Professionelle Pritsche

Fiat bietet mit dem Fiat Doblo Cargo Work up jetzt einen Pritschenwagen für den „kleinen“ Bedarf: Bei einem Einstiegspreis von 17 000 Euro netto für die Basisversion bietet er dennoch eine Nutzlast von einer Tonne und Platz auf der Ladefläche für bis zu drei Euro-Paletten.

Wer heute für sein Baugewerbe einen kleinen Pritschenwagen sucht, muss meist einen Kompromiss eingehen: Entweder er entscheidet sich für einen Transporter, wie den T5 von Volkswagen oder den Opel Vivaro mit Pritschenaufbau, die dann aber gleich wieder recht groß sind. Oder er nimmt einen klassischen Pick-up, wie den Toyota Hilux oder den Mitsubishi L200, deren Ladefläche jedoch in der Regel nicht die Abmessungen einer echten Pritsche erreichen. Für welches Fahrzeug man sich auch entscheidet – unter 23 610 Euro netto (das ist der Preis ab dem der VW Transporter mit Pritsche zu haben ist) kann man keines dieser Fahrzeuge bekommen. Bisher – denn Fiat bietet den Doblo Cargo neuerdings auch mit Pritschenaufbau an.  

Überraschend große Ladefläche

Wir hatten die Gelegenheit, genauer zu schauen, was man für den Preis von 17 000 Euro bekommt. Im Fokus dabei natürlich die Pritsche: Auch wenn man sich an die Optik des Work Up erst einmal gewöhnen muss – die Ladefläche wirkt alles andere als improvisiert. Die Bordwände sind aus Aluminium gefertigt und lassen sich auf allen drei Seiten herabklappen. In die Ladewände integrierte, stabile Trittstufen erleichtern den Zugang zur Ladefläche. Mit einer Abmessung von 2300 x 1800 mm ist sie überraschend groß – drei Euro-Paletten haben Platz. Der Ladeflächenboden ist aus rutschfestem Mehrschichtholz gefertigt, sechs integrierte Verzurrösen ermöglichen die einfache Sicherung von Ladegut. Auch bei der Nutzlast bietet der Work Up professionelle Werte: Bis zu 1000 kg lassen sich zuladen. Den Abschluss zur Fahrerkabine bildet eine stabile Stahltrennwand. Ein integriertes großes Fenster mit Schutzgitter ermöglicht dabei eine gute Sicht nach hinten. Nettes Detail: Unter der Ladefläche im Bereich des hinteren Stoßfängers ist ein abschließbares Fach eingebaut, in dem Werkzeugkisten oder Besen und Schaufel verstaut werden können. 

Drei Motoren zur Auswahl

Als Motorisierung des Fiat Doblo Cargo Work Up stehen drei Turbodiesel zur Verfügung: Das Leistungsspektrum reicht von 66 kW bei einem Hubraum von 1,3 Liter über einen 1,6-Liter-Vierzylinder mit 74 kW bis zum 2,0 Liter-Motor mit 99 kW. Bei allen Motoren handelt es sich um Multijet-Triebwerke, die die Emissionsnorm Euro 5 zumindest optional erfüllen (durch die Zuwahl der Start & Stopp-Automatik). Wir testeten den Doblo Work up sowohl mit dem 1.3 Liter Motor, als auch mit der 99 kW starken Topmotorisierung.

Selbst wenn die kleinste Motorisierung vom Preis und Verbrauch her interessant ist – der Doblo soll kombiniert nur 4,8 Liter Diesel verbrauchen – so erscheinen die 200 Nm Drehmoment für den Pritschenwagen ein wenig schwach. Vor allem wenn man wirklich die Ladekapazität voll ausnutzen will, sollte man doch besser den 2-Liter-Motor wählen. Mit ihm beschleunigt der Doblo zügig und wirkt sowohl auf der Autobahn als auch im Stadtverkehr sehr souverän. 320 Nm Drehmoment machen einfach Spaß.

Mit dem Doblo Cargo Work up hat Fiat ein interessantes Fahrzeug für das Baugewerbe oder den Garten-/Landschaftsbau auf den Markt gebracht. Die Pritsche überzeugt durch ihre stabile und durchdachte Konstruktion, das Fahrzeug an sich mit moderner und sparsamer Technik. Mal sehen, ob Volkswagen jetzt mit einem Caddy-Pritschenfahrzeug antwortet …

 

Autor


Olaf Meier studierte Maschinenbau und arbeitet seit 2001 als freier Fachjournalist. Er lebt in Mönchengladbach und schreibt unter anderem als Autor für die bauhandwerk.

Der Fiat Doblo Cargo überzeugt auch als kompakter Pritschenwagen

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