Energetische Sanierung eines Plattenbaus in Halberstadt mit Einblasdämmung von Ursa

In Halberstadt wurde ein DDR-Wohnblock aus den 1970er Jahren zu einem modernen Effizienzhaus aufgewertet. Ziel war es, den KfW-55-Standard zu erreichen. Eine zentrale Rolle spielte dabei die Einblasdämmung aus Mineralwolle von Ursa Deutschland.

Der ehemalige Plattenbau ist nun ein modernes Energieeffizienzhaus mit künstlerisch gestalteten Fassaden und verbessertem Wohnkomfort Der ehemalige Plattenbau ist nun ein modernes Energieeffizienzhaus mit künstlerisch gestalteten Fassaden
Foto: Halberstädter Wohnungsgesellschaft

Der ehemalige Plattenbau ist nun ein modernes Energieeffizienzhaus mit künstlerisch gestalteten Fassaden
Foto: Halberstädter Wohnungsgesellschaft
Wie wird aus einem DDR-Wohnblock ein modernes, energieeffizientes Vorzeigeobjekt mit Neubaustandard? Die Sanierung an der Eike-von-Repgow-Straße in Halberstadt gibt die Antwort. Das Mehrfamilienhaus stammt aus den 1970er Jahren und ist Zeitzeuge des industriellen Wohnungsbaus der DDR. Doch der energetische Zustand sowie der Wohnkomfort waren längst nicht mehr zeitgemäß. Die Halberstädter Wohnungsgesellschaft mbH (HaWoGe) entschied sich daher für eine grundlegende Kernsanierung, die weit über das übliche Maß hinausging. Dabei war das Ziel ambitioniert: Das Gebäude sollte nicht nur modernisiert, sondern energetisch auf das Niveau eines KfW-55-Effizienzhauses gebracht werden – ein Standard, der heute vor allem für Neubauten gilt. Gleichzeitig sollte die Sanierung das Gebäude optisch aufwerten und für die Bewohner zu einem attraktiven Wohnraum machen.

Sanierung mit Weitblick

Aus dem ursprünglich flachgedeckten Plattenbau entstand durch den Rückbau einzelner Etagen ein dreigeschossiges Wohnhaus mit Satteldach. Die alten Betonbalkone und Fenster wurden modernisiert. Auch im Inneren gab es umfassende Veränderungen. Unter anderem wurden die Grundrisse teils neu organisiert. Statt ehemals 30 finden in dem Haus nun 18 großzügig geschnittene Wohneinheiