Liebe Leserinnen, liebe Leser,
schneller bauen – dieses Ziel steckt im Namen des „Bau-Turbos“, mit dem die Bundesregierung vor allem Planungs- und Genehmigungsverfahren im Wohnungsbau verkürzen will. Doch Beschleunigung ist nicht nur vor dem eigentlichen Baustart gefragt. Gerade bei der Sanierung von Bestandsgebäuden entscheidet auch die Organisation auf der Baustelle darüber, wie lange ein Projekt dauert.
Wie viel Zeit sich einsparen lässt, wenn die beteiligten Gewerke eng getaktet und aufeinander abgestimmt arbeiten, zeigt der Sanierungssprint bei einem Bungalow in Herford, den wir von April bis September begleitet haben (ab Seite 14). Energieexperte und Sanierungscoach Klaus Barkmann aus Bielefeld hat das vom Hamburger Ronald Meyer entwickelte Konzept für Ostwestfalen-Lippe übernommen und zwei Häuser in kurzer Zeit saniert. Er greift auf ein Netzwerk aus regionalen Handwerksbetrieben zurück, die sich der Herausforderung stellen, gemeinsam in kürzester Zeit ein Gebäude zu sanieren.
Dabei hat es das Reihenendhaus in Herford in sich: Ein extrem nasser Keller, der schwierige Ausbau der Fußbodenheizung und marode Innenwände sorgen trotz penibler Planungen für Überraschungen. Doch darin liegt eben auch die Herausforderung eines Sanierungssprints. Denn bei Verzögerungen müssen die einzelnen Gewerke immer wieder neu aufeinander abgestimmt werden.
Hut ab vor so viel Einsatz: Visionäre wie Ronald Meyer und Klaus Barkmann geben Gas und zeigen, dass es möglich ist, schnell zu sanieren. Auch wenn der Bielefelder sich mittlerweile vom Begriff des Sanierungssprints, also dem Modernisieren in 22 bis 25 Tagen, löst und stattdessen sich lieber drei bis vier Monaten Zeit nimmt, schmälert das in keinster Weise seinen Erfolg.
Tobias Walter, Inhaber eines Ingenieurbüros für wirtschaftlich robustes Bauen in Saarbrücken, führte im Frühjahr eine Befragung in der Bauwirtschaft durch. Das Ergebnis: 84 Prozent der Investoren starten kein Bauprojekt. Die Gründe: unsichere Baukosten, fehlende Kalkulationssicherheit und regulatorische Komplexität. Vor diesem Hintergrund sind Sanierungssprints herausragend!
Damit sich Bauwillige für eine energetische Erntüchtigung ihrer Immobilien entscheiden, ist auch eine finanzielle Förderung wichtig. Ab Seite 4 stellen wir drei Konzepte vor, von denen auch Handwerksbetriebe profitieren und Aufträge generieren können, darunter ist eine Plattform, die vernetzt, ein Förderservice und ein Verband für Energieberater.
Viel Ausdauer und Mut bei Ihren Projekten wünscht
