Kombination aus Verbrennungs- und Elektromotor für Überland-Touren und urbane Fahrten

In zahlreichen Städten gelten bereits Umweltzonen, Dieselfahrverbote und Zufahrtsbeschränkungen, und die Emissionsschutz-Anforderungen werden immer anspruchsvoller. Das neue „Hybrid Power Chassis“ mit Plug-in-Technologie ermöglicht mit zulässigen Gesamtgewichten zwischen 3,5 und 5 t emissionsfreie urbane Fahrten mit Elektroantrieb und längere, außerstädtische Touren mit Verbrennungsmotor. Die Besonderheit: Die elektrifizierte Hinterachse mit einer Leistung von etwa 90 kW kann bei Bedarf zugeschaltet werden und macht den Transporter damit zum ersten leichten Nutzfahrzeug mit Hybridkonzept. Als Aufbauten sind Pritschenwagen, Kastenwagen mit Jalousie, Müllkipper, Laubsammler, Kofferfahrzeuge mit Werkzeugschrank, Hubsteiger oder Hochdruckreiniger möglich.

Basis ist das variable AL-KO Leichtbau-Chassis, das als Systemträger einen modularen Einsatz der Batteriepakete und E-Komponenten ermöglicht und gleichzeitig eine Schutzfunktion für die Batterien bietet. So kann die Batteriekapazitat je nach Kundenbedarf auf eine Reichweite von bis zu rund 100 Kilometern im vollelektrischen Betrieb angepasst werden. Für Strecken über längere Distanzen, beispielsweise Überlandfahrten, kann der Verbrennungsmotor des Fahrzeugs ohne Einschränkungen genutzt werden. Bei gleichzeitiger Nutzung von E-Drive und Verbrennungsmotor (Booster) liegt die im Rahmen der Studie errechnete Kraftstoffeinsparung bei bis zu 30 Prozent.

Das leistungsstarke On-Board-Ladegerät mit einer Ladeleistung von etwa 7 kW – oder optional 22 kW (230 V / 400 V) – und die intelligente Rekuperationsstrategie sorgen für kurze Ladezeiten und ausreichend Leistung. Zwischenladungen während des Be- oder Entladens des Fahrzeugs sowie in Ruhezeiten sind jederzeit möglich. Durch die Rekuperation kann das System Fahrzeugaufbauten mit Energie versorgen und als Puffer bei Stillstand des Fahrzeugs dienen. Diese Funktion kann individuell auf unterschiedliche Kundenbedürfnisse angepasst werden. Somit können auch Anwendungen wie Hebebühnen, Innenraumbeleuchtungen oder Klimaanlagen betrieben werden.

Das Hybrid Power Chassis bietet drei Fahrmodi: „h Hybrid Mode“: Der Hybrid Modus kombiniert den E-Drive mit dem Verbrennungsmotor des Fahrzeugs und sorgt für mehr Effizienz. Zudem können Fahrzeugaufbauten mit Energie versorgt werden. Wichtig: Dieser Fahrmodus unterstützt die Einhaltung des neuen WLTP-Standards.

„h Electric Mode“: Der vollelektrische Antrieb (maximale Fahrgeschwindigkeit etwa 90 km/h) erfolgt über die drehmomentstarke elektrische Achse. Damit sind lautlose und emissionsfreie Fahrten durch Umweltzonen, Wohngebiete, Innenstädte, Werkshallen oder Naherholungsgebiete möglich.

„h X-TRA Charge Mode“: Dieser automatisierte Modus dient zur Erweiterung der batterieelektrischen Reichweite und zur Sicherstellung zusätzlich notwendiger elektrischer Energie.

Zusätzliche Funktionen wie eine 4x4-Anfahrhilfe – für zusätzliche Traktion auf rutschigem Untergrund, oder an Steigungen – sowie verschiedene Connectivity-Lösungen, wie beispielsweise eine automatische Umschaltung auf E-Antrieb beim Einfahren in Umweltzonen, oder GPS- und Fahrzeugdatenübermittlung, sind ebenfalls moglich. Der Plug-In Hybrid lässt sich auf verschiedene Basisfahrzeuge adaptieren und stellt damit eine offene, triebkopfneutrale Plattform für die Zukunft dar.

x

Thematisch passende Artikel:

Ausgabe 04/2020

Vollelektrisch, Hybrid und Brennstoffzelle: e-Transporter im Vergleich

Der „eSprinter“ steht zun?chst als Kastenwagen mit einem zul?ssigen Gesamtgewicht von 3500 kg zur Verf?gung Foto: Daimler

Die Elektromobilität und elektrisch angetriebene Fahrzeuge sind inzwischen markttauglich. So erreichten die kumulierten Neuzulassungen laut Verband der Automobilindustrie VDA am 1. Januar 2020...

mehr
Ausgabe 06/2022

Der Fiat E-Ducato im Praxistest

Mit rund 400 Konfigurations-M?glichkeiten erf?llt der E-Ducato die unterschiedlichsten Bed?rfnisse – auch f?r Bauunternehmen und Handwerker

Von außen ist die Elektroversion kaum vom konventionellen Diesel-Ducato zu unterscheiden. Nur das blaue, hochgestellt „E“ vor dem Ducato-Schriftzug über dem Vorderrad und an der linken Hecktür...

mehr
Ausgabe 11/2016

Digitale Fahrtenbücher im Test

Schon kleinere Flüchtigkeitsfehler, wie eine nicht eingetragene Fahrt oder unleserliche Schrift können mitunter dafür sorgen, dass das gesamte Fahrtenbuch un­gültig ist. Dann hätte sich der...

mehr
Ausgabe 1-2/2013

Streit ums Dienstfahrzeug

Wird ein Fahrtenbuch geführt, kann auf dessen Grundlage der Vorteil des Arbeitnehmers errechnet werden. Ohne Fahrtenbuch kommt die Ein-Prozent-Regelung zur Anwendung. Danach wird 1 Prozent des...

mehr

Bei Schnee und Glätte sicher mit dem Transporter unterwegs

Vor der Abfahrt steht zuerst eine Überprüfung des Transporters an: Schnee und Eis müssen entfernt werden. Das gilt nicht nur für die Scheiben und die Scheinwerfer, sondern auch für das Dach des...

mehr