Kolonaden der Glienicker Brücke in Potsdam restauriert

Ende September fanden die Restaurierungsarbeiten an den Kolonnaden der Glie­nicker Brücke in Potsdam ihre Abschluss. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) hatte in den vergangenen Jahren durch vielfache Benefizaktionen die Restaurierung der Säulenarchitektur an dem weltbekannten Flussübergang ­unterstützt und insgesamt rund 110 000 Euro für die Wiederherstellung zur Verfügung gestellt, um die brandenburgische Landeshauptstadt bei dieser anspruchsvollen und dringend notwendigen Restaurierung an einem prägenden Kulturdenkmal zu unter­stützen.

Die Standsicherheit der Kolonnaden war lange stark gefährdet. Die inneren Stahlverbindungen der Säulenarchitektur aus Wünschelburger Sandstein waren gerostet. Die damit verbundene ­Volumenzunahme führte zu Rissen und gefährdete die Säulen und Gesimse der die Brücke seitlich begrenzenden Konstruk­tion. Die beiden Kolonnaden wurden nacheinander abgebaut und mit Edelstahl­verbindungen wiedererrichtet. Auch der ein­zeln stehende Pylon (Pfeiler) wurde restauriert.

Die Glienicker Brücke war im 17. Jahrhundert zunächst ein schmaler Holzübergang. Nach und nach ersetzte man diesen durch zwei weitere Übergänge. Anfang des 20. Jahrhunderts folgte die „plumpe Eisenkonstruktion“, über die die Fachwelt spöttelte. Den Spaziergängern und Radfahrern gefiel die Stahlträgerkonstruktion jedoch und die Brücke avancierte rasch zum beliebten Ausflugsziel. Nach dem Zweiten Weltkrieg wiederaufgebaut, diente die Brücke als Grenzübergang zwischen Ost und West. Von 1953 bis zum Mauerfall im November 1989 war sie nur mit Sondergenehmigung zu passieren. Im Kalten Krieg erlangte sie zwiespältigen Ruhm als Austauschpunkt für Agenten. Seit 1990 gehört das Ensemble zum Weltkulturerbe Potsdam.

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