Lärmschutzwände aus Seecontainern

Baustellenlärm stellt für Anwohner eine erhebliche Störung und Belastung dar. Beschwerden und Klagen über die Lärmbelästigung auf Baustellen können den Bauprozess verzögern, wenn Behörden Auflagen verhängen oder gar einen Baustopp anordnen. Abhilfe schafft eine Lärmschutzwand aus Seecontainern.

Zwar gilt auf Baustellen – laut Lärmvorschrift – ein akzeptabler Wert von durchschnittlich 60 dB(A), doch schon eine kontinuierliche Lärmbelästigung von rund 40 dB(A) kann zu gesundheitlichen Problemen führen. Ein Wert von 70 dB(A) ist möglich, wenn sich dieser lediglich über eine Stunde erstreckt. Folge: Bürger beschweren sich oder reichen eine Klage ein. Diese muss geprüft werden und sorgt schlimmstenfalls für einen Baustopp.

Eine Lösung muss her

Eine Lösung ist der Einsatz von Membrankissen. Sie können den Schall erfahrungsgemäß jedoch nicht vollständig von der Umgebung fernhalten. Darüber hinaus gibt es Lärmschutzmatten, die den Geräuschpegel um etwa 20 dB(A) senken. Jedoch benötigt man eine teure und aufwendige Stahlkonstruktion. Bei Erdwellen wird zu viel Aufstellfläche benötigt, was die Lösung an engen Stellen unbrauchbar macht. Alle genannten Varianten sind zeit- und kostenintensiv sowie teils weniger effektiv als der Lärmschutz mit Seecontainern.

Seecontainer in vielerlei Hinsicht effektiv

Ein Bauunternehmer sollte eine Containerfirma auswählen, deren Personal sich mit der Gefährdungsbeurteilung einer Baustelle auskennt. Es empfiehlt sich, bereits vor der Bauzeit einen Emissionsplan zu erstellen, um Mehrkosten und Zeitverzüge zu vermeiden. Seecontainer absorbieren die Geräusche und gewährleisten einen schnellen und unkomplizierten Aufbau: Es dauert rund eine Woche, um etwa 100 Container zu liefern und zu montieren. Eine solche Containerwand bietet 400 m Länge und 8 m Höhe – bei einer Grundfläche von 400 x 3 m. Vertikal und horizontal angebrachte Bridge Fittings oder Twist Logs halten die Container zusammen. Daneben fangen die Container etwa herabfallende Steine zuverlässig ab.  Das Containerunternehmen sollte vor und während der Montage die Windlast beachten und eventuell den Untergrund schottern und verdichten. Alle Container werden dabei nach Vorgaben eines Statikers in der unteren Lage ballastiert.

Beispiele für gemeisterte Spezialprojekte

1)  Im Zuge der Emscher-Renaturierung lieferte Bloedorn Container GmbH über 600 Seecontainer von Dortmund bis Essen. Unter Beachten der Temperatur- und Witterungsbedingungen waren insbesondere die anliegenden Hochspannungsleitungen und Anforderungen des Netzbetreibers zu beachten.

2) Beim Großprojekt Rückbau der Deutschen Welle in Köln war es enorm herausfordernd, innerhalb weniger Tage eine Containerwand aufbauen. Immerhin ist das neben dem 35 m entfernten Deutschlandradio liegende Hochgebäude mit seinen 136 m eines der bis dato höchsten rückgebauten Hochhäuser Deutschlands. Es liegt mitten in der Innenstadt am Rhein und ist von Büro- und Wohngebäuden umgeben.

3) An der Haupteinkaufsstraße Zeil in Frankfurt, bei sehr enger Innenstadtlage, war nur Platz für einen Kran und einen Lkw. Für die 27 Container mit je 12 m Länge war dort zu wenig Platz. Die Bloedorn Container GmbH versetzte das Lager in den 5 km entfernten Frankfurter Binnenhafen. Zusätzlich gab es massive Probleme durch Niedrigwasser. Bei maximalem Planungsaufwand, einer herausfordernden Logistik und minutengenauer Taktung der Abläufe stellte das Containerunternehmen den Lärmschutz dennoch binnen zwei Tagen sicher. 

4) 2 in 1: In Frankfurt wurden eine Schule sowie die Tribüne einer Pferderennbahn abgerissen. Die Anwohner der exklusiven Wohngegenden sowie der Straßenverkehr sollten durch die temporäre Containerwand vor Lärm und anderen Emissionen geschützt werden. Die Herausforderung lag darin, den wenigen Platz bei dem Innenstadtprojekt best- und schnellstmöglich zu nutzen. Einige Tage zuvor stellte Bloedorn Container GmbH einen Stapler auf und lieferten die Container nach und nach. Innerhalb von drei Tagen montierte die Containerfirma auf dem beengten Baufeld umgeben von Gebäuden, Straßen und diversen Bäumen eine dreireihige Lärm­schutz­wand aus insgesamt 63 blauen und weißen Containern.

Günstige Alternative

Seecontainer können nahezu beliebig aufgestockt und erweitert werden, sind schnell verfügbar und preisgünstig. Sie agieren wie „Multijobber“ – vorgestern noch als Transportboxen, einen Tag später als mobile Gefahrengutlager, und heute sind sie Bausteine einer Lärmschutzwand. Weitere Informationen über den Einsatz von Seecontainern gibt es unter: www.bloedorn-container.de .

Autor

Mathias Weber ist Geschäftsführer der Bloedorn Container GmbH in Dortmund.

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