Liebe Leserinnen, liebe Leser,

kaum eine „Schule“ hat in Deutschland so deutliche Spuren in der zeitgenössischen Architektur hinterlassen wie das Bauhaus. Es gilt hierzulande vielen als Keimzelle der Moderne schlechthin. Das an Funktionalität orientierte Bauen der Bauhausmeister führte zu einem vollkommenen Verzicht auf Zierrat hin zu einer bis dahin nicht gekannten Gradlinigkeit, die unter anderem in einer aus Wand- und Dachscheiben zusammengesetzten Architektur zum Ausdruck kommt. Gut zu sehen ist dies an den beiden „unscharf rekonstruierten“ Meisterhäusern in Dessau. Wie ab Seite 40 in dieser Ausgabe der bauhandwerk zu sehen, stellten die Handwerker nicht die ursprünglichen Gebäude wieder her, sondern bauten ihre Kubatur aus Dämmbeton nach.

Eben diese dünnen Wand- und Deckenscheiben, die nicht nur für die Meisterhäuser in Dessau so typisch sind, finden sich auch an der vor kurzem in Berlin neu erbauten kleinen Stadtvilla vom Büro Dreier Frenzel Architecture + Communication wieder, deren Bau aus von innen mit Holzfaserplatten gedämmten Ziegelwänden wir ab Seite 52 vorstellen. Gleiches gilt für das aus Ziegeln mit Dämmstofffüllung erbaute Einfamilienhaus von Cornelia Pritzl und Martin Edhofer in Buch auf Seite 5 in diesem Heft. Auch der vom Architekturbüro Berschneider + Berschneider in Ingolstadt entworfene Neubau eines Wohnhauses folgt – auch ohne Flachdach – der Gradlinigkeit dünner Wand- und Deckenscheiben. Wie ab Seite 26 zu sehen, setzten die Trockenbauer vom Betrieb Mujo Innenausbau diese Gradlinigkeit mit Lichtbändern wie von Textmarkern unterstrichen auch im Inneren des Hauses fort.

Und selbst das Ende vergangenen Jahres in Wernberg fertiggestellte Musterhaus der Firma Josef Reger Bau aus Vohenstrauß, bei dessen Rohbauarbeiten die Redaktion der bauhandwerk im Herbst 2014 mitgearbeitet hat, zeigt trotz flach geneigtem Satteldach Anleihen beim Bauhaus. Wie ab Seite 20 in diesem Heft zu sehen, mauerten die Mitarbeiter von Josef Reger es mit unserer „Hilfe“ aus Porenbetonsteinen auf. Spätestens seit dieser Erfahrung auf der Baustelle in Wernberg ist uns eines ganz klar: Gute Architektur braucht auch gutes Handwerk.

Viel Erfolg bei der Arbeit wünscht Ihnen

Kaum eine „Schule“ hat in Deutschland so deutliche Spuren in der zeitgenössischen Architektur hinterlassen, wie das Bauhaus.

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