Bodensanierung einer Erdgeschosswohnung in Köln auf historischen Kappendecken

Bei der Modernisierung einer Erdgeschosswohnung in einem Gründerzeithaus in Köln aus dem 19. Jahrhundert mussten auch die Böden neu aufgebaut werden. Bei der Sanierung kamen „Fasoperl“-Dämmplatten, „Bituperl-Schüttung und „Cement Board Floor“ zum Einsatz.

Nach Auszug der Mieterin stand für die Erdgeschosswohnung eines Jahrhundertwende-Hauses auf der Siebengebirgsallee in Köln-Klettenberg eine größere Modernisierung an. „Tatsächlich war es sogar so, dass die Elektro- und Wasserleitungen in der Wohnung noch aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg stammten“, erzählt Hausverwalter Paul Weimann.  Um die 90 m2 große Wohnung auf einen zeitgemäßen Stand zu bringen, wurden nach dem Auszug der alten Dame umfangreiche Sanierungsarbeiten in einer Größenordnung von rund 150 000 Euro erforderlich.

Historische Kappendecke

„Eine Besonderheit des Hauses ist die Kellerdecke, die als klassische Kappendecke ausgeführt ist“, sagt Weimann. Diese Bauform wurde vor allem im 19. Jahrhundert als statisches System für hoch belastete Strukturen wie etwa Industriegebäude eingesetzt, aber auch in feuchtebelasteten Umgebungen wie eben Kellern. Denn der große Vorteil der Kappendecke ist der Verzicht auf ein potenziell feuchteanfälliges Holztragwerk. Stattdessen werden Stahlträger mit Gewölben aus Ziegel oder Beton überspannt. „Die Zwischenräume zwischen den einzelnen Gewölbebögen wurden in unserem Haus mit sehr feiner Asche aufgefüllt“, so Weimann. Darüber wurde dann allerdings doch Holz in Form einer Holzbalkendecke verwendet, die sich nun als marode erwies und entnommen werden musste. Die Asche hingegen sollte auch aus Kosten- und Entsorgungsgründen beibehalten werden. Mit der Bauleitung und allen Gewerken – mit Ausnahme von Elektro- und Sanitärarbeiten – beauftragte der Verwalter die Firma Hubert Poth aus Nettersheim.

Trockene, schnelle Lösung gesucht

Als erstes ging es für Bauleiter Kilian Poth darum, eine angemessene Lösung für den Bodenaufbau auf der komplizierten Kappendecke zu finden. „Wir wollten eine Feuchtigkeitsbelastung der Gesamtkonstruktion vermeiden“, erzählt Poth. Schon aus diesem Grund schied ein kostengünstigerer Fließestrich aus. „Außerdem braucht ein solcher Nassestrich mindestens vier Wochen zum Austrocknen, bevor wir hätten weiterarbeiten können.“ Nach einem Vorgespräch mit der technischen Beratung entschied sich der Sanierungsspezialist für eine Trockenbau-Systemlösung von Knauf  Performance Materials, bestehend aus Dämmplatten, Schüttung und einem zementgebundenen Fertigteilestrich.

Erster Schritt: Dämmplatte

Die feine Asche zur Auffüllung der Gewölbekonstruktion wurde zunächst eben abgezogen. Um darauf einen festen Untergrund zu schaffen, brachten die Handwerker als erstes die Dämmplatte „Fasoperl-A8“ auf. Die nur 8 mm dicke Holzfaser-Dämmplatte ist robust und sowohl thermisch wie mechanisch belastbar. „Die Platten sind stabil im Handling. Darum können sie auch von nur einer Person verlegt werden“, erzählt Kilian Poth. „Wir haben sie einfach auf Stoß verlegt und konnten sie durch Ritzen mit einem Teppichmesser und darauffolgendes Brechen leicht in die gewünschte Größe bringen.“

Zweiter Schritt: Ausgleichsschüttung

Als nächster Schritt stand eine tragfähige, belastbare Ausgleichs- und Dämmschicht an. Das Portfolio von Knauf Performance Materials bietet hier verschiedene Produkte, von denen sich die Handwerker aus Gewichtsgründen für „Bituperl“ entschieden – eine Universalschüttung aus mit Spezialbitumen ummanteltem Perlit, die nur 1,85 kg/m2 je Zentimeter Schichtdicke auf die Waage bringt. „Da wir bei der Sanierung noch nicht wussten, was sich spätere Mieter für einen Bodenbelag wünschen würden, haben wir bewusst die leichte Variante gewählt, auch um die alte Konstruktion nicht zusätzlich zu belasten“, so Kilian Poth. Die Schüttung aus mineralischem Perlit verkrallt sich bei leichtem Flächendruck zu einer stabilen, homogenen Schicht, die auch den Anforderungen der DIN 18 560-2 nach einer „gebundenen Form“ genügt. Außerdem hat sie eine dämmende Wirkung, was angesichts der nicht beheizten Kellerdecke eine positive Rolle spielte. Zur Verarbeitung reichte es aus, die Schüttung gleichmäßig zu verteilen und mit einer Abziehlehre planzuziehen. Wichtig: Für die Verdichtung mussten auf die Höhe noch 10 Prozent aufgeschlagen werden. Dann konnten die Handwerker die knapp 10 cm hohe Schüttung mechanisch mit dem Handstampfer auf die geplanten 9 cm verdichten und anschließend mit einer zweiten Lage „Fasoperl-Platten abdecken.

Dritter Schritt: Zementgebundener Fertigteilestrich

Nun fehlte nicht mehr viel für den vollständigen Bodenaufbau. Um für die Bodenbelagswahl des neuen Mieters äußerst flexibel zu sein, entschied man sich für „Cement Board Floor“, einen zementgebundenen Fertigteilestrich. Die 22 mm dicken Zementbauplatten sind robust und stark belastbar, zu 100 Prozent wasserbeständig und nicht brennbar. Sie können schwimmend verlegt werden, sind ohne Schrauben zu montieren und bedürfen auch keiner langen Trocknungszeiten. Bei der Sanierung folgten die Trockenbauer der Firma Hubert Poth vier einfachen Verarbeitungsschritten. „Zuerst haben wir Randdämmstreifen entlang der Wände verlegt, um Schallbrücken zu vermeiden. Dann konnten wir die Platten fugenversetzt entlang der Wände verlegen“, erzählt Bauleiter Kilian Poth. Um die Platten zu verbinden, reinigten sie die Kanten sorgfältig, trugen dann den zum System gehörenden Nutkleber (PU) auf und legten die Flachdübel des Herstellers in die Nuten ein. Die Elemente wurden dann bis zum Austreten von Kleber zusammengeschoben. Nach einer Aushärtezeit von 12 Stunden konnten die Überstände mit dem Spachtel abgestoßen werden. Nun wurden die Platten grundiert und so für die Verlegung der letztendlichen Bodenbeläge vorbereitet. Die Wohnräume erhielten einen Bodenbelag aus Vinyl in Holzoptik, während in Bad und WC sowie in der Küche großformatige, dunkle Fliesen verlegt wurden. Im Zusammenspiel mit den neuen Fenstern und neu verputzten Räumen ist nun ein völlig neues Wohngefühl entstanden.

Autor

Christian Schröder ist Marketing Manager bei der Firma Knauf Performance Materials in Dortmund.

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