Bestand an Altbauten soll bis 2050 energetisch saniert sein

Bis 2050 ist es noch eine Weile hin – zugegeben. Bis dahin soll der Bestand an Altbauten energetisch saniert sein. Die Gebäude sollen dann klimaneutral sein, also mindestens so viel Energie er­zeugen, wie sie selbst verbrauchen. Bei Neubauten wird dies mit dem Passivhausstandard erreicht. Wie das Architekturbüro Spooren in Gütersloh ab Seite 18 in dieser Ausgabe der bauhandwerk zeigt, musste hierzu das ganze Gebäude von den Handwerkern penibel in Dämmstoff eingepackt werden. Das fing mit einer vernünftigen Grundlage in Form eines verdichteten Schaumglasschotters an und ging weiter bei der Einblasdämmung in Dach und dem EPS an der Fassade. Den kompletten Bauablauf zeigen wir in einem Zeitrafferfilm unter www.bauhandwerk.de.

Schwieriger wird die Sache beim Altbau. Hier sind von Seiten der Regierung Investitionsanreize gefragt. Positiv ist der Vorstoß des Parlamentarischen Staatssekretärs beim Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Jan Mücke, das CO2-Gebäudesanierungsprogramm auf bis zu 3 Mrd. Euro pro Jahr aufzustocken. Will man im Gebäudebestand im Jahr 2050 tatsächlich klimaneutral sein, macht es keinen Sinn, wenn die Bundesregierung ausgerechnet dieses Programm kürzt. Bereits seit Ende August können einzelne Arbeiten von der KfW nicht mehr gefördert wer-den, weil die Mittel dafür aufgebraucht sind. Aber gerade dieses Programm aktiviert private Investitionen im Verhältnis 1:9.
3 Mrd. Euro Fördergelder bewirken demnach 27 Mrd. Euro private Investitionen in den Klimaschutz. Wie eine solche private Investition in den Bestand konkret aussehen kann, zeigt die energetische Sanierung eines mehrgeschossigen Wohnhauses in München ab Seite 62, aus dem dank umfangreicher Dämmarbeiten ein 1,6-Liter-Haus wurde.

Ganz ohne Dämmung kommt dagegen das seit Mitte August in Bad Münster am Stein eröffnete Steinskulpturenmuseum der Fondation Kubach-Wilmsen aus. Wie ab Seite 10 in unserem Top-Thema zu sehen, stellte der japanische Stararchitekt Tadao Ando eine 225 Jahre alte Fachwerkscheune auf einen geschosshohen Sockel aus Sichtbeton und setzt dabei auf eine natürliche Klimatisierung und Belichtung. Zugegeben: Im Winter ist das Museum geschlossen ...

 

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Bis 2050 soll der Bestand an Altbauten tatsächlich energetisch saniert sein

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