pro Zentimeter Dämmputzdicke. Als Oberbeschichtung sollte ein mineralischer Kalkputz gewählt werden, wie zum Beispiel der Kalk-Strukturspachtel weber.cal 286 oder der Kalk-Filzputz weber.cal 288. Abschließend wird der Oberputz in einer Dicke von 2 bis 3 mm aufgetragen und mit einem feinen oder groben Schwammbrett gefilzt. Aufgrund der kapillaren Leitfähigkeit und der fugenlosen Dämmung ist diese Art der Innendämmung bis zu einer Dicke von 60 mm ohne Nachweis möglich. Bei größeren Dicken sollte eine feuchtetechnische Berechnungen (WUFI-Verfahren) durchgeführt werden.

Autor

Georg Kolbe ist Leiter des Produktmarketings Fassade/Wand bei der Firma Saint-Gobain Weber GmbH in Düsseldorf.

Mit dem Dämmputz-System lassen sich Unebenheiten von bis zu 100 mm ausgeglichen

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