Deutschland gewinnt Baumit Life Challenge
Am 21. Mai wurden im Rahmen der Baumit Life Challenge Europas schönste Fassaden gekürt. Rund 500 Gäste feierten die Gewinner in Budapest. Die Jury wählte die Sieger in sechs Kategorien. Der Gesamtsieg ging für das Projekt „Kellogg's Hotel“ in Bremen nach Deutschland.
Architektinnen und Architeketen, Handwerker und Investorinnen aus ganz Europa versammelten sich am 21. Mai in der ungarischen Hauptstadt zur renommierten Verleihung der Baumit Life Challenge Awards. Budapest bot dafür den perfekten Rahmen.
Auf der Galaveranstaltung im Vigadó-Konzertsaal wurden die Preisträger der sechs Kategorien sowie der Gesamtsieger ausgezeichnet. Eine internationale Jury renommierter Architektinnen und Architekten hatte sie aus mehr als 350 Einreichungen aus 24 Ländern ausgewählt. In diesem Jahr ging der prestigeträchtige Titel „Baumit Life Challenge Winner 2026“ an das Projekt „Kellogg's Hotel“ in Bremen und damit nach Deutschland.
„Kellogg's Hotel“ in Bremen wurde 2026 als schönste Fassade ausgezeichnet
Das „Kellogg's Hotel“ in Bremen stach mit seinem außergewöhnlichen Design, seiner präzisen Ausführung, seinen komplexen Geometrien sowie der gestalterisch anspruchsvollen Umsetzung unter den Einreichungen hervor. Die Fassade erhält durch eine kreative Putztechnik eine dynamische Optik, die sowohl den industriellen Charakter aufgreift als auch einen modernen Eindruck vermittelt. Ausgewählt aus den Nominierten aller sechs Kategorien, repräsentiert der Gesamtsieger das höchste Maß an architektonischer Exzellenz.
Der Gesamtsieg der Baumit Life Challenge ging für das „Kellogg's Hotel“ in Bremen nach Deutschland
Foto: Philip Kistner
Einst ein Getreidesilo, wurde das Projekt zu einem markanten Wahrzeichen umgestaltet, das heute das neue Herz der Bremer Überseeinsel prägt (siehe bauhandwerk 10.2025). Die industrielle Vergangenheit ist weiter sichtbar und wurde neu interpretiert. Die Umwandlung bewahrt die Identität des Gebäudes und interpretiert sie für eine neue urbane Zukunft als außergewöhnliches Hotel. Aus einem abgeschlossenen Produktionsort entstand ein offener, nutzbarer Raum für Menschen. Die Jury lobte das Projekt für seine mutige Vision, seine meisterhafte Kombination aus Innovation und traditionellem Handwerk sowie die Hingabe, mit der die Revitalisierung Industriegeschichte bewahrt und einem prägenden Ort neues Leben verleiht.
Baumit Deutschland war mit zwei weiteren Objekten vertreten
Neben dem „Kellogg's Hotel“ war Baumit Deutschland mit zwei weiteren Objekten beim Wettbewerb vertreten: dem Regensburger Viertel in Nürnberg und einer Fassadenkunst des portugiesischen Künstlers Vhils in Brüssel – Street Art als gesellschaftliches Statement.
Regensburger Viertel in Nürnberg
Baumit Deutschland war auch mit dem Regensburger Viertel in Nürnberg beim Wettbewerb vertreten
Foto: Bredt Fotografie
Mit dem Wohnquartier „Bunte Mischung“ entstand im Nürnberger Regensburger Viertel ein Neubau mit 381 Wohnungen. Bezahlbarer Wohnraum, soziale Infrastruktur und verkehrsberuhigte Freiräume fördern ein lebendiges Miteinander. Farbige Putzfassaden geben dem Quartier Identität und machen Vielfalt sichtbar.
Fassadenkunst von Vhils in Brüssel
Die Fassadenkunst in Brüssel gehörte ebenso zu den eingereichten deutschen Projekten
Foto: Ferovic Photo & Video
Eine Fassade wurde zur künstlerischen Ausdrucksfläche: Der portugiesische Künstler Vhils schuf ein großformatiges Wandbild, das durch das Abtragen der Oberfläche direkt aus der Fassade heraus entstand. Das Werk nimmt Bezug auf die Nelkenrevolution und steht für Dialog, Freiheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt im urbanen Raum.
Die Sieger der sechs Kategorien
Neben dem Gesamtsieger „Kellogg's Hotel“ wurden die besten Fassaden in sechs Kategorien prämiert: Einfamilienhaus, Mehrfamilienhaus, Nichtwohngebäude, Thermische Renovierung, Historische Renovierung und Besondere Struktur. Jede Kategorie spiegelte unterschiedliche Facetten architektonischer Qualität wider – von innovativen Neubauten über nachhaltige Sanierungen bis hin zu anspruchsvollen Restaurierungen historischer Gebäude.
