Revitalisierung einer alten Brauerei in Würzburg

Nach über 150 Jahren Brauereibetrieb und 20-jährigem Leerstand ist das Würzburger Bürgerbräu nun ein Kultur- und Kreativzentrum. Das Industriegebäude wurde behutsam und in enger Abstimmung mit dem Architekturbüro archicult und dem Denkmalschutz in Stand gesetzt. Der einzigartige Industriecharme blieb dabei erhalten.

In der ehemaligen Picherei, in der früher die Fässer für die Brauerei abgedichtet wurden, entstand auf rund 500 m² der so genannte „KreativRaum“ – 13 kleine Büroeinheiten auf je 11 bis 50 m² sowie eine Gemeinschaftsfläche für Besprechungen. Die Architekten stapelten hierzu Holzboxen unterschiedlicher Größen auf zwei Ebenen in die alte Halle. Über offene Stahltreppen, Brücken und Gitterroste sind die einzelnen Arbeitsräume der kleinen Unternehmen erreichbar. Eine Herausforderung bei der Anordnung der Boxen war die Belichtung. Die Boxen wurden hierzu in der Industriehalle so angeordnet, dass die offenen Seiten zur Fensterfront und zum großzügigen Hauptraum orientiert sind. Jeder Bürocontainer hat damit eine großzügige Glasfront erhalten, die eine maximale Belichtung sowie einen umfassenden Ausblick ermöglicht.

Der Zugang zu den Büroeinheiten erfolgt über die Glasfront und den darin eingebauten Glastüren. Hier kamen schlanke Aluminiumzargen von Küffner aus Rheinstätten zum Einsatz, in die Verglasungen integriert wurden. Diese erfüllen auch die Anforderungen an den Schallschutz und die Nutzungssicherheit. Dreiseitig im Glas eingebunden, umrahmen sie die Ganzglastüren in einer minimalistischen Linienform. Jede Zarge stellt die tragende Verbindung zwischen Festverglasung und Türblatt dar.

Für die Montage wird ein definierter Glasüberstand der angrenzenden Seitenteile aus den U-Profilen vorbereitet. Hier greift der Falz der Zarge ein und sorgt für die dreiseitige Fixierung in der Glaswand. Um eine zusätzliche mechanische Befestigung zu erhalten, verschraubten die Mitarbeiter der Firma Glaskeil Glasbau aus Würzburg die bereits passend zum Kämpferprofil vorkonfektionierten „Montageklötze“ am Boden. Danach stellt sie die Zarge aufgestellt, setzten sie auf die Holzklötze und fixierten sie dort formschlüssig. Zu den seitlichen Festverglasungen wird eine Verklotzung sowie eine Verklebung im Falzgrund angebracht. Dadurch wird die Türe, besonders im Objektbereich, lagesicher ausgebildet. Anschließend wird das Oberlicht eingepasst und die vertikalen Fugen ausgerichtet. Im Anschluss werden Glasleisten angebracht und die Zarge somit final gesichert. Dann kann das Türblatt eingehängt werden. Hierbei muss man sicherzustellen, dass die Verklotzung nicht verrutscht bis die Verklebung vollständig ausgehärtet ist.

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