Liebe Leserinnen, liebe Leser,

schaut man sich an, was im vergangenen Jahr von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gefördert wurde, so sieht man deutlich eine Verschiebung hin zum energetisch hochwertigen Bauen. Das Beste, was man hierzulande aus energetischer Sicht bauen kann, ist das Plus-Energiehaus – also ein Gebäude, das mehr Energie erzeugt, als es verbraucht. „Das wird die Technologie der Zukunft sein“, meint Jan Mücke, parlamentarischer Staatssekretär des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Straßenentwicklung, kurz BMVBS. Sein Ministerium hat das Ende vergangenen Jahres von der Bundeskanzlerin in Berlin eingeweihte Effizienzhaus Plus mit Elektromobilität vorangebracht, das wir unter www.bauhandwerk.de exklusiv auf unserer Website vorstellen. Das von Werner Sobek als Versuchshaus geplante Pilotprojekt erzeugt dreimal mehr Energie, als es selbst verbraucht.

Dabei geht es dem Plus-Energiehaus zurzeit noch ähnlich wie der mit ihm eng verknüpften Elektromobilität: Noch gibt es keine spezifische Förderung, da die Kosten noch zu hoch sind. Die Bundesregierung unterstützt lieber die Forschung und Entwicklung der erforderlichen Komponenten, damit diese günstiger werden und sowohl Elektroautos als auch Plus-Energiehäuser künftig in vernünftigen Mengen gebaut werden können. Dabei gibt bereits einige Vorzeigeobjekte, wie das vom Büro Berschneider + Berscheider 2010 für Professor Norbert Fisch in Leonberg entworfene Plus-Energiehaus, das wir ab Seite 20 in dieser Ausgabe der bauhandwerk vorstellen. Dass Plus-Energiehäuser als Neubauten machbar sind, kann man sich noch gut vorstellen. Dass so etwas aber auch in der Sanierung möglich ist, zeigen wir anhand von zwei weiteren Beispielen: Lesen Sie ab Seite 12 über die von Professor Karsten Ulrich Tichelmann und seinem Darmstädter Institut für Trocken- und Leichtbau betreute erste energetische Sanierung eines Reihenendhauses zum energy+ Home in Mühltal. Den parallel dazu entstandenen deutschen Beitrag zum Projekt Model Home 2020 der Firma Velux – die Sanierung einer Doppelhaushälfte in Hamburg-Wilhelmsburg zum LichtAktiv-Haus – nehmen wir ab Seite 10 energetisch unter die Lupe. Will die Bundesregierung die ambitionierten Ziele der Energiewende wirklich erreichen, darf es aber nicht nur bei den wenigen „Leuchtturmprojekten“ bleiben.

Viel Erfolg bei der Arbeit wünscht Ihnen

Das Berliner Plus-Energiehaus erzeugt dreimal mehr Energie, als es selbst verbraucht

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