Aufgestockt in den Sommerferien

Bei der Aufstockung einer Realschule in Bad Krozingen in Holz-Leichtbauweise verlangte die Statik einen Fußbodenaufbau mit einem geringen Flächengewicht. Um trotzdem einen normgerechten Trittschallpegel zu erreichen, wurde ein besonders schlankes Trittschalldämmsystem verbaut.

Aufgeteilt in 33 Klassenverbände werden an der Max-Planck-Realschule in Bad Krozingen bei Freiburg mehr als 900 Schüler unterrichtet. Da das Raumangebot den Ansprüchen schon lange nicht mehr genügte, entschied man sich für einen Ausbau während der Sommerferien. Gemäß Planung des beauftragten Architekturbüros Ruch & Partner aus Bad Krozingen sollte ein zusätzliches Stockwerk auf das bestehende Schulgebäude aufgesetzt und so Raum für weitere Klassenzimmer geschaffen werden.

Besondere Herausforderung: die Fußbodenkonstruktion

Neben der Notwendigkeit einer schnellen Bauausführung standen die Architekten noch vor einer weiteren Herausforderung: Als Basis für den neuen Gebäudeteil sollte ein Stahlbetonskelettbau aus den 1960er Jahren dienen, der nur eine geringe Tragfähigkeit bot. Man entschied sich für die Aufstockung in Holzbauweise in Kombination mit einem leichten Bodensystem. Dazu wurde zunächst das vorhandene Flachdach entfernt und die darunterliegende Stahlbetondecke mit einer Notabdichtung versehen. Darauf sollte ein Trockenestrich mit geringem Flächengewicht aufgebracht werden, der die starken Unebenheiten des Untergrundes aufnimmt und den nötigen Trittschallschutz gewährleistet. Doch die Konstruktion erwies sich aufgrund des knappen Zeitplans als nicht realisierbar. Die beauftragte Firma Wiesler aus Münstertal riet daraufhin zu einer besonders schlanken und leichten Lösung des Herstellers Saint-Gobain Weber.

Schnell begehbar

Zum Einsatz kam das „weber.floor“ Trittschalldämmsystem, das speziell für die Anwendung auf dünn dimensionierten Raumdecken entwickelt wurde. Es basiert auf der nur 2,5 mm dicken Trittschall- und Trennlagenbahn „weber.floor 4955“ in Kombination mit einem glasfaserarmierten Dünnestrich. Mit nur 28 mm Gesamtaufbau ermöglicht das System eine Trittschallminderung von Δ LW = 22 dB und spart somit wertvolle Raumhöhe ein. Die bauaufsichtlich zugelassene Sanierungslösung eignet sich insbesondere für die Anwendung auf Beton und Altestrichen sowie auf alten Bodenbelägen. Steht mehr Aufbauhöhe zur Verfügung wird das Trittschallverbesserungsmaß durch eine Erhöhung der Estrichdicke zusätzlich verbessert. Die anfänglichen Bedenken des Architekten, ein zementgebundener Estrich könne zu Verzögerungen aufgrund des hohen Feuchtigkeitseintrags in den Bau führen, konnten mit dem schnelltrocknenden Dünnestrich „weber.floor 4365“ ausgeräumt werden. Das eingesetzte Material verkürzt nicht nur die Einbauzeiten gegenüber konventionellen Estrichlösungen erheblich. Zusätzlich kann die Oberfläche bereits nach zwei bis vier Stunden begangen werden, so dass es für die Folgearbeiten kaum Verzögerungen gibt. Belegt werden kann der Estrich nach einem Tag mit Fliesen, nach drei Tagen mit elastischen und textilen Belägen und nach sieben Tagen mit Parkett oder Laminat.

Unebene Böden effektiv ausgeglichen

Um einen einwandfreien Einbau von Dämmung und Estrich zu ermöglichen, galt es beim Ausbau der Max-Planck-Realschule zunächst, einen ebenen Untergrund zu schaffen. Zu diesem Zweck mussten auf einer Gesamtfläche von 920 m2 Gefälle und Unebenheiten von bis zu 10 cm ausgeglichen sowie Rohrleitungen und auf dem Boden verlegte Kabel überdeckt werden. Da ein Ausgleich durch den individuellen Zuschnitt von Dämmstoffplatten zu zeitintensiv gewesen wäre, griffen die Handwerker auf die Leichtausgleichmasse „weber.floor 4520“ zurück. Das pumpbare Zement-Styroporgemisch fügt sich sowohl im Innen- als auch im Außenbereich in jeden Zwischenraum ein und stellt so schnell und unkompliziert den richtigen Rohr- und Geschosshöhenausgleich her.

Schneller Einbau dank „PumpTruck“

Dank der guten Trocknungseigenschaften des Leichtausgleichs konnten noch am selben Tag Trittschallbahn, Randstreifen und Gewebe verlegt werden. Anschließend brachten die Handwerker den schnellen Dünnestrich in 30 mm Schichtdicke ein. Mithilfe des „weber.floor PumpTrucks“ pumpten sie das Material direkt per Schlauch an den Einsatzort. Das Fahrzeug verfügt über eine eigene Wasser- und Stromversorgung und bietet so eine autarke Lösung für mittlere und Großprojekte, mit der außerdem lästiger Materialtransport, Staubentwicklung im Gebäude sowie eine Verschmutzung der sichtbaren Holzkonstruktion vermieden werden.

Die selbstverlaufende Konsistenz des eingesetzten Dünnestrichs ermöglichte den Handwerkern den Einbau im Stehen und beschleunigte die Arbeitszeit zusätzlich. Bereits am nächsten Tag konnten die Dehnfugen ausgeflext werden. Nach weiteren sieben Tagen wurde die Fläche geschliffen. Anschließend brachte man eine Grundierung auf und stellte mit dem zementgebundenen Fließspachtel „weber.floor 4031“ einen gleichmäßig saugenden Untergrund zur Aufnahme des nachfolgenden Bodenbelagsklebers her. Zuletzt wurde der Vinylbelag „Royal PUR“ der Firma Armstrong DLW in Bahnen zu 180 cm verlegt und anschließend verschweißt. Die Ausbildung des Wandanschlusses erfolgte mit einem Holzsockel.

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