Die 13 internationalen Jurymitglieder standen vor der herausfordernden Aufgabe, aus den über 350 Einreichungen die besten Projekte auszuwählen. Ihre Bewertungskriterien umfassten Design, Aussehen und Verarbeitung sowie Nachhaltigkeit, Ressourceneffizienz und soziale Wirkung.
Kategorie Einfamilienhaus: Murawa 2 aus Polen
In der Kategorie Einfamilienhaus siegte das Projet Murawa 2 aus Polen
Foto: Mariusz Lis
Das Projekt Murawa 2 beeindruckte die Jury mit seinem organischen Wohnkonzept, das sich harmonisch in die Landschaft integriert und dabei die Monotonie von Neubausiedlungen vermied. Jedes Haus spiegelt die Individualität der dort lebenden Familien wider, während die sorgfältig gestalteten Fassaden den Charakter des Ensembles weiter stärken.
Kategorie Mehrfamilienhaus: Bernadynska 4 aus Polen
Der Sieg in der Kategorie Mehrfamilienhaus ging für das Projekt Bernadynska 4 ebenfalls nach Polen
Foto: Wojciech Radwański
Bei dem Projekt Bernadynska 4 bewertete die Jury die Qualität des Konzepts, bei dem einfache architektonische Entscheidungen eine starke Reaktion in einem inkohärenten städtischen Umfeld erzeugen. Das Projekt zeichnet sich durch sein starkes und malerisches Fassadendesign aus, das dem Gebäude eine klare Identität verleiht. Besonderes Augenmerk wurde auf die subtilen und durchdachten Details gelegt, die Raffinesse und architektonische Tiefe verleihen.
Kategorie Nichtwohngebäude: Vinarstvo S aus der Slowakei
In der Kategorie Nichtwohngebäude ging der Sieg an das Projekt Vinarstvo S aus der Slowakei
Foto: Marco Balaz
Die Jury schätzte beim Projekt Vinarstvo S aus der Slowakei, wie das frei angeordnete Volumen sich natürlich in die Landschaft einfügte und eine ruhige und authentische Atmosphäre schafft. Saubere Formen und sorgfältig gestaltete Räume bilden ein klares und harmonisches Konzept. Natürliche Materialien, raffinierte Fassaden und eine zurückhaltende Farbpalette schaffen eine Architektur, die die Weinkultur wunderschön widerspiegelt.
Kategorie Thermische Renovierung: Ringhaus aus Slowenien
In der Kategorie Thermische Renovierung siegte das Ringhaus aus Slowenien
Foto: Tomaz Gregoric
Über eine thermische Renovierung hinaus stellt das Projekt Ringhaus aus Slowenien die Verbindung zwischen Haus und Garten durch eine sorgfältig gestaltete Erweiterung wieder her. Die Kontinuität zwischen Innenraum und Landschaft stärkt die Beziehung zur Umgebung. Die Jury lobte besonders das Gleichgewicht zwischen funktionaler Renovierung und architektonischer Sensibilität.
Kategorie Historische Renovierung: Casino von Constanta aus Rumänien
In der Kategorie Historische Renovierung ging der Sieg an das Casino von Constanta aus Rumänien
Foto: Sorin Toma
Die Jury war tief beeindruckt von der Restaurierung dieses historischen Wahrzeichens, das mehr als ein Jahrhundert sozialer und politischer Geschichte widerspiegelt. Das Projekt Casino von Constanta zeichnet sich durch die Komplexität der Renovierung aus, insbesondere durch die Restaurierung der durch Salzluft geschädigten Struktur und die detaillierte Dekoration. Durch große Hingabe und handwerkliches Können wurde dieses architektonische Symbol erfolgreich wieder zum Leben erweckt.
Kategorie Besondere Struktur: Fabello Bestattungsinstitut aus Italien
In der Kategorie Besondere Struktur gewann das Fabello Bestattungsinstitut aus Italien
Foto: Baumit
Die Jury lobte die klare geometrische Komposition des Fabello Bestattungsinstituts und das ausgewogene Zusammenspiel von Volumen und Formen innerhalb der Landschaft der Friulischen Ebene. Zwei Grautöne schaffen einen feinen Kontrast zur umliegenden Landschaft und verleihen dem Gebäude eine ruhige architektonische Identität. Die strukturierten Fassadenoberflächen erzeugen ein subtiles Spiel von Licht und Schatten, das Solidität, Eleganz und Beständigkeit vermittelt.
Fazit
Robert Schmid, CEO und Vertreter der Baumit Group, äußerte seine Bewunderung für die Qualität und Vielfalt der eingereichten Projekte. Er betonte besonders die Kreativität und das handwerkliche Können der Architekten, Handwerker und aller Mitwirkenden, deren Fassaden einen bedeutenden Einfluss auf die Schaffung lebenswerter Räume haben.
Weitere Infos zur Baumit Life Challenge finden Sie im Internet unter www.baumit.de/lifechallenge2026
Autorin
Heike von Küstenfeld verantwortet unter anderem den Allgäuer Baufachkongress und ist zuständig für die Pressearbeit bei Baumit Deutschland in Bad Hindelang.
