WDVS-Aufdopplung für ein Hochhaus in Dresden

In Dresden wurde kürzlich eine spannende Sanierung abgeschlossen: Ein Hochhaus aus den 1960er-Jahren wurde einer umfassenden Modernisierung unterzogen. Dabei stand vor allem die Sanierung der Fassade inklusive Aufdopplung des alten Wärmedämmverbundsystems im Fokus.

Bereits in früheren Jahrzehnten war das Hochhaus am Pirnaischen Platz in Dresden mit einem Wärmedämmverbundsystem (WDVS) ausgestattet worden. Die ursprüngliche Dämmung bestand aus 100 mm Mineralwolle. Im Rahmen der aktuellen Modernisierung sollte die Fassade nicht nur optisch, sondern vor allem energetisch auf den neuesten Stand gebracht werden. Die wirtschaftlichste Lösung für dieses Ziel wäre eine Aufdopplung gewesen – also die Applikation eines neuen WDVS auf das bestehende System. Durch Gutachter wurde allerdings festgestellt, dass die Verklebung des alten Systems nicht ausreichte, um die notwendige Tragfähigkeit für eine Aufdopplung zu gewährleisten.

Nachträgliche Verklebung durch Hinterfüllung

Bei der Fassadensanierung eines Hochhauses in Dresden wurde auf der gesamten Fassadenfläche Mörtel behutsam durch Bohrlöcher hinter das gesamte Alt-WDVS injiziert, um seine Tragfähigkeit für eine geplante Aufdopplung zu gewährleisten
Foto: Heck Wall Systems

Bei der Fassadensanierung eines Hochhauses in Dresden wurde auf der gesamten Fassadenfläche Mörtel behutsam durch Bohrlöcher hinter das gesamte Alt-WDVS injiziert, um seine Tragfähigkeit für eine geplante Aufdopplung zu gewährleisten
Foto: Heck Wall Systems
Vor der Frage des kompletten Rückbaus oder einer Sanierung des Alt-WDVS fiel die Entscheidung zugunsten einer innovativen Methode aus: der nachträglichen Verklebung des Altsystems durch Hinterfüllung. Hierbei wurde ein speziell entwickelter Klebemörtel über Bohrlöcher in das vorhandene Dämmsystem injiziert, so dass er sich hinter der bestehenden Mineralwolleschicht gleichmäßig verteilt und Hohlräume verschließt. Dies sorgte für eine deutlich verbesserte Haftung der Altdämmung am Untergrund.

Sorgfältige Tests vorab

Vor der großflächigen Anwendung wurden mehrere Testflächen angelegt, um die Wirksamkeit der Methode nachzuweisen. Auf definierten Abschnitten der Fassade wurden Bohrlöcher mit exakt bemessenen Abständen eingebracht und der Klebemörtel „Heck K+A Fill“ injiziert. Nach dem Aushärten folgten umfangreiche Prüfungen, darunter Haftzugmessungen und Gewebeabrisstests. Die Ergebnisse waren durchweg positiv: Die nahezu vollständige Hinterfüllung sorgte für eine erhebliche Verbesserung der Tragfähigkeit des Altsystems.

Aufdopplung statt Rückbau

Nachdem die Testphase erfolgreich abgeschlossen war, begann die vollflächige Hinterfüllung auf der rund 5200 m2 großen Dämmfläche der Fassade. Dabei wurde der Klebemörtel mit einer Förderpumpe und Kleberpistole vorsichtig hinter die bestehende Dämmung gespritzt. Danach erfolgte die eigentliche Aufdopplung: Eine neue Schicht aus Heck-Steinwolle-Dämmplatten „Coverrock X-2“, 120 mm dick, wurde vollflächig verklebt, verdübelt, armiert und mit einer Putzbeschichtung versehen.

Bevor der Hinterfüllmörtel eingebracht wurde, wurde mittels einer Steinwolle-Lamelle am unteren Rand der Testfläche eine Barriere errichtet
Foto: Heck Wall Systems

Bevor der Hinterfüllmörtel eingebracht wurde, wurde mittels einer Steinwolle-Lamelle am unteren Rand der Testfläche eine Barriere errichtet
Foto: Heck Wall Systems
Wäre diese Lösung nicht zum Einsatz gekommen, hätte das gesamte Altsystem entfernt werden müssen – mit erheblichen finanziellen und ökologischen Nachteilen. Neben den hohen Rückbaukosten im sechsstelligen Bereich hätten enorme Mengen an Mischabfall entsorgt und der Untergrund mühsam wieder aufbereitet werden müssen. Zusätzlich wäre für die Erreichung der geforderten U-Werte eine dickere und somit teurere Neudämmung erforderlich gewesen.

Fazit

Durch die Hinterfüllung konnte die Tragfähigkeit der bestehenden Dämmung wirtschaftlich sinnvoll und effizient verbessert werden. Dies ermöglichte eine Aufdopplung anstelle des kostenintensiven und aufwendigen Abrisses des alten WDVS. Die Sanierung am Pirnaischen Platz in Dresden zeigt, dass mit modernen Methoden selbst herausfordernde Fassadenmodernisierungen wirtschaftlich, nachhaltig und technisch einwandfrei umgesetzt werden können.

Autor

Heiko Faltenbacher ist Marketingleiter und Prokurist bei Heck Wall Systems.

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