Kunststoff statt Bitumen Abdichtung mit Folien aus Polyethylen

Die DIN für Abdichtungen gegen aufsteigende Bodenfeuchte ist auf Bitumenwerkstoffe aufgebaut. Eine von Gefinex produzierte Dichtbahn für Abdichtungen besteht dagegen aus Polyethylen und stützt sich daher auf ein allgemeinenes bauaufsichtliches Prüfzeugnis.

Abdichtungen im Sinne der DIN 18 195 sollen aufsteigende Bodenfeuchte (kapillares Haftwasser) und nicht stauendes Sickerwasser an Bodenplatten und Wänden unterbrechen. Sie müssen keinem Grundwasser oder anstehendem Sickerwasser widerstehen. Dies gilt beispielsweise für die Abdichtung von Bodenplatten, bevor der Estrich eingebracht wird, ebenso wie für Mauerwerkssperren. Oft wird in diesen Fällen allerdings mit Kanonen auf Spatzen geschossen, denn die DIN 18 195 verwendet hier die gleichen Abdichtungen, wie bei Grundwasser oder auch bei einem hoch belasteten Flachdach.

Kapillarbrecher mit abP

Die Feuchtesperre Gefitas PE 3/300 ist nicht in der DIN 18 195 (Teil 2) dargestellt, aber mit ihrer bauaufsichtlichen Zulassung speziell für den Lastfall Bodenfeuchtigkeit konzipiert. Da die DIN 18 195 den Werkstoff Polyethylen nicht kennt, arbeitet man bei Gefinex mit einem allgemeinen bauaufsichtlichen Prüfzeugnis, kurz abP von der MPA Braunschweig.

Das Polyethylen stammt aus höheren Raffineriestufen als Bitumen und ist entsprechend dichter, reißfester, elastischer und bietet viele Vorteile eines modernen Kunststoffs, wie beispielsweise eine sehr hohe Kälteflexibilität. Deswegen können Kunststoffbahnen viel dünner und leichter hergestellt werden, bei gleich hohem Anspruch an Robustheit und Funktionalität.

Ein wichtiges Argument für die Gefitas-Bahn ist ihre extrem schnelle und angenehm geruchsfreie Verlegung. Im Gegensatz zu Abdichtungen auf Flachdächern spielen bei Abdichtungen in Innenräumen die Ausdünstungen aus Bauprodukten eine immer wichtigere Rolle. In dieser Disziplin erhielt die Gefitas-Bahn im Rahmen einer VOC-Untersuchung (Chemikalienrechtliche Verordnung zur Begrenzung der Emissionen flüchtiger organischer Verbindungen) die Bescheinigung, dass sie bedenkenlos in Innenräumen eingesetzt werden kann. Mit wenig Gewicht, ohne Flamme und Gestank ging es beispielsweise bei der Feuchtesperre des neuen Hörsaalgebäudes der Fachhochschule Steinfurt schnell voran. Die große Bo-denplatte war in kurzer Zeit abgedeckt und an die Feuchtesperren der umschließenden Wand- sowie Fensterfronten überdeckend verlegt.

Eine Feuchtesperre, auf die noch eine Dämmstofflage für einen schwimmenden Estrich verlegt wird, muss zur Erfüllung der kapillarbrechenden Funktion nur überlappend mit der Mauerwerkssperre verlegt werden. Die Verklebung der Anschlüsse dient nur der Lagesicherung. Für die rationelle Verlegung der Gefitas PE 3/300 sorgen die längs integrierten Klebestreifen aus Butylkautschuk und spezielle Systemanschlussstreifen mit integrierten Kleberändern.

10 Jahre Garantie

Im Rahmen des abP werden Gefitas-Bahnen umfangreicher geprüft als Abdichtungsbahnen nach der DIN 18 195. Außerdem wird – im Gegensatz zu DIN-Produkten – die Qualität der Abdichtungen durch eine Fremdüberwachung regelmäßig nachgewiesen. Halten sich die Handwerker an den exakten Detailkatalog aus dem abP, gewährt Gefinex auf eine nach Verlegeanleitung erstellte Feuchtesperre deshalb – im Gegensatz zur DIN-gerechten Fünfjahresgarantie – eine zehnjährige Garantie.


Autor

Gerard Halama ist Geschäftsführer des Büros für Fachpublizistik in Bremen und als Baufachjournalist unter anderem für die Zeitschriften bauhandwerk und dach+holzbau tätig.

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