Workers Memorial Day 2026: Stopp sagen bei Gefahr

74 Menschen verloren im vergangenen Jahr durch einen Arbeitsunfall in der Bauwirtschaft und den baunahen Dienstleistungen ihr Leben. Das bedeutet: An nahezu jedem vierten Werktag stirbt ein Mensch bei der Arbeit auf einer Baustelle oder in der Reinigung. Hinzu kommen jährlich rund 400 Tote infolge von Berufskrankheiten, etwa weil Beschäftigte in der Vergangenheit mit Staub oder Asbest gearbeitet haben. Der Workers Memorial Day erinnert immer am 28. April an die Verstorbenen und ihre Angehörigen. An der zentralen Gedenkveranstaltung der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) in Würzburg beteiligt sich auch die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau).

Mit dieser Einladungskarte zum Gedenken anlässlich des Workers Memorial Day 2026 wird auf die zentrale Gedenkveranstaltung in Würzburg hingewiesen.
Foto: BG Bau

Mit dieser Einladungskarte zum Gedenken anlässlich des Workers Memorial Day 2026 wird auf die zentrale Gedenkveranstaltung in Würzburg hingewiesen.
Foto: BG Bau
Das Motto lautet dieses Jahr: „Sag STOPP, wenn es gefährlich ist“. Ein Appell an Beschäftigte, gefährliche Arbeitssituationen nicht hinzunehmen. Im Baubereich können aufgrund der spezifischen Rahmenbedingungen wie Arbeiten in der Höhe oder Nutzung von Baumaschinen Gefahrensituationen auftreten – die sich jedoch mit den entsprechenden Schutzmaßnahmen gut meistern lassen. Umso wichtiger ist es, dass Arbeitsschutz vor Ort von allen gelebt wird.

„Arbeitsschutz ist Chefsache“

„Arbeitsschutz ist Chefsache, also Aufgabe des Arbeitgebers. Doch Sicherheit entsteht nur, wenn auch jede und jeder Einzelne Verantwortung übernimmt – für sich selbst und für die Kolleginnen und Kollegen“, sagt Mathias Neuser, amtierender Vorsitzender des Vorstandes der BG Bau. „Wer im entscheidenden Moment ‚Stopp‘ sagt, kann Leben retten.“

„Die Gedenkveranstaltung anlässlich des Workers Memorial Day soll nicht nur an die Opfer erinnern, sondern auch ein Zeichen setzen für mehr Achtsamkeit und gegenseitige Fürsorge am Arbeitsplatz“, sagt Carsten Burckhardt, stellvertretender Vorsitzender der IG Bau. Er appelliert an alle Unternehmen und Beschäftigten, bestehende Sicherheitsmaßnahmen ernst zu nehmen, immer wieder zu hinterfragen und weiter zu verbessern. „Viele Unfälle sind vermeidbar. Wenn Arbeitsschutz konsequent umgesetzt und von den Beschäftigten aktiv eingefordert wird, können wir Leben retten. Alle sollen nach Feierabend gesund zu ihren Familien und Freunden zurückkehren.“

Sicheres Verhalten stärken

Viele Unfälle haben verhaltensbedingte Ursachen, etwa Unwissenheit, Routine oder Nachlässigkeit. Deshalb setzt die BG Bau in ihrer Präventionsarbeit auch gezielt beim Verhalten an. Mit dem langfristig angelegten Programm „BAU AUF SICHERHEIT. BAU AUF DICH.“ sollen Beschäftigte wie Arbeitgeber sensibilisiert und zum sicheren Handeln motiviert werden.

Mit neuen Kampagnenmotiven, die ab sofort in der Präventionskommunikation eingesetzt werden, ermutigt die BG Bau Beschäftigte dazu, bei Gefahr „Stopp“ zu sagen und damit für sich und andere Verantwortung zu übernehmen. Unternehmen können verschiedene Medien bei der BG Bau bestellen oder auf der Webseite www.bau-auf-sicherheit.de herunterladen, um sie direkt im Arbeitsumfeld einzusetzen, etwa in Aufenthaltsräumen.

Schweigeminute und Gottesdienst am Workers Memorial Day

Am 28. April 2026, um 12 Uhr wird in einer bundesweiten Schweigeminute der Verstorbenen gedacht. Die zentrale Gedenkveranstaltung mit ökumenischem Gottesdienst findet um 18 Uhr in der Marienkapelle in Würzburg statt. (bhw/ela)

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