Teil 4: Remmers in Löningen

Die Remmers Baustofftechnik mit Sitz in Löningen ist eine in Europa in der Bauwerkserhaltung führende Marke. Die bauhandwerk-Redaktion hat mit dem geschäftsführenden Gesellschafter Dirk Sieverding über die Marktstrategie des Unternehmens, Erfolgsgrundlagen und zukünftige Herausforderungen gesprochen.

Dirk Sieverding (36) ist der Enkel des Unternehmensgründers Bernhard Remmers, der 1949 den Grundstein für den geschäftlichen Erfolg durch zielgerichtetes unternehmerisches Handeln auf der Basis der Grundsätze Kontinuität, Innovation und Expansion legte. Die Remmers Baustofftechnik bietet heute über 400 Produktsysteme in den drei Geschäftsfeldern Bauhandwerk, Holzhandwerk und Verlegehandwerk an und beschäftigt mehr als 1200 Mitarbeiter.

Die Wirtschaftskrise, im vergangenen Jahr bestimmender Faktor für Handwerk und Baubranche, ist für Sieverding ein nahezu abgeschlossenes Kapitel: „Aktuell wächst die deutsche Wirtschaft wieder. Die schwerste Rezession seit Bestehen der Bundesrepu-blik scheint überwunden. Wir haben uns im Krisenjahr 2009 deutlich besser als der Markt entwickelt und konnten das auch in 2010 fortsetzen.“ Grundlage für die robuste Gesundheit des Unternehmens auch in schweren Zeiten sei die konsequente Umsetzung einer Strategie der Qualitäts- und Technologieführerschaft in den Kompetenzbereichen des Unternehmens.

 

Flexibilität dank langfristiger Planung

Das soll dem Baustofftechnik-Spezialisten auch in Zukunft zugute kommen: Am 6. September 2010 hat die Bundesregierung ihr neues Energiekonzept vorgelegt, in dem die energetische Gebäudesanierung einen Schwerpunkt bildet. Ab 2020 beginnt ein „Sanierungsfahrplan für Gebäude im Bestand“, der bis 2050 dazu führen soll, die CO2-Emissionen aller Gebäude in Deutschland gegenüber heute um 80 Prozent zu senken. „Dieses Gesetzesvorhaben wird erhebliche Auswirkungen für den Markt bringen“, weiß Sieverding. „Wir sind sehr gut vorbereitet und haben ausgereifte Produkt-Systeme vom Keller bis zum Dach im Portfolio. Egal wie alt ein Gebäude ist und welchen Baustil es hat.“

Wirtschaftskrisen und staatliche Initiativen bilden allerdings nicht den Kern der geschäftlichen Herausforderung, hier steht eher die auch schon einmal kurzfristig veränderliche Nachfrage seitens der Kunden im Blickpunkt. Und wiederum heißt das Rezept: Qualität schaffen und vorausschauend planen. Sieverding: „Um kurzfristig flexibel reagieren zu können, muss man langfristig alles richtig gemacht haben. Unser Motto heißt seit mehr als sechs Jahrzehnten „Alte Bausubstanz erhalten, neue für die Zukunft schützen”. Selbst in den Glanzzeiten des Neubaus sind wir nicht von unserem Weg abgekommen. Unsere Geschäftsstrategie war und ist es, für die Altbauerneuerung die denkbar besten Produktsysteme zu entwickeln. Wir haben qualitativ hochwertige Produktsysteme für den Schutz und die Instandsetzung nahezu aller Bauteile und Untergründe im Programm. Viele davon mit Alleinstellungsmerkmalen.“

 

Marktvorteil Alleinstellungsmerkmal

Bei der Innendämmung gibt das patentrechtlich geschützte iQ-Therm-System dafür das beste Beispiel: „Alleine durch die Optimierung der Heizungsanlage und Fenster ist die Absenkung der CO2-Emissionen entsprechend der Zielvorstellung der Regierung nicht zu erreichen, und die Remmers Baustofftechnik verfügt mit iQ-Therm über ein ganzheitliches System für die Innendämmung von Wohnräumen. Aus diesem Grund sprechen wir diesem Konzept das größte Entwicklungspotential in naher Zukunft zu.“

Das iQ-Therm-System ist Bestandteil des strategischen Gesamtkonzepts „Wärmeschutz durch Feuchteschutz – vom Keller bis zum Dach”, basierend auf der Erkenntnis, dass feuchte Bausubstanz den Wärmedurchgang drastisch steigert. „Mit Remmers-Systemen können solche Bauwerke saniert werden. Hierzu zählen die Kellerabdichtung von innen und/oder von außen und eine Sockelabdichtung in Kombination mit Fassadenschutzmaßnahmen. Auch hier gibt es ganz aktuell eine revolutionäre Produktneuheit, bei der wir ein großes Entwicklungspotential sehen: Multi-Baudicht kann alles, was Bitumen und mineralische Dichtschlämme bisher leisteten. Der Spritzwasserbereich am Sockel wurde mineralisch abgedichtet, der erdberührte Bereich mit Bitumen. Der Übergang beider Systeme war immer der Schwachpunkt. Das universelle Abdichtungsprodukt Multi-Baudicht 2K ist in beiden Bereichen dank seiner Hybrid-Technologie zuverlässig anwendbar.“

 

Hohe Investitionen in die Zukunft

Das Jahr 2011 werde zwar auch für Remmers kein Selbstgänger. da die Maßnahmen aus den Konjunkturpaketen I und II in 2011 keine Auswirkungen mehr haben, räumt Dirk Sieverding ein: „Es besteht die Gefahr, dass die energetische Sanierung des Gebäudebestandes 2011 ins Stocken gerät. Denn bereits für dieses Jahr waren die Haushaltsansätze für das CO2-Gebäudesanierungsprogramm der KfW zu niedrig. Dafür wurden entsprechende Mittel aus 2011 vorgezogen. Das kann dazu führen, dass 2011 die eigentliche Nagelprobe für die Wettbewerbsfähigkeit jedes einzelnen Unternehmens wird.“ Aber er sieht Remmers gut gerüstet auch für diese Herausforderung. Mehr als das sogar: „Wir wollen auch 2011 stärker als die Branche wachsen. Dafür investieren wir in neue Produktionsanlagen und in ein neues Logistikzentrum, um den Lieferservice zu optimieren.“ Das Investitionsvolumen für das Jahr 2011 soll stolze 20 Millionen Euro betragen und es dem Unternehmen ermöglichen, das gesamte Geschäft weiter auszubauen. „Meine Prognose“, sagt Sieverding, „Remmers steht Ende 2011 noch besser da als bei diesem Jahreswechsel.“

„Unsere Strategie: Die Entwicklung der denkbar besten Produktsysteme für die Altbauerneuerung“

„Meine Prognose: Remmers steht Ende 2011 noch besser da als bei diesem Jahreswechsel“

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