Bohrlochsperre und Sanierputz Mauerwerksanierung mit Horizontalsperre und Sanierputz

Um den Wohnkomfort eines Einfamilienhauses in Rees zu verbessern und die Bausubstanz dauerhaft zu schützen, setzten die Handwerker zwei Räume mit insgesamt 70 m² Wandfläche durch eine Trockenlegung mit dem PCI Saniment-System instand.

Das 1980 umgebaute Einfamilienhaus in Rees hatte schon seit geraumer Zeit Probleme mit Feuchtigkeit. Die Ursache dafür lag tief im Mauerwerk verborgen: So ermittelte das Team um Bauleiter Detlef Jöster durch eine Putzprobenanalyse auf Grundlage des WTA (Wissenschaftlich Technische Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege) Merkblattes 4-5-99 Sulfat im Untergrund, das das Mauerwerk des Hauses stark schädigt hatte. Daher führte im Dezember 2011 die Firma ASR-Gebäudeenergieberatung & Sanierung in Zusammenarbeit mit der Hersteller PCI Augsburg GmbH und dem Putz- und Stuckateurbetrieb Ukshini aus Bocholt die dringend erforderliche Sanierung des Hauses aus. Um das weitere Aufsteigen von Feuchtigkeit in den Wänden zu verhindern, platzierten die Handwerker durch Verkieselung eine nachträgliche Horizontalsperre. Dafür erstellten sie, nachdem der Bauherr in Eigenleistung die alten Putzbeläge von den Wänden entfernt hatte, zunächst eine am Fußpunkt des Mauerwerks verlaufende Sperrnut von etwa 3 cm Tiefe. Sie verwendeten dazu den wasserabweisenden Sperrputz PCI Saniment DP, der sich durch seine geschmeidige Konsistenz besonders leicht verarbeiten lässt. Als weitere Vorbereitung für die eigentliche Horizontalsperre trugen die Bauprofis die streich- und spritzfähige Spezial-Dichtschlämme PCI Saniment DS im unteren Bereich der Wand auf. „Damit haben wir die bestmögliche Vorbereitung für das Einbringen der Horizontalsperre geleistet“, sagt Maurer- und Betonbaumeister Detlef Jöster von der ASR Gebäudeenergieberatung & Sanierung aus Bocholt. „Mit dem Sperrputz und der Dichtschlämme konnten wir sicher die notwendigen Bohrungen sowohl für die Bohrlochsuspension, die in diesem Fall als Verfüllmörtel diente, als auch die Injektionslösung vornehmen. Dies war erforderlich, da die Wand Hohlräume im Inneren aufwies, und um einen unkontrollierbaren Verbrauch der PCI Bohrlochsperre zu vermeiden.“ So verschlossen die Handwerker die Poren und Vertiefungen der alten Wand und schufen dadurch eine perfekt vorbereitete Fläche für die nachträgliche Horizontalsperre.

Horizontalsperre legt Mauern trocken

Mit Hilfe der PCI Bohrlochsperre, die gemäß dem WTA Merkblatt 4-4-04 geprüft ist, stellten die Handwerker eine neue Horizontalsperre im alten Mauerwerk her. Da die Wände des Einfamilienhauses allerdings sehr porös und ungleichmäßig sind, kam für ein einwandfreies Ergebnis zunächst die PCI Bohrlochsuspension zum Einsatz. Dieser Verfüllmörtel musste eingearbeitet werden, um die Hohlräume im Mauerwerk zu füllen. Die Suspension erhärtet rissfrei. Durch ihre gute Fließfähigkeit war es den Handwerkern möglich, die Suspension problemlos mit Hilfe eines Trichters in die mit Druckluft gereinigten, im Durchmesser 30 mm großen Bohrlöcher zu füllen. Nach dreitägiger Aushärtungszeit der Bohrlochsuspension bohrten Jöster und sein Team die Wand erneut auf, wobei die Handwerker einreihig Löcher mit 18 mm Durchmesser im Abstand von 10 cm herstellten. Mit Hilfe einer Niederdruckspritze füllten sie die kapillarverengende und hydrophobe PCI Bohrlochsperre ein und verschlossen nach 24-stündiger Sättigung die Einspritzstellen wiederum mit der Bohrlochsuspension. „So haben wir in dem schwierigen Mauerwerk eine effektive, nachträgliche Horizontalsperre herstellen können“, freut sich Detlef Jöster.

Das Mauerwerk nachhaltig geschützt

Abschließend mussten Arbeiten am Inneren des Mauerwerks mit einem salzspeichernden Sanierputz vorgenommen werden. Denn nur die Einheit aus Horizontalsperre und Putz ergeben ein funktionsfähiges System, welches das Mauerwerk in Zukunft vor Schäden durch Feuchtigkeit schützt. Dabei entschieden sich die Handwerker in Absprache mit den Eigentümern für den nach WTA Merkblatt 2-9-04/D geprüften Sanierputzmörtel PCI Saniment Super. Um die Haftung des weißen Sanierputzes zu gewährleisten, bereiteten die Bauprofis die Wände aufgrund der verschiedenen Mauerwerkuntergründe durch den netzartig aufgetragenen Spritzbewurfs Saniment HA vor. Zusätzlich fixierten sie mit Hilfe des Blitz-Zement-Mörtels Polyfix 5 Min. Edelstahl-Putzschienen am Mauerwerk, um am Ende eine ebene Oberfläche des Putzes zu erhalten. Das gleiche Produkt aus dem Hause PCI verwendeten sie auch, um eingeschlitzte Kabelleitungen zu fixieren. Nachdem eine erste Schicht des sulfatbeständigen Sanierputzmörtels aufgetragen war, arbeitete das Handwerker-Team an Stellen mit Übergängen im Mauerwerk sowie in die Ecken der Wände ein Panzergewebe ein – so werden Risse im Putz verhindert. „Den Putz haben wir mit der Schneckenpumpe PFT G4 verarbeitet“, erklärt Bauleiter Detlef Jöster. „Wir verwendeten die Schnecke D6. Mit einem Maschinendruck von 1,2 bar und einer eingestellten Wassersäule von 650 bis 700 ml brachten wir den Sanierputzmörtel an das Mauerwerk. Die Verarbeitung mit der Maschine war hervorragend und ging spielend von der Hand.“ Den Putz brachten die Handwerker in einer Dicke von etwa 2 bis 4 cm auf die Wandflächen und sorgten somit für eine effektive Barriere gegen gelöstes Sulfat und gipshaltige Bestandteile im Untergrund. Für die abschließende Abbindung der Putzoberfläche glätteten die Handwerker die Wand mit einem Richtscheit und überarbeiteten sie am nächsten Tag mit einem Gitterrabot. Nach vier Wochen Aushärtungs- und Trocknungszeit kam dann der Feinputz Saniment FP zum Einsatz und schloss die Sanierputzarbeiten ab. So hat der Bauherr keine Probleme mehr mit feuchten Wänden und bröckelndem Putz und fühlt sich in seinen eigenen vier Wänden dank verbessertem Raumklima wieder rundum wohl.

Autor

Dipl.-Ing. Florian Ellenrieder ist Productmanager Construktion Systems Europe bei der PCI Augsburg GmbH in Augsburg.

Dank Bohrlochsperre und fachgerechter Sanierung ist das Einfamilienhaus in Rees dauerhaft trockengelegt

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