Sicher und reaktiv
Perimeterdämmung: Auf den richtigen Kleber kommt es anDie Abdichtung stimmt – doch wie sieht es mit der Verklebung der Perimeterdämmung aus? Gerade an dieser Stelle werden auf der Baustelle häufig unterschiedliche Systeme kombiniert. Warum das technisch problematisch sein kann und welche Anforderungen die Regelwerke stellen, zeigt unser Praxistipp.
Bei der Abdichtung von Betonkellern fällt immer auf: Während vergleichsweise wenig Abdichtungsmaterial benötigt wird, entfällt ein großer Anteil auf die Verklebung der Perimeterdämmung. In der Praxis werden häufig hochwertige Reaktivabdichtungen eingesetzt, die Verklebung erfolgt jedoch weiterhin oft mit bituminösen Klebern. Diese Kombination entspricht jedoch nicht in allen Punkten dem Stand der Technik und birgt Risiken. Denn: Zweikomponentige bituminöse Beschichtungen (PMBC) binden lediglich einen Teil des enthaltenen Wassers chemisch. Der verbleibende Anteil muss verdunsten, damit eine vollständige Filmbildung entsteht. Genau das ist hinter diffusionsdichten Perimeterdämmplatten jedoch kaum möglich. Gleichzeitig nehmen Gewicht und Maßtoleranzen der Dämmplatten zu, häufig bei unzureichender Lagerung. Das kann zu unvollständig durchgetrockneten Klebeschichten, reduzierter Haftung und langfristigen Schäden führen.
Normative Anforderungen klar definiert
Die Regelwerke fordern eindeutig eine fachgerechte, in vielen Fällen vollflächige Verklebung:
DIN 4108-2: Dämmplatten sind dicht gestoßen im Verband zu verlegen und müssen eben aufliegen. Unebenheiten sind auszugleichen.
DIN 18 533-1: Der Klebstoff muss mit der Abdichtung verträglich sein und darf diese nicht beschädigen.
FPX-Perimeter-Merkblatt: Bei drückendem Wasser ist eine vollflächige Verklebung erforderlich, um Hinterläufigkeit zu vermeiden.
Richtlinien Deutsche Bauchemie: Spätestens bei Wassereinwirkungsklasse W2.1-E ist eine vollflächige Verklebung zwingend.
Auch bei geringerer Beanspruchung (W1-E) ist eine vollflächige Verklebung technisch sinnvoll, da sie Wasserwege zuverlässig verhindert.
Reaktive Kleber als zeitgemäße Lösung
Moderne, bitumenfreie Dämmplattenkleber markieren den Übergang in ein „Postbitumenzeitalter“. Sie basieren auf reaktiven Bindemitteln, die unabhängig von Luftzufuhr und Witterung schnell und sicher abbinden. Eine vollständige Aushärtung ist selbst hinter dichten Perimeterdämmplatten gewährleistet – ein entscheidender Vorteil gegenüber bituminösen Systemen. Ein Beispiel hierfür ist „MB Fix 2K“: Das Material reagiert sicher auch unter ungünstigen Baustellenbedingungen, bietet hohe Haftzugwerte und eine sehr gute Standfestigkeit. Durch die beim Anmischen entstehende Luftporenstruktur erhöht sich das Volumen deutlich, was den Materialeinsatz reduziert und die Wirtschaftlichkeit verbessert.
Fazit
Die alleinige Betrachtung „hochwertige Abdichtung + konventioneller Kleber“ greift zu kurz. Insbesondere bei der Perimeterdämmung ist eine systemisch abgestimmte Lösung erforderlich. Reaktive, bitumenfreie Kleber erfüllen die normativen Anforderungen sicher, vermeiden bauphysikalische Schwächen und leisten einen wesentlichen Beitrag zur dauerhaften Funktionsfähigkeit erdberührter Bauteile.
Weitere Informationen unter www.remmers.com
Autor
Dieter Meyer ist im Produktmanagement Bautenschutz der Firma Remmers in Löningen tätig.
