Brillux kürt die Gewinner des Design Award 2021

Die 22 Nominierten des Brillux Design Awards 2021 genossen endlich live ihren Erfolg. Auf der in den Herbst 2022 verschobenen Gala im LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster wurden die Gewinner und Nominierten mit einem festlichen Programm und insgesamt 25 000 Euro an Preisgeldern geehrt.

Im Mittelpunkt des internationalen Wettbewerbs für farbgestaltete Architektur und Innenarchitektur stehen wegweisende Konzepte und ihre hochwertige handwerkliche Umsetzung. Es blieb bis zum Schluss spannend. Die am 26. September in das LWL Landesmuseum in Münster geladenen rund 150 Gäste erfuhren erst auf der Preisverleihung selbst, ob sich ihr nominiertes Objekt vor die anderen setzen und den Gewinn in einer von sechs Kategorien davontragen würde. Dennoch waren die 22 ausgewählten Wettbewerbsteilnehmer längst im Kreis der Besten angelangt.

Über 600 Einreichungen hatten am Brillux Design Award 2021 teilgenommen und waren von der unabhängigen Fachjury – besetzt mit Expertinnen und Experten aus Architektur, Innenarchitektur und Handwerk – begutachtet worden. Ihr Fazit: Alle Nominierten haben herausragende Arbeiten vorgelegt, die höchsten ästhetischen Anforderungen genügen.

Beste Ergebnisse in Neubau und im Bestand

„Die Preisträger des Brillux Design Awards 2021 zeigen auf, wie im engen Schulterschluss zwischen Verantwortlichen aus Architektur, Handwerk und Bauherrschaft neu gedacht werden muss, um die Herausforderungen mit besten Ergebnissen meistern zu können – in Neubau und Bestand, bei der gesamten Bandbreite der wichtigsten Nutzungen“, betonte Sevim Güler, Leiterin Brillux Marketing. Sie zeichnete die Macherinnen und Macher der prämierten Objekte aus Deutschland, den Niederlanden, Italien und der Schweiz mit insgesamt 25 000 Euro Preisgeldern aus.

Wohnbauten

Der Wohnturm in Hamburg überzeugte mit seiner fein abgestimmten Fassadenbelebung
Foto: Brillux

Der Wohnturm in Hamburg überzeugte mit seiner fein abgestimmten Fassadenbelebung
Foto: Brillux
Die Kategorie „Wohnbauten“ nimmt Fassadengestaltungen ins Visier, die nicht nur schön sind, sondern auch über das individuelle Objekt hinaus Lösungen für aktuelle Bauaufgaben bieten. ­Hervorragend ­­gelungen ist dies dem Hamburger Gewinnerobjekt. Der achtgeschossige Wohnturm mit seinen 32 Wohnungen zeigt sich als deutlich klimafreundlicher und imponiert zugleich mit einer fein abgestimmten Fassadenbelebung. Jury-Mitglied Martin Haas, Architekt  aus Stuttgart, fasst zusammen: „Behutsam und mit einem gekonnten Spiel der feinen Nuancen haben es die Planer und Handwerker geschafft, einem in die Jahre gekommenen Kind der 1960er-Jahre ein elegantes neues Erscheinungsbild zu geben.“

Öffentliche Gebäude

Zum Gewinner in der Fassaden-Kategorie „Öffentliche Gebäude“ wurde der Erweiterungsbau der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Trierer Klinikums Mutterhaus gekürt. Der Neubau fügt sich straßenseitig anstelle eines nicht mehr verwendbaren historischen Baukörpers wie selbstverständlich in den denkmalgeschützten Straßenzug ein. Das Jury-Urteil: „Spannend und an der Fassadengestaltung sehr gut ablesbar ist die Verbindung zwischen dem gänzlich neuen hofseitigen Bauwerk und dem straßenseitigen Bestandsgebäude. Die Bausubstanz dieses historischen Baukörpers von 1780 war für die neue Nutzung nicht mehr verwendbar und musste ersetzt werden. Hier ist ein wirklich ­besonderes Objekt entstanden, das die hohen Herausforderungen des Denkmals im Ensemble ebenso erfüllt wie die an die Architektur für eine moderne Rehabilitation.“

Gewerbebauten

Die Firma Positello Imballaggi in Maser fertigt Holz-Verpackungen. Die Fassade zeigt sich daher in warmen Braun-Tönen
Foto: Brillux

Die Firma Positello Imballaggi in Maser fertigt Holz-Verpackungen. Die Fassade zeigt sich daher in warmen Braun-Tönen
Foto: Brillux
Der Gewinner kommt aus Italien: Die neue Gestaltung der gesamten äußeren Sichtflächen der Firma Positello Imballaggi in Maser überzeugte die Jury konzeptionell und handwerklich. Jury-Mitglied Christian Mohr, Diplom-Kaufmann und Geschäftsführer der Malerwerkstätten Mohr in Bochum, fasst zusammen: „Der Unternehmenssitz der Firma Positello Imballaggi ist nach einer Erweiterung außen durchgängig neu gestaltet worden. Das Unternehmen fertigt individuelle Verpackungen aus Holz. Daran angepasst wurden bei der Realisierung der Fassadengestaltung harmonische Farbtöne in warmem Braun gewählt: ein sehr stimmiges Gesamtkonzept im Kontext von Gebäudearchitektur, Farbgestaltung und Unternehmenstätigkeit.“

