Sanierung der Villa Steinbach in Chemnitz mit Abdichtungs- und Innendämmsystemen von Remmers
Die Villa Steinbach in Chemnitz-Wittgensdorf wurde umfassend saniert und in zehn hochwertige Wohnungen umgebaut. Bei der ehemaligen Fabrikantenvilla stand auch die Trockenlegung des Kellers und die energetische Ertüchtigung der Außenwände mit Systemlösungen von Remmers auf dem Plan.
Der großzügige Bau mit Terrazzo-Treppenhaus, farbigen Steinverkleidungen und bleiverglasten Fenstern spiegelt den Wohlstand seines Erbauers, des Textilfabrikanten Theodor Steinbach, eindrucksvoll wider
Foto: FUS Projektgesellschaft
Die um 1900 errichtete Villa Steinbach zählt zu den markantesten Jugendstilgebäuden im alten Ortskern von Wittgensdorf. Der großzügige Bau mit Terrazzo-Treppenhaus, farbigen Steinverkleidungen und bleiverglasten Fenstern spiegelt den Wohlstand seines Erbauers, des Textilfabrikanten Theodor Steinbach, eindrucksvoll wider. Für die U-LS Projekt 2023 GmbH & Co. KG stand bei der Sanierung im Mittelpunkt, die historische Erscheinung zu bewahren und zugleich zukunftsgerechten Wohnraum zu schaffen. Geschäftsführer Horst Langner ist es ein besonderes Anliegen, historische Bausubstanz nicht nur zu erhalten, sondern ihre kulturelle Bedeutung für kommende Generationen zu sichern. Die Villa Steinbach beschreibt er als „ein Gebäude mit Seele“, dessen behutsame Wiederbelebung einen Beitrag zur Baukultur des Ortes leistet: „Unser Ziel war es, den Charakter der Villa sichtbar zu erhalten und gleichzeitig alle energetischen Anforderungen im Bereich eines Denkmals zu erfüllen.“ Im Zuge der Sanierung erfuhr das Gebäude eine klare funktionale Transformation: Aus der historischen Fabrikantenvilla wurden zehn moderne, hochwertig ausgestattete Wohnungen. Offene Grundrisse, modernste Haustechnik und ausgewählte Materialien wie Eichenparkett und moderne Bäder verbinden das denkmalgeschützte Ambiente mit zeitgemäßem Wohnkomfort – eine Kombination, die die Villa langfristig als attraktiven Wohnstandort stärkt.
Umfassende Bestandsanalyse als Ausgangspunkt
Zu Beginn der Planung erfolgte eine detaillierte Bauzustandsanalyse, die die Feuchtebelastung des Kellermauerwerks, den energetischen Zustand der massiven Außenwände sowie die Anforderungen des Denkmalschutzes erfasste. Daraus entwickelte die Energieberatung Preiß GmbH ein energetisches Sanierungskonzept, während die Spezialisten der ABR-proligna Holz- & Bautenschutz GmbH das Abdichtungskonzept zum Erreichen der Feuchtesicherheit im Keller und erdberührenden Mauerwerk erstellten. Durch die enge Abstimmung aller Beteiligten konnten die hohen technischen Anforderungen an die Feuchtesicherheit und die erforderliche energetische Dämmung erfüllt werden. Aufgrund der Fassadenstruktur und denkmalpflegerischer Vorgaben musste die energetische Optimierung vollständig auf der Innenseite der Außenwände erfolgen. Kombiniert mit modernster Haustechnik und zeitgemäßen Grundrissen konnte so ein KfW-Energieeffizienzhaus „Denkmal“ entstehen, das historische Atmosphäre mit zeitgemäßer Wohnqualität verbindet.
