Kirche St. Stephan in Hartheim mit Peri Up Easy eingerüstet

Auch erfahrene Spezialisten müssen genau hinsehen, um das Rahmengerüst an der Kirche St. Stephan in Hartheim-Bremgarten zu erkennen. Das System „Peri Up Easy“ sorgt für eine anspruchsvolle und geometische Anpassung an das Bauwerk.

Bei Kircheneinrüstungen rückt erst unwillkürlich die Verwendung eines Modulgerüstsystems in den Blickpunkt. Dass auch mit der Rahmenvariante des „Peri-Up-Easy“-Fassadengerüsts geometrisch und statisch anspruchsvolle Lösungen möglich sind, beweist das regional ansässige Unternehmen Bachmayer (mba). Der Neun-Mann-Betrieb hat vor zwei Jahren auf das System umgestellt. Zusätzlich zu seinen bisherigen Einrüstungen im Wohnhausbau erweitert Inhaber Michael Bachmayer seine Kompetenzen und sieht sich nun auch für anspruchsvollere Gerüstaufgaben gewappnet.

35 m hohe Kirche

Der Turm der Kirche St. Stephan des Hartheimer Ortsteils Bremgarten misst knapp 35 m Höhe und ist in der Breisgauer Rheinebene weithin sichtbar. Für dessen Fassadensanierung und für Putzarbeiten wurde ein 67 cm breites Arbeits- und Schutzgerüst der Lastklasse 3 verwendet. Als Treppenaufgang dient eine vorgelagert integrierte, 75 cm breite Gerüsttreppe. Zusätzlich erleichtert eine Transportbühne in Verbindung mit entsprechenden Etageneinrichtungen den Material- und Personentransport. Bei Planung und Ausführung wurden die Übergänge zum Kirchenschiff und das Pultdach der Sakristei besonders berücksichtigt.

Die Gerüstmontage war dank geringer Bauteilgewichte nicht nur einfach und schnell, sondern auch sicher. Denn das Geländer für die jeweils nächste Ebene wird mit dem Easy-Rahmen von der darunterliegenden Gerüstlage aus montiert. Aufwändig umzusetzende Zusatzbauteile oder eine persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA) sind beim Regelaufbau nicht notwendig. Dies setzte Bachmayer konsequent um: Da auch das Stirnseitengeländer von unten montiert wurde, waren er und seine Gerüstbauer lückenlos gesichert, wenn sie die nächste Ebene betraten. Und bei Arbeitsunterbrechungen sorgte die integrierte Abhebesicherung der Beläge für zusätzlichen Schutz.

Um auch komplexere Geometrien einrüsten zu können, verleiht der Gerüstknoten dem Arbeitsgerät eine große Flexibilität, ähnlich der eines Modulgerüsts. Dadurch ließen sich nicht nur Ecklösungen, sondern auch innen- und außenseitige sowie stirnseitige Anbauten fast ohne Kupplungen realisieren. So wurden ein außenliegender Treppenturm und die Andienungsplattformen einfach und nahezu werkzeuglos ergänzt. In Kombination mit dem metrischen „Peri-Up“-Grundraster konnten so auch die Feldlängen lagenweise an die Kirchengeometrie angepasst werden.

Vier Mann – vier Tage

Das hohe Sicherheitsniveau insbesondere in großer Höhe, die leichten Systembauteile und der weitestgehende Entfall von Rohr-Kupplungsarbeiten sorgten dafür, dass vier Mann den Kirchturm in nur vier Tagen einrüsteten. Zudem führten die bündig und kraftschlüssig ausgeführten Systemanschlüsse zu einer spürbar hohen Stabilität und zu flächigen, lückenlosen Ebenen ohne Stolperfallen.

Mangels geeigneter Fläche wurde der Rahmenzug der Ostseite auf  Stahlriegel des Variokit-Ingenieurbaukastensystems aufgelagert. Hierfür wurden einfach zwei SRU-Systemprofile auf die Gesamtlänge von 6,50 m gekoppelt, durch kleine Turmfensteröffnungen geführt und abhebesicher aufgelagert. Die Anbindung des Variokits erfolgte kraftschlüssig über standardisierte Verbindungsbauteile. Beide Baukastensysteme sind einerseits geometrisch und statisch aufeinander abgestimmt, andererseits sind die Bauteile des Variokit-Systems projektbezogen mietbar und  rasch verfügbar. Kompetente Unterstützung erfuhren Bachmayer und sein Team durch Peri-Spezialisten: Die 3D-Gerüstplanung erfolgte auf Basis eines vorab durchgeführten 3D-Laserscannings. mba-Inhaber Michael Bachmayer ist nach seiner ersten Kircheneinrüstung stolz auf seine erbrachte Leistung und resümiert: „Wir bereuen nicht, dass wir auf ,Peri Up Easy‘ umgestellt haben. Denn gerade bei einem solchen Projekt können wir auf den Background zurückgreifen, den die Spezialisten mitbringen.“

Autor

Dipl.-Ing. Andreas Tausend arbeitet im Bereich Marketing, Redaktion und Fotografie für Peri Vertrieb Deutschland in Weißenhorn.

Merkmale des Peri-up-Gerüstbaukastens

Peri bezeichnet seinen Gerüstbaukasten als „integriert“, da er die Vorteile vom Rahmengerüst mit denen vom Modulgerüst zu einem einzigen System vereint hat. Dadurch kann der Gerüstbauer – ohne zwei Systeme vorhalten zu müssen – bei glattflächigen Baukörpern die hohe Aufbaugeschwindigkeit der Rahmenbauweise nutzen, bei komplexer Architektur dagegen die geometrische Anpassungsfähigkeit der Stielbauweise. Der Gerüstbaukasten weist drei konstruktive Merkmale auf:

alle Bauteile für den Höhen-, Längen- und Breitenaufbau orientieren sich konsequent am metrischen Raster
 die Vertikalbauteile – offene Halbrahmen und Stiele – haben im 50-Zentimeter-Abstand den gleichen Gerüstknoten als Anschlusselement integriert
alle Riegel und Gerüstbeläge sind in ihrer Verriegelung als selbsttätig sichernder Mechanismus ausgelegt.

Diese Kombination aus einem durchgängigen metrischen Bauteilraster und einer gleichartigen Anschluss- und Verriegelungstechnik ergibt die hohe Aufbauflexibilität und Arbeitssicherheit. Beim vorlaufenden Seitenschutz übertrifft er sogar klar die Neuregelungen der seit Februar 2019 gültigen TRBS 2121-1. Nach dieser muss der vorlaufend zu montierende Seitenschutz nur dann eingesetzt werden, wenn der Baukörper beziehungsweise die Fassade eine in Länge und Höhe durchgehende Gerüstflucht ermöglicht. Dieser Einschränkung unterliegt der Peri-up-Gerüstbaukasten nicht.

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