Mit Putz fugenlose Flächen gestalten

Putz kann man im noch feuchten Zustand mit verschiedenen Gegenständen strukturieren und dabei der eigenen Fantasie freien Lauf lassen. Wie dies mit Kelle, Traufel, Bürste und Schwamm, aber auch mit  Luftplosterolie oder selbstgemachten Werkzeugen gelingt, zeigt folgender Beitrag.

Kreative Wandflächen können Handwerker in leichten Arbeitsschritten mit wenig Aufwand innen und außen gestalten. Hierzu benötigen sie gewohnte Werkzeuge wie Kelle und Traufel, Bürste und Schwamm, aber auch ungewohnte „Werkzuge“ wie verschiedene Folien, um die Oberfläche zu strukturieren. Die abschließende farbliche Gestaltung gelingt bespielsweise mit einer Metalliclasur, die die Struktur der Putzoberfläche noch deutlicher zur Geltung bringt.

Arbeitsschritte

Im ersten Arbeitsschritt wird auf einen vorbereiteten tragfähigen und gleichmäßig saugenden Untergrund ein Wandputz aufgetragen (innen zum Beispiel „HandSpachtel S“, außen der mit Silikon verstärkte Putz „Creativ Top Pearl“ in einer Schichtdicke von etwa 3 mm mit einer Traufel vollflächig auf den Unter­grund). Beide Materialen sind Dünnschichtputze beziehungsweise Spachtelmassen. Leichte Wellen, die durch das Auftragen der Putzschicht entstehen, lassen sich durch das Strukturieren der Oberfläche beseitigen.

Anschließend wird im noch feuchten Zustand die Putzfläche durch Eindrücken unterschiedlicher Gegenstände, wie Folien, Bürsten, Schwämme, Strukturrollen oder mit selbst erstelltem Werkzeug strukturiert.

Das Strukturieren der Putzoberfläche kann je nach Materialart Anhaftungen am Strukturwerkzeug aufweisen. Um dies zu vermeiden, wird die Putzoberfläche durch leichtes Aufsprühen von Wasser mit einem Hand-Drucksprüher angefeuchtet. Aber Vorsicht: Ein zu starkes Wässern der Putz­fläche sollte auf jeden Fall vermieden werden. Material kann nach dem Trocknen an der Oberfläche versintern oder die Oberfläche bekommt zu wenig Festigkeit.

Nachdem die Putzfläche durchgetrocknet ist, wird diese farblich durch einen zweifachen Anstrich beschichtet (Grund- und Schlussanstrich). Bei zu stark saugenden Untergründen sollte der Handwerker diese durch ein geeignetes Gundiermittel vorbehandeln.

Um Akzente zu setzen, wird der beschichtete Oberputz an der Oberfläche durch leichtes abwischen mit einem Schwamm und einem weiteren Farbton abgewischt. Zuviel aufgetragenes Material lässt sich durch vorsichtiges Abwischen mit einem Schwamm und klarem Wasser beseitigen.

Durch das Überziehen mit einer Metallicbeschichtung lässt sich die Oberfläche je nach Strukturerscheinung in Metalloptik gestalten.

Im Internet finden Sie unter www.youtube.com/bauhandwerk einen Film, in dem Mirko Rossmann von der Firma Baumit den Putz „Klima Dekor“ mit einer Luftpols­terfolie gestaltet und Lasur beschichtet.

Autor

Mario Filser ist als Anwendungstechniker bei der Firma Baumit in Bad Hindelang tätig.

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