Liebe Leserinnen, liebe Leser,

als es nach unserem Sommerurlaub in Südtirol mit der Familie wieder gen Heimat ging, machten wir auf dem Rückweg in Nürnberg halt. Für die Übernachtung wählten wir wieder die Jugendherberge im ehemaligen Kornhaus der Nürnberger Kaiserburg, über die ich bereits in bauhandwerk 11.2014 berichtet habe. Beim abendlichen Rundgang durch die Stadt fiel uns der Pfarrhof St. Sebald am Sebalder Platz auf – vielmehr fiel uns auf, dass man ihn nicht sah. Nur etwas vom gotischen Erker der im Kern aus dem 13. Jahrhundert stammenden Hofanlage lugte zwischen den Gerüststangen und Planen hervor. Die Restaurierung wird – wie bereits die Umnutzung des Kornhauses der Kaiserburg – vom Architekturbüro Fritsch Knodt Klug + Partner geleitet, bei denen wir auf unserem Rundgang an der Unteren Kreuzgasse auch noch vorbeikamen. Was bisher hinter dem eingerüsteten Gebäude geschehen ist, sehen sie ab Seite 22 in dieser Ausgabe der bauhandwerk.

Wieder in Bielefeld angekommen, ging es ins „GlückundSeligkeit“ zum Abendessen – einst die neogotische Martini-Kirche, über deren Umnutzung zum Restaurant ich ebenfalls vor Jahren in der bauhandwerk geschrieben habe. Nicht nur hierzulande wird für erstaunlich viele Kirchen und Klöster eine neue Nutzung gefunden: In den Benelux-Länden ist man noch eifriger dabei, für die verloren gegangene sakrale Nutzung etwas Neues zu finden. Das Franziskanerinnenkloster in Breda und das Kloster des Kruisherenordens in Maastricht sind nur zwei Beispiele, über die wir in bauhandwerk bereits berichtet haben. In beiden Klöstern befinden sich heute Hotels. Anders beim jüngst im belgischen Mechelen umgenutzten Predikherenklooster. Das Büro Korteknie Stuhlmacher Architecten machte daraus in Zusammenarbeit mit Callebaut Architecten und dem Bureau Bouwtechnik die Stadtbibliothek. Wie ab Seite 16 zu sehen, verzichteten die Handwerker darauf, die Spuren vorangegangener Nutzungen zu beseitigen – im Gegenteil, sie beließen für die Besucher der Bibliothek sogar die Farbreste an den Decken und Wänden als Bestandteil der Gestaltung.

Viel Erfolg bei der Arbeit wünscht

Nicht nur hierzulande wird für erstaunlich viele Kirchen und Klöster eine neue Nutzung gefunden
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