Leichte Gipskartondecke

Die Zeit hatte der Zickzackdecke über der Aula des in den 1960er Jahren errichteten Schul­­zentrums Am Amtsberg in Klingenthal zugesetzt: Die Tragschienen waren verrostet, das verputzte Rabitzgewebe zu schwer und der Anstrich erneuerungsbedürftig. Eine Lösung bot eine neue Decke aus Gipskartonplatten.

Vierzig Jahre sind im Leben einer Schule ziemlich viel. Die Ansprüche an den Schallschutz und die Wärmedämmung oder auch an die Belichtung sind gerade in der letzten Dekade stark gestiegen. Kaum eine Schule kann da noch mithalten. Dementsprechend notwendig ist es, solch betagte Lehrstätten zu sanieren und auf den neuesten Stand zu bringen.

Schuld war die neue DIN 1055, Teil 5

Im Falle des Schulzentrums Am Amtsberg in Klingenthal machte allerdings nicht die Akustik oder etwa die fehlende Dämmung den Umbau zwingend notwendig – Schuld war vielmehr die neue DIN 1055, Teil 5 vom Juli 2005, die weit höhere Schneelasten ansetzt als die bisher gültige. Eine unüberwindbare Grenze für die statische Tragfähigkeit des Daches. Die komplette Konstruktion musste an die neuen Anforderungen angepasst werden. Die Tragkonstruktion aus Stahlfachwerkbindern wurde erhalten und die vorhandenen Eigenlasten aus der massiven Dachtragschale wurden durch ein neues Konzept verringert, um die anzusetzenden Schneelasten auszugleichen.

Gipskarton statt Rabitz

Das galt auch für die marode, viel zu schwere Rabitzunterdecke. Zudem war aufgrund der fehlenden Wärmedämmung und der daraus resultierenden Kondenswasserbildung die Tragkonstruktion der unter Denkmalschutz stehenden Decke bereits ziemlich verrostet. Anstelle der bisherigen Konstruktion schlug das Architekturbüro Unger + Partner aus Klingenthal eine „entstaubte“ Version des Vorgängermodells vor. Die im Raum bereits vorhandenen Stahlfachwerkträger gaben die grundsätzliche Form vor: Das Ergebnis ist eine in weichen Wellen durch den Saal fließende Decke, deren Kämme und Täler durch indirektes Licht sanft hervorgehoben werden.

Um exakte Rundungen zu erhalten, ließen die mit den Arbeiten beauftragten Trockenbauer der Firma Weber Innenausbau aus Klingenthal die UA-Grundprofile von Knauf vorfertigen. Die Mittelteile ergänzten die Handwerker vor Ort, um die von Welle zu Welle unterschiedlichen Abstände maßgenau berücksichtigen zu können. Die in den entsprechenden Radien vorgebogenen Grundprofile verschraubten sie mit Kreuzverbindern an der Rohdecke und befestigten daran die für die Montage der Platten notwendigen CD-Profile. Im Anschluss beplankten sie den Profilrost mit 6,5 mm dicken Gipskarton-Formplatten von Knauf. Das Mittelteil in Form von geraden 12,5 mm dicken Bauplatten galt es wiederum vor Ort zu ergänzen.

Bei der Feinarbeit griffen die Monteure auf den Readygips des Herstellers zurück. Die Gipsspachtelmasse bot sich an, um die Wellen ohne Verzug durch Anmisch- und Reifezeiten vollflächig in Q 4-Qualität zu verspachteln. Das Ergebnis ist eine glatte Oberfläche, bei der auch die später eingebrachte indirekte Beleuchtung nicht die geringsten Abweichungen zeigt.

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