Historische Gebäude und Stilfassaden

Die Fassade der spätklassizistischen Villa in Neuwied wurde mit Fingerspitzengefühl aus dem Dornröschenschlaf geholt
Foto: Brillux

Die Fassade der spätklassizistischen Villa in Neuwied wurde mit Fingerspitzengefühl aus dem Dornröschenschlaf geholt
Foto: Brillux
Ganz oben auf dem Treppchen in der Kategorie Historische Gebäude und Stilfassaden steht beim Brillux Design Award 2021 eine spätklassizistische Villa in Neuwied, deren Fassade mit Kompetenz und Fingerspitzengefühl aus ihrem Dornröschenschlaf geholt wurde. Jury-Mitglied Reiner Nagel, Architekt und Stadtplaner, Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung Baukultur aus Potsdam, ist begeistert: „Der Vorher-Nachher-Vergleich lässt keinen Zweifel offen: Durch eine stilsichere Fassadensanierung in handwerklich hochwertiger Ausführung ist hier ein regelrechtes Schmuckstück entstanden.“

Innenraumgestaltung Wohnen und Leben

In der Kategorie Innenraumgestaltung Wohnen und Leben siegte ein weiteres Objekt aus Hamburg: das Boardinghouse Oberdeck Studio Appartements. Das vielfach umgenutzte ehemalige Bahnhofsgebäude hat für seine neue Funktion eine faszinierende Raumdramaturgie erhalten. Prof. Ulrike Kerber, Innenarchitektin von der Hochschule Ostwestfalen-Lippe in Detmold, betont aus Jury-Sicht: „Das Bauen im Bestand zählt zu den anspruchsvollsten Bauaufgaben. Es geht um die Erschaffung eines Beziehungsgefüges zwischen den Menschen sowie ihren räumlichen und objekthaften Umgebungen. Diese Aufgabe wurde bei diesem Boardinghouse in Hamburg umfassend und herausragend gelöst. Das Ergebnis bezeugt eine kongeniale Kooperation zwischen Planern und Handwerksbetrieb.“

Innenraumgestaltung Arbeiten

Die Gotthard-Müller-Schule im schwäbischen Filderstadt-Bernhausen beeindruckte die Jury mit ihrem Farbkonzept und den offenen Raumstrukturen
Foto: Brillux

Die Gotthard-Müller-Schule im schwäbischen Filderstadt-Bernhausen beeindruckte die Jury mit ihrem Farbkonzept und den offenen Raumstrukturen
Foto: Brillux
Der Gewinner dieser Kategorie macht ein pädagogisches Konzept zu erlebbarer gebauter Umwelt: Die Gotthard-Müller-Schule im schwäbischen Filderstadt-Bernhausen beeindruckt durch ihren kommunikativen Ansatz und die außerordentlich gelungene Umsetzung. Jury-Mitglied und Architektin Jórunn Ragnarsdóttir aus Stuttgart erläutert: „Unterschiedliche Lernlandschaften mit offenen Raumstrukturen fördern die Kommunikation und unterstützen individualisiertes, kooperatives und soziales Lernen. Mit Leib und Seele können Lehrende und Lernende immer wieder neu in die Atmosphären eintauchen.“

Anerkennungen

Die Reihe der Preisträger vervollständigen zwei Anerkennungen. Die sehenswerte Fassadenmalerei am Berliner Wohngebäude Schönhauser Allee 43a/44 erhielt eine Anerkennung für Fassadenkunst. Diejenige für Energieeffiziente Fassadensysteme zeichnet die Mehrfamilienhaus-Anlage „Die Welle“ in Malchin aus.

Alle Gewinner und Nominierten sind online:  www.brillux.de/design-award . Die nächste Ausschreibung läuft noch bis zum 31. Dezember 2022.

Autor

David Recker ist Leiter Customer Experience bei der Firma Brillux in Münster.

Die Jury des Brillux Awards 2021

Gregor Cramer, Maler- und Lackierermeister, Geschäftsführer cramer-concept-store,
Rheinbach, www.maler-cramer.com

Martin Haas, Architekt Dipl.-Ing., MSc, haas cook zemmrich STUDIO2050, Stuttgart,
www.haascookzemmrich.com

Prof. Ulrike Kerber, Innenarchitektin Dipl.-Ing., Hochschule Ostwestfalen-Lippe, Detmold,
www.th-owl.de

Christian Mohr, Dipl.-Kfm., Geschäftsführer Malerwerkstätten Mohr, Bochum, mohr-maler.de

Reiner Nagel, Architekt & Stadtplaner, Vorstandsvorsitzender Bundesstiftung Baukultur, Potsdam, www.bundesstiftung-baukultur.de

Jórunn Ragnarsdóttir, Architektin, LRO Lederer Ragnarsdóttir Oei, Stuttgart, www.archlro.de

Prof. Roger Riewe, Architekt Dipl.-Ing., Riegler Riewe Architekten, Graz/Berlin, rieglerriewe.co.at

Simeon Sollberger, eidg. dipl. Malermeister, Geschäftsführer Sollberger Maler AG, Baselland, www.sollberger-maler.ch

Karsten Wedeward, Geschäftsführer Hubert Jürgens Malereibetrieb GmbH & Co. KG, Hamburg, maler-juergens.de

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