Volker Staab baute drei Altbauen zum Museum der bayerischen Könige um

Museum der bayerischen Könige

Anfang September vergangenen Jahres eröffnete unterhalb vom Schloss Neuschwanstein das nach Plänenvon Staab Architekten aus Berlin gestaltete Museum der bayerischen Könige, das drei Altbauten vereint. Äußeres Zeichen des Umbaus ist der mit Tonnendächern aufgestockte ehemalige Speisesaal des Hotels.

Das Museum der bayerischen Könige vereint drei bestehende Gebäude: das über einen langen Zeitraum leerstehende Hotel Alpenrose mit seinen Jugendstil-Formen, das so genannte Jägerhaus und den um ein Stockwerk erweiterten ehemaligen Speisesaal des Hotels mit angeschlossenem Palmengarten. Als sichtbares Zeichen des Umbaus trägt der ehemalige Speisesaal eine neue Dachkonstruktion: Auf dem eingeschossigen Verbindungsbau montierten die Handwerker ein filigranes Stahltragwerk, das sich als dreischiffige Anlage zum zentralen neuen Ausstellungsraum des Museums entwickelt. Während die beiden äußeren Tonnengewölbe aufgeschnitten sind und den Blick in die Landschaft und auf die Königsschlösser freigeben, entstand im mittleren Teil der zentrale, große Ausstellungsraum.

 

Transport und Montage des Tonnengewölbes

Konstruiert wurden die Gewölbe nach dem Zollinger-Prinzip, wobei Flachstähle die Gewölbetonnen rautenförmig gliedern. Das große Tonnengewölbe für den mittleren Teil der Aufstockung fertigte man nach diesem Prinzip in der Werkstatt vor, brachte es in Segmenten auf die Baustelle und montierte es auf das Erdgeschoss des ehemaligen Speisesaals. Die nach dem gleichen statischen Prinzip konstruierten Halbschalen für die Seitenschiffe konnten dagegen am Stück transportiert werden. Die Eindeckung der drei Tonnendächer erfolgte mit farbigen Aluminium-Schindeln auf einer Trapezblech-Konstruktion.


Altbauten zu durchgängiger Ausstellung vereint

Damit ist das Jägerhaus und das ehemalige Hotel auf einer weiteren Ebene miteinander verbunden. Der ehemalige Speisesaal wurde als Zwischenbau im Erdgeschoss zum Museums-Foyer. Auf einer Gesamtfläche von rund 1000 m2 wird im angrenzenden Jägerhaus der Ausstellungsrundgang fortgesetzt. Im ehemaligen Hotel entstand im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss ein Restaurant mit großer Terrasse direkt am Alpsee. Die weiteren Obergeschosse sollen wieder als Hotel genutzt werden.

Ein ausführlicher Beitrag über das Museum der bayerischen Könige und seine Dachkonstruktion erscheint im Laufe des Jahres in der zur bauhandwerk gehörenden Zeitschrift dach+holzbau.

Pläne

Hier finden Sie weitere Pläne zum Museum der bayerischen Könige.

Thematisch passende Artikel:

Ausgabe 1-2/2012

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

oft beeinflusst die Architektur die Literatur. Manchmal ist es aber auch umgekehrt. Vor ein paar Jahren beschäftigte sich die Ausstellung „Architektur wie sie im Buche steht“ mit fiktiven Bauten...

mehr
Ausgabe 09/2008

Museum im Industriebau in Düsseldorf

In Düsseldorf baute das Berliner Büro Kühn Malvezzi einen Industriebau (das ehemalige Conzen-Gebäude) für die Kunstsammlung „Julia Stoschek Collection” zum Museum um. Im denkmalgeschützten...

mehr
Ausgabe 04/2014

Brandschutz und Gestaltung vereint Trockenbauarbeiten während der Sanierung und Erweiterung im „Museums der Bayerischen Könige“

Dass die Rigips Trophy viele meisterliche Ausbauleistungen zu bieten hat ist bekannt. Dass es dabei auch schon mal königlich zugehen kann, zeigt das letzte Wettbewerbsobjekt der DTB Donau-Trocken-Bau...

mehr

Das Tonnendach des Märchenkönigs Umbau der Pension Alpenrose zum Museum der bayerischen Könige

Im Vordergrund ruht der Alpsee, dahinter das Schloss Hohenschwangau und rechts davon liegt Neuschwanstein, das Märchenschloss von König Ludwig II. Inmitten dieser Kulisse, in dem ehemaligen Hotel...

mehr
Ausgabe 12/2012

Levi-Strauss-Museum erweitert

Im Buttenheim steht das Geburtshaus des Erfinders der wohl berühmtesten Beinkleider der Welt, Levi Strauss. Ende der 1980er Jahre beschloss der Gemeinderat, das denkmalgeschützte Fachwerkhaus zu...

mehr