Kellerabdichtung für dauerhaft trockenen Bestand
Negativabdichtung im historischen Tonnengewölbe mit „MB 2K“. Durch die innenseitige Sperrschicht werden Feuchte- und Salzeinträge dauerhaft gestoppt
Foto: Remmers
Das Kellergeschoss wies großformatiges Backstein- und Mischmauerwerk mit deutlichen Feuchteschäden auf. Um den Untergrund dauerhaft zu stabilisieren, wurden durch die ABR-proligna Holz- & Bautenschutz sämtliche Innen- und Außenwandflächen zunächst durch Sandstrahlen gereinigt und danach mit einem abgestimmten Remmers-System instandgesetzt. Bei der Außenabdichtung kam nach der Untergrundvorbereitung zunächst „Kiesol“ als Grundierung und verfestigende Verkieselung zum Einsatz, gefolgt von der mineralischen Dichtungsschlämme „WP DS [basic]“ und dem egalisierenden Dichtspachtel „WP DS Levell“. Den abschließenden Feuchteschutz bildete bei der Außenabdichtung die flexible polymermodifizierte Dickbeschichtung (FPD) „MB 2K“. Diese schützt die Wände zuverlässig vor Bodenfeuchte und nichtdrückendem Wasser. Zusätzlich wurde im drucklosen Injektionsverfahren mit „Remmers Kiesol C+“ in allen Innen- und Außenwänden eine Horizontalsperre eingebaut. Darüber hinaus erfolgte am Wand-/Bodenanschluss der Einbau einer Dichtungskehle und eines Abdichtungsstreifens bis über die Horizontalsperre. Diese führten die Handwerker mit „Kiesol“ als Grundierung, „WP Sulfatex“ – einer mineralischen Dichtungsschlämme mit hohem Sulfatwiderstand – und „WP DS Levell“ aus. Matthias Brunner, Geschäftsführer von ABR-proligna, erklärt: „Durch die systematische Abdichtung haben wir einen dauerhaft trockenen, stabilen Kellerbereich geschaffen – die bauphysikalische Basis für die weiteren Modernisierungsschritte zum Ausbau als Wohnbereich“.
Kapillaraktive Innendämmung
Ansetzen der Dämmstoffstreifen aus „iQ-Therm-2.0“ in das frische Klebebett aus „iQ M universal“
Foto: Remmers
Für die Ertüchtigung der Außenwände setzen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der LFB GmbH das kapillaraktive Innendämmsystem „iQ-Therm 2.0“ ein. Die streifenförmigen PUR-Hartschaumelemente mit mineralisch gefüllten Lagerfugen leiten anfallende Feuchte aktiv ab und sorgen für dauerhaft erhöhte Wandoberflächentemperaturen. Die Verarbeitung erfolgte mit dem Systemmörtel „iQ M universal“, der zugleich den Kleber und Dünnschichtputz bildet. Verarbeitet wurden Dämmstoffdicken von 30 und 50 mm, abgestimmt auf den jeweils erforderlichen Wärmeschutz. Für die Innendämmung der Kellerräume und der Souterrain-Bereiche kam ein speziell auf die dort erhöhten Feuchtebelastungen abgestimmtes System zum Einsatz.
Die Innendämmung in der Souterrainwohnung erfolgte mit den Calciumsilikatplatten „SLP CS 50“
Foto: Remmers
Hier wurden SLP-Systemkomponenten verarbeitet – darunter die druckfeste Calciumsilikatplatte „SLP CS 50“, die schlankere Variante „SLP CS 30“ und der mineralische Befestigungsmörtel „SLP FIX“. Nicol John, Remmers-Fachvertreter Bautenschutz, erklärt: „Die verwendeten Komponenten bilden eine robuste, kapillaraktive Innendämmung, die auch bei Restfeuchte im Untergrund zuverlässig funktioniert. Durch ihre Struktur puffern die Calciumsilikat-Platten Raumfeuchte zuverlässig ab – dadurch bleiben die Wände trocken und dauerhaft schimmelfrei.“
Fazit
Die Sanierung der Villa Steinbach verbindet den respektvollen Umgang mit denkmalgeschützter Bausubstanz mit den heutigen Anforderungen modernen Wohnens. Die abgestimmten Remmers-Systemlösungen unterstützen diesen Ansatz, indem sie die historische Struktur sichern, vor Feuchtigkeit schützen und zugleich die energetische Qualität des Gebäudes verbessern.
AutorChristian Behrens ist Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei der Firma Remmers in Löningen.
Baubeteiligte (Auswahl)
Bauherr und Projektplanung U-LS Projekt 2023, Leipzig
Architekt Dipl.-Ing. Architekt Frank Eilmann, Leipzig, eilmann-architekt.de
Energetische Planung Energieberatung Preiß, Stefan Preiß, Schwäbisch Gmünd, www.energieberatung-preiss.de
Bauüberwachung FUS Projektgesellschaft, Leipzig, fus-projekt.de
Kellerabdichtungsarbeiten ABR-proligna Holz- & Bautenschutz, Leipzig, abr-proligna.de
Innendämmarbeiten LFB, Leipzig
Produkte iQ-Therm 2.0, iQ M universal,
Calciumsilikatplatten SLP CS 50 / CS 30, SLP FIX, Kiesol, WP DS basic, MB 2K, Tex 4/100
Remmers, Löningen, www.remmers.com
