Sanierung der Eisenbahnbrücke Dömitz mit Remmers Systemen

In Dömitz ist die Ruine einer vor 80 Jahren zerstörten Eisenbahnbrücke in einen beeindruckenden „Skywalk“ über die Elbtalaue verwandelt worden. Für die Sanierung von Schadstellen, fehlender Ornamentik und Brückenelementen kam Remmers-Restauriermörtel zum Einsatz.

Nach Abschluss des ersten Bauabschnittes kann die Elbbrücke Dömitz nun wieder von der Öffentlichkeit genutzt werden – der Skywalk wird in naher Zukunft noch verlängert, die Wehrpfeiler restauriert Nach Abschluss des ersten Bauabschnittes kann die Elbbrücke Dömitz nun wieder von der Öffentlichkeit genutzt werden – der Skywalk wird in naher Zukunft noch verlängert, die Wehrpfeiler restauriert
Foto: Ralf Pohlmann

Nach Abschluss des ersten Bauabschnittes kann die Elbbrücke Dömitz nun wieder von der Öffentlichkeit genutzt werden – der Skywalk wird in naher Zukunft noch verlängert, die Wehrpfeiler restauriert
Foto: Ralf Pohlmann
Die 1873 eingeweihte Eisenbahnbrücke in Dömitz im Südwesten Mecklenburg-Vorpommerns überspannt auf knapp über einem Kilometer Länge die Landschaft und ruht auf 20 Pfeilern – seit 150 Jahren ein beeindruckendes Bauwerk. Nach ihrer Zerstörung gegen Ende des Zweiten Weltkriegs war die gigantische Konstruktion – sie verband direkt an der Grenze einst den Ost- und Westteil Deutschlands – 80 Jahre lang dem Verfall ausgesetzt. Besonders gelitten haben dabei die aus Naturstein gemauerten Brückenpfeiler – nur 16 von ihnen stehen heute noch. Durch die unbeweglichen stählernen Aufbauten und mangelnde Pflege hatten sich große Risse gebildet. Äußere Einflüsse wie Pflanzenwachstum, eindringendes und im Winter gefrierendes Wasser beschleunigten die Zerstörung.

Reproduktion und Steinergänzung

Bei der Reproduktion der Elemente kommt der gießfähige Restauriermörtel ?RM GF? zum Einsatz Bei der Reproduktion der Elemente kam der gießfähige Restauriermörtel „RM GF“ zum Einsatz
Foto: Remmers

Bei der Reproduktion der Elemente kam der gießfähige Restauriermörtel „RM GF“ zum Einsatz
Foto: Remmers
Um die historischen Brückenbögen nach und nach zur Aussichtsplattform über die Elbtalaue – direkt an der Grenze zwischen Niedersachsen und Mecklenburg – umzubauen, waren zahlreiche Sanierungsarbeiten erforderlich. Große Risse, Abplatzungen, Abschalungen und Fehlstellen besserten die beauftragten Experten von Nüthen Restaurierungen aus Berlin an den Brückenpfeilern fachgerecht aus beziehungsweise erneuerten sie. Die nicht tragenden Fehlstücke fertigten die Handwerkerinnen und Handwerker in der hauseigenen Werkstatt vor, um sie dann zu versetzen. Natursteinangepasste Formen wurden hergestellt, um komplett zerstörte Elemente zu reproduzieren. Hierfür wurde der mineralische Steinergänzungsmörtel „RM GF“ von Remmers verwendet. Der gießfähige, mineralisch gebundene Restauriermörtel mit geringem Gehalt an freien Alkalien wurde speziell für das Ausgießen von offenen und geschlossenen Formen entwickelt. Dabei erleichterte die fließfähige Konsistenz ein gleichmäßiges Füllen der vorbereiteten Schalungen und die Herstellung passgenauer Werkstücke im Werkstattverfahren. Mit dem Produkt können sämtliche Formen nachgebildet werden. Durch die exakte Anpassung an den im Original verwendeten Naturstein sind sie auch in der Farbe kaum noch zu unterscheiden. Je nach Größe und Form der erstellten Kopie konnte bereits nach etwa 24 Stunden ausgeschalt und nachbearbeitet werden.

Große Fehlstellen sowie Risse wurden zudem mit Remmers „RM GM“ gefüllt. Der Grundier- und Restauriermörtel dient als Kernaufbau, verfügt über eine gute Flankenhaftung und ist als mineralischer Steinergänzungsmörtel für das Auffüllen tiefer Fehlstellen ausgelegt. Die Verarbeitung erfolgte auf vorgenässtem Untergrund mit vorgeschriebener Kontaktschicht und ermöglichte einen systemgerechten Haftverbund zum Bestandsstein – ein wesentlicher Faktor bei partiellem Steinersatz im Denkmal.

Verfugung und konstruktiver Abschluss

Nach der Fertigstellung des Mauerwerks verwendeten die Spezialisten von Nüthen den Fugenmörtel „FM Trass-Kalk“ in der Festigkeit M5 (Korngröße 1,0 mm) zur Wiederherstellung der Fugen. Der Trass-Kalk-Zement-Fugenmörtel ist insbesondere für Naturstein- und Ziegelmauerwerk mit Fugenbreiten von etwa 8 bis 30 mm vorgesehen und verfügt über einen hohen Sulfatwiderstand sowie eine geringe Ausblühneigung – für eine dauerhaft stabile und optisch zurückhaltende Fugenlösung. Verarbeitet wurde der „FM TK“ mehrlagig frisch in frisch, wodurch eine sichere Verdichtung auch bei tieferen Fugenquerschnitten gewährleistet ist.

Nach Abschluss des ersten Bauabschnittes kann die Elbbrücke wieder von der Öffentlichkeit genutzt werden – der Skywalk wird in naher Zukunft noch verlängert, die Wehrpfeiler restauriert. 

Autor

Stefan Haustein ist als Leiter der Market Unit Denkmalpflege bei der Firma Remmers in Löningen tätig.

Baubeteiligte (Auswahl)

 

Bauherr Samtgemeinde Elbtalaue

Planung Ralf Pohlmann Architekten, Kiefern, pohlmann-architekten.de

Sanierungsarbeiten Nüthen Restaurierungen, Berlin, www.nuethen.de/nuethen-restaurierungen-berlin 

Produktspezifische Beratung Stefan Haustein und Christian Hecker, Remmers, Lönigen

Eingesetzte Produkte RM GF, RM GM, FM Trass-Kalk, Remmers, Löningen, www.remmers.com

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