Schaumglasfutter

Im Dortmunder „U“ befindet sich heute das „Zentrum für Kunst und Kreativität“. Da bei einer Umnutzung die Neubauordnung und damit auch die aktuelle EnEV gilt, musste das Industriedenkmal sowohl von innen als auch auf dem Dach der so genannten „Kathedrale“ mit Schaumglas (Foamglas) gedämmt werden.

Um den ursprünglichen Charakter des denkmalgeschützten Backsteingebäudes sowie die energetischen und bauphysikalischen Anforderungen auf die neue Nutzung ausgelegt zu erfüllen, erhielt das Dortmunder „U“ an Teilen der Innenwände eine Wärmedämmung. Die an die Außenluft angrenzenden Bauteile mussten zudem die Anforderungen an Brandschutz, Feuchte- und Wärmeschutz erfüllen. Außerdem sind optimale raumklimatische Verhältnisse in dem nun als Museum genutzten Gebäude Voraussetzung für den Erhalt der Kunstwerke. Messgeräte kontrollieren und steuern Temperaturluftbewegung und Luftfeuchtigkeit. Für die Aufbewahrung von Kunstwerken erweisen sich niedrige Raumtemperaturen als richtig. Starke Luftschwankungen sollten vermieden werden.

Eine erhöhte Dampfdichtigkeit ist dann erforderlich, wenn ein Hohlraum mit vorgesetzten, mechanisch befestigten Gipskartonplatten überbrückt werden muss. Solche Anforderungen lagen beim Dortmunder „U“ vor. Zudem machte die Notwendigkeit eines dicht an der Innenwand anliegenden Dämmstoffs, wegen der Unebenheiten in vielen Teilen der alten Backsteinwandoberflächen, eine Ausgleichsschicht erforderlich.

 

Vorbereitende Putzarbeiten und Verkleben der Innendämmung

So wurde zunächst in den Abschnitten, in denen die Unebenheitstoleranzen überschritten wurden, ein Kalkzementleichtunterputz aufgebracht. Nach Trocknung erhielten die Flächen einen Voranstrich mit einer Bitumenemulsion, die immer dann erforderlich ist, wenn nachfolgend mit Bitumenkaltklebern gearbeitet wird. Die Schaumglasdämmung (Foamglas) konnte in einer Dicke von 50 mm (Abmessung 600 x 450 beziehungsweise 600 x 600 mm) auf dem beschriebenen Unterbau vollflächig und vollfugig als dampfdichte Schale auf den Innenwandflächen verklebt werden. Dabei wurde große Sorgfalt auf die vollfugige Verklebung der Platten untereinander. verwendet

 

Einfassung der Stahlträger mit Foamglas

Neben der flächigen Innenwanddämmung galt es die Stahlträger, die auf den Wänden horizontal und vertikal vorhanden sind, ebenfalls mit Schaumglasdämmung fachgerecht einzufassen. Die Stahlträger wurden mit Korrosionsschutz versehen. Die Verklebung der Dämmplatten konnte nicht mit dem Bitumenkaltkleber PC 56 (kunststoffmodifizierte Bitumenemulsion) erfolgen, da Foamglas und Stahl einen Abbindeprozess des Klebers verhindern würden. Deshalb empfahl der Hersteller für die Verarbeitung der Dämmplatten den hier geeigneten lösungsmittelfreien Zwei-Komponentenkleber PC 62, mit dem sowohl Foamglas untereinander als auch auf nicht saugenden Untergründen (wie Stahl) verarbeitet werden konnte. Auch mit diesem Kleber ist die Fugendichtigkeit sichergestellt.

 

Dämmung der Zeltdachkonstruktion über der „Kathedrale“

Die alte Zeltdachkonstruktion unmittelbar unter dem 11 m hohen „U“ war nicht mehr zu retten. Da die Gesamthöhe des Dachaufbaus wegen der Anschlüsse nicht verändert werden konnte, entschied man sich in Dortmund für einen klassischen Warmdachaufbau mit Metalleindeckung unter Verwendung des Dämmstoffs Schaumglas. Die schlanke Bauweise aus Unterkonstruktion, Notabdichtung, Schaumglas-Wärmedämmung (d = 110 mm), Sekundärabdichtung und Kupferschareneindeckung führte zu einer Aufbauhöhe ab Oberkante Unterkonstruktion von 150 mm. Somit konnten die durch die Wandanschlusshöhen entstandenen Vorgaben eingehalten werden.

 

Montage des neuen Warmdachaufbaus

Anstelle der alten Tragkonstruktion montierten die Handwerker zunächst eine Stahltrapezblech-Unterkonstruktion. Zur Einhaltung der Maßtoleranzen wurden auf den Trapezblechen Flachbleche in der Form aufgelegt, dass ein stetiger Verlauf der Unterkonstruktion sichergestellt war. Die gesamte Tragkonstruktion wurde mit einer selbstklebenden Bitumenabdichtungslage eingedichtet, so dass der Innenraum für die Folgearbeiten und der Ausbaugewerke regendicht gesichert werden konnte. Zum Einsatz kamen danach großformatige Foamglas Ready-Board in den Abmessung 1200 x 600 mm. In den vom Statiker und vom Kupferlieferanten vorgegebenen Abständen wurden die PC-Schienen im Foamglas verklebt. Hierzu erwärmten die Dachdecker die Oberfläche im Bereich der Einschnitte mit Handbrennern, um anschließend die Schienen einzulegen. Angedrückt waren diese mit den Foamglas-Metalldach-Boards nun innig verbunden. Als Sekundärabdichtung erhielt die Dämmschicht eine Oberfläche aus Polymerbitumen-Schweißbahnen, die ebenfalls mit dem Propangasbrenner vollflächig aufgeschweißt wurden.

Die Kupferblechscharen wurden für die erforderliche gesamte Baukörperlänge jeweils in einem durchgehenden Stück geliefert und von den Handwerkern ohne Stöße auf den Dachflächen nach Herstellerangaben im Stehfalzsystem eingebaut.

Das Dortmunder „U“ wurde sowohl von innen als auch auf dem Dach mit Schaumglas (Foamglas) gedämmt

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