Mineralische „Ecosphere“-Spritzdämmung für Klostersanierung in Würzburg

Das in der Würzburger Innenstadt gelegene Klosterareal der Erlöserschwestern wird derzeit saniert. Bei der Dämmung der Außenwände setzten Bauherr und Planer auf die mineralische „Ecosphere“-Spritzdämmung mit Mikrohohlglaskugeln von Maxit.

Das Zentrum der Kongregation der Schwestern des Erlösers ist mit seinen knapp 15000 m2 die größte zusammenhängende Liegenschaft in der Würzburger Innenstadt Das Zentrum der Kongregation der Schwestern des Erlösers ist mit seinen knapp 15 000 m2 die größte zusammenhängende Liegenschaft in der Würzburger Innenstadt
Foto: Daniel Peter / maxit

Das Zentrum der Kongregation der Schwestern des Erlösers ist mit seinen knapp 15 000 m2 die größte zusammenhängende Liegenschaft in der Würzburger Innenstadt
Foto: Daniel Peter / maxit
Das gesamte Mutterhausareal, das Zentrum der Kongregation der Schwestern des Erlösers, ist mit seinen knapp 15 000 m2 die größte zusammenhängende Liegenschaft in der Würzburger Innenstadt. Mit der im Jahr 2020 begonnenen Komplettsanierung startete das Großprojekt, das nicht nur die Gebäude baulich und energetisch auf den neuesten Stand bringen wird, sondern auch eine Neuausrichtung des Klosters einleitet. „Es soll sich für die Außenwelt öffnen“, so Architektin Sandra Räder, die die Arbeiten als Leiterin der Bauprojektsteuerung bei den Erlöserschwestern begleitet. Ein öffentliches Café ist geplant – Ausstellungen und Konzerte sollen nun die Menschen zu den Schwestern bringen. Umgekehrt – so wie früher – wird dies aus Altersgründen immer schwieriger.  Aus diesem Grund werden alle Umbauten auch barrierefrei ausgeführt und die Schwestern werden alle ihr eigenes Zimmer mit Nasszelle erhalten. Jeweils zu siebt oder acht teilen sie sich in Zukunft einen Gemeinschaftsbereich mit Wohnzimmer, Esszimmer und Küche. Diese Aufgabenstellung ist – zusammen mit dem Brandschutz – für das verantwortliche Architekturbüro, die kirchennahe SBW-Bauträger- und Verwaltungs-GmbH aus Würzburg, eine große Herausforderung: Schließlich müssen bei dem unter Denkmalschutz stehenden Gebäude alle baulichen Eingriffe eng mit der Behörde abgesprochen werden. Auch energetisch liegt die Messlatte hoch, da das gesamte Areal bis 2037 komplett auf erneuerbare Energien umgestellt werden soll. An die vorgegebene Innendämmung ist somit eine hohe energetische Anforderung gestellt.

Anzug nach Maß

Wie so häufig gab das unter Denkmalschutz stehende historische Erscheinungsbild eine Innendämmung zwingend vor. Diese ist bauphysikalisch delikat, da der Taupunkt überwiegend zwischen Dämmung und tragendem Mauerwerk liegt. Für alle möglichen Ausführungen gilt: hohlraumfreies Anliegen der Dämmung, um „Kondensationsnester“ zu verhindern. Dies ist mit Dämmstoffplatten nur schwer zu erreichen – insbesondere bei historischer Bausubstanz, die selten ebene Wandoberflächen bietet. Die Wahl einer spritzbaren Dämmung auf Mörtelbasis war somit aus bautechnischer Sicht die logische Konsequenz. Neben der hohlraumfreien, nahtlosen Aufbringung ermöglicht diese Lösung sogar ein Nachzeichnen der historischen Oberfläche. Zudem können auch komplizierte Konturen einschließlich Gewölbe problemlos gedämmt werden. Mit der spritzbaren „Ecosphere-Innendämmung maxit eco 71“ entschieden sich die Verantwortlichen letztlich für ein Produkt, das auf Grund seiner extrem guten Wärmedämmeigenschaften mit 0,040 W/mK auch die erforderlichen Schichtdicken auf ein Minimum beschränkt. Das ist insbesondere in kleinen Räumen ein unschätzbarer Vorteil.

Mineralischer Wärmekünstler

Seinen exzellenten Wärmedämmwert erreicht „maxit eco 71“ über Mikrohohlglaskugeln als Leichtzuschlagstoff. Die in den Glaskugeln eingeschlossene, ruhende Luft verhindert wirkungsvoll einen schnellen Wärmeübergang. Nur wenige Zementkristalle fixieren die wärmeisolierenden Hohlglaskugeln und ermöglichen so in Summe einen extrem leichtgewichtigen Dämmstoff. Das geringe Gewicht ist unter anderem auch mitverantwortlich für die hohe Standfestigkeit des Mörtels beim Aufspritzen. Dies und sein schnelles Ansteifen ermöglichten bei der Sanierung des Klosters das nahtlose Auftragen der erforderlichen Dämmdicke von 60 mm nass in nass, in einem Zuge. Die rheologischen Eigenschaften der Spritzdämmung in Kombination mit dem Haftgrund „maxit eco 70“ gewährleisten bei der aufgetragenen Putzdicke eine ausreichende Putzanhaftung ohne zusätzliches Einbringen eines Putzträgers.

Bei der Sanierung der Klosterräume in Würzburg setzten Bauherr und Planer auf die spritzbare Innendämmung „maxit eco 71“ Bei der Sanierung der Klosterräume in Würzburg setzten Bauherr und Planer auf die spritzbare Innendämmung „maxit eco 71“
Foto: Daniel Peter / maxit

Bei der Sanierung der Klosterräume in Würzburg setzten Bauherr und Planer auf die spritzbare Innendämmung „maxit eco 71“
Foto: Daniel Peter / maxit
Wegen der eingebetteten Mikrohohlglaskugeln weist die spritzbare Dämmung eine multizelluläre Putzstruktur auf, die im Wesen dem Aufbau eines menschlichen Knochens entspricht. Das Resultat ist höchste Festigkeit bei geringem Gewicht und minimalen Materialverbrauch. 100 mm Putz ohne Putzträger sind somit problemlos möglich. Mit Putzträger kann eine Dicke von bis zu 150 mm aufgebracht werden. Aufgrund der energetischen Vorgaben entschieden sich die Bauverantwortlichen für eine energieeffiziente Wandflächenheizung. Das Röhrensystem der Warmwasserheizung setzten die Handwerker direkt auf die 60 mm dicke Spritzdämmung auf und betteten sie anschließend in 25 mm Kalkputz ein. Den Abschluss bildet eine zweite Lage 15 mm Kalkputz. Der schwere, (gewünscht) wärmeleitende Kalkputz sitzt „huckepack“ auf der leichten Spritzdämmung. Hier sind der Statik natürlich Grenzen gesetzt und vor der Montage der Heizsysteme musste deshalb ein „Distanet“-Putzträger auf die Dämmung aufgebracht werden, um einen stabilen Verbund zu gewährleisten.

Die Spritzdämmung sowie alle im Würzburger Kloster eingesetzten Kalk- und Kalkzementputze eignen sich hervorragend zum Abziehen und ergeben nach dem Glätten perfekte Oberflächen Die Spritzdämmung sowie alle im Würzburger Kloster eingesetzten Kalk- und Kalkzementputze eignen sich hervorragend zum Abziehen und ergeben nach dem Glätten perfekte Oberflächen
Fotos: Daniel Peter / maxit

Die Spritzdämmung sowie alle im Würzburger Kloster eingesetzten Kalk- und Kalkzementputze eignen sich hervorragend zum Abziehen und ergeben nach dem Glätten perfekte Oberflächen
Fotos: Daniel Peter / maxit
Für eine Fläche von knapp über 10 000 m2 lieferte maxit aus seinem aufeinander fein abgestimmten Putzsortiment: Kalkputz, Kalk-Zementputz und „maxit eco 71“. Einschließlich der Nischen- und Deckenanbindungen wurden etwa 5750 m2 mit der Innendämmung saniert. Diese Mengen waren auch in der Baustellenlogistik eine Herausforderung. Die innerstädtische Lage lässt wenig Raum für Anlieferung oder Lagerfläche. Mit ihrer enormen Ergiebigkeit von 7200 Liter pro Tonne hatte die Spritzdämmung ein gutes Argument auf ihrer Seite. Weit entscheidender jedoch fiel ins Gewicht, dass Maxit mit seiner entsprechenden Silotechnik den „maxit eco 71“ problemlos über eine Strecke von bis zu 80 m fördern kann. In der Realität bedeutete dies, dass über mehrere zentral aufgestellte 18 Kubikmeter-Silos die gesamte Baustelle versorgt werden konnte. Diese Möglichkeit vereinfachte die Baustellenlogistik erheblich.

Ökologische Zielsetzung erfüllt

Hocheffiziente Wärmedämmung ja, aber nur unter gewissen Vorgaben. Bauherr und Planer setzten bei der Sanierung des Klosters auch bei den verwendeten Baustoffen hohe Anforderungen in puncto Ökologie. Mit der spritzbaren Innendämmung „maxit eco 71“ fiel die Wahl auf ein rein mineralisches Putzsystem, das zudem auf Grund seines multizellularen Aufbaus mit minimalem Materialeinsatz hohe Dämmleistungen erzielt. Im Gegensatz zum Bausand – einem weltweit schwindenden Rohstoff – werden die Mikrohohlglaskugeln aus verschiedenen Sanden hergestellt, deren Fortbestand gesichert ist. Ganz nebenbei ermöglicht dieser „Dämmstoff“ auch noch die Klassifizierung „nicht brennbar“ (A1) des Putzes. Frei von Schadstoffen, rein mineralisch aufgebaut, können Mauerwerk oder Beton zusammen mit dem „maxit eco 71“ komplett geschreddert und dem Recycling zugeführt werden. Ein Gedanke, der bei diesem Projekt nicht aktuell ist, aber: Ökologisch verantwortlich sanieren, bedeutet auch bei denkmalgeschützten Gebäuden an das Ende zu denken.

 

Autor


Dipl.-Ing. Peter Gahr studierte Architektur an der TU München. Er arbeitete als Architekt in verschiedenen Architektur- sowie Ingenieurbüros und verlegte später seinen Schwerpunkt auf den Fachjournalismus. Aufgewachsen in einer Schreinerei konnte er vom Handwerk nie loslassen, womit seine heutigen drei Standbeine beschrieben sind: Architektur, Journalismus und die Anfertigung hochwertiger Inneneinrichtungen. Er lebt und arbeitet in Vaterstetten bei München. http://pg-planwerker.de

Baubeteiligte (Auswahl)

 

Bauherr Kongregation der Schwestern des
Erlösers, Würzburg, www.erloeserschwestern.de

Planer/ Generalunternehmer SBW-Bauträger- und Verwaltungs-GmbH, Würzburg,
www.sbw-bau.de

Verarbeiter Josef Röder GmbH & Co. KG,
Würzburg, www.josef-roeder.de

Dämmlösung Spritzbare Ecosphere-Innendämmung maxit eco 71, Maxit, Azendorf, www.maxit.de

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