Energetische Fassadensanierung an den Gebäuden der Dombibliothek in Freising mit „Aeroputz“ von Proceram

Die energetische Fassadensanierung an den Gebäuden der Dombibliothek und Archivdepot nebst Gartenhaus in Freising dauerte von 2019 bis Herbst 2021: Rund 3000 m² Fassadenfläche wurden mit dem rein mineralischen und hoch dämmenden „Aeroputz“ energetisch ertüchtigt.

Die Geschichte des Dombergs geht bis auf das 8. Jahrhundert zurück. Der dortige Mariendom war über tausend Jahre die Kathedrale des früheren Bistums Freising. Im Jahr 2014 wurde im Erzbistum München-Freising aufgrund eines immer deutlicher werdenden Sanierungsbedarfs an mehreren Gebäuden beschlossen, den ganzen Domberg gemeinsam zu sanieren und damit den kompletten historischen Komplex als offenen, spirituellen Ort für künftige Generationen zu erhalten. Im Zuge der Weiterentwicklung und Neugestaltung des Freisinger Dombergs konnte im Frühjahr 2022 das erste größere Einzelprojekt, die Sanierung des ehemaligen Marstalls, abgeschlossen werden.

Viel Fingerspitzengefühl

Die Fassade dieses Gebäudes wurde von der Proceram-Gruppe aus Kamp-Lintfort mit dem rein mineralischen Dämmputz „Aeroputz“ energetisch saniert. Im Gebäude sind nun verschiedene Institutionen beheimatet: Neben der Domberginformation und dem Dombergladen finden sich hier auch Räume für Renovabis, dem Osteuropa-Hilfswerk der Katholischen Kirche, für die Ganztagesbetreuung des Domgymnasiums, für die Domkirchenstiftung sowie für die Dommusik und Domkantorei. Es liegt auf der Hand, dass an so einem historisch bedeutsamen Ort die energetische Sanierung mit Fingerspitzengefühl umgesetzt werden musste, um den Charakter der denkmalgeschützten Gebäude für die Nachwelt zu erhalten.

Nachhaltig und fugenlos

Um der Verantwortung für diese besonderen Anforderungen gerecht zu werden, wurde das Projekt gemeinsam mit dem langjährigen Partner der Proceram, der Malerwerkstätte Kern aus Schönberg, durchgeführt. Mittlerweile verwendet Kern den Putz regelmäßig für eigene Projekte und sagt: „Ich verbaue dieses System aus der Überzeugung heraus, dass wir einen tiefgreifenden Wandel bei der in Deutschland eingesetzten Technologie benötigen – der nachhaltigen und fugenlosen Dämmung in geringen Schichtdicken gehört die Zukunft.“

Unveränderter Gebäudecharakter

Die Leitung des Projekts am Domberg übernahm Harald Scherübl, der für die Proceram-Gruppe als Objektberater und Projektleiter in Bayern tätig ist. Er erklärt: „Die Aerogel-Dämmung wurde in einer Dicke zwischen 2 und 5 cm im Außenbereich angebracht. Durch die im Mittel recht geringe Schichtdicke von 4 cm blieb der Charakter des Gebäudes erhalten und die Fassade wirkt sehr frisch, ohne nach der Sanierung das historische Flair einzubüßen.“ Doch es gab noch weitere Herausforderungen: Alles Material, das verarbeitet wurde, musste unterhalb vom Domberg angeliefert und mit dem Kran nach oben gebracht werden. Ein Erker, in dem Verwaltungsräume untergebracht sind, wurde mit Innendämmung versehen, dabei wurden historische Fassungen mit Japanpapier geschützt.

Bis zur komplett sanierten Fassade waren einige Arbeitsschritte zu erledigen: Zu Beginn musste zunächst das alte Zementwerk restlos von den Mauern entfernt werden, was sich als aufwändiger gestaltete als ursprünglich angenommen. Dann wurde nach und nach der komplette Systemaufbau, bestehend aus Vorspritz, Dämmputz, Armierung, Quarzgrund und Oberputz aufgetragen.

Laut Harald Scherübl bestand die besondere Herausforderung darin, die vorhandenen Profile und Ornamente an der Fassade zu bearbeiten: Die Profile mussten ganzflächig überarbeitet und Fehlstellen repariert werden, um diese dauerhaft wasserabweisend und oberflächenbeständig herzustellen. Auch das Anarbeiten an die Echtholzfenster und Natursteine war eine anspruchsvolle Tätigkeit, die teils mit althergebrachten Techniken ausgeführt wurde. Hier sorgte das Schlämmen mit dem Quarzgrund dafür, Haarrisse zu schließen und eine optimale Anbindung zu schaffen. Der bestehende Sockel wurde so weit wie möglich erhalten, teilweise wurde der Putz ersetzt und schließlich der gesamte Sockel fachgerecht abgedichtet, um das Aufsteigen der Feuchtigkeit aus dem Boden an die Fassade zu verhindern.

Homogene Oberfläche

Nach Abschluss dieser Arbeiten am Gebäudekomplex folgte dann schließlich noch die Wärmedämmung am nebenan liegenden Gartenhaus. Ende 2021 konnten alle Beteiligten auf ein gelungenes Projekt zurückblicken: Projektleiter Thomas Machate von der m3 Bauprojektmanagement GmbH, welche die Bauleitung innehatte, äußert sich begeistert von den Möglichkeiten, die der „Aeroputz“ bietet und war mit dem Ergebnis der Sanierung voll zufrieden. „Dieser Dämmputz ermöglicht es, Hohlstellen auszugleichen und grundsätzlich eine fugenlose Dämmung ohne Wärmebrücken herzustellen, so dass man am Ende eine wirklich homogene Oberfläche bekommt. Die Fassaden sind wirklich gut gelungen.“

Autorin

Dipl.-Betriebswirtin (BA) Tanja Buchholz ist freie Journalistin. Sie ist in der Pressearbeit unter anderem für Unternehmen in der Baumaschinen- und Baugerätebranche tätig und unterstützt die Firma Proceram in Kamp-Lintfort bei der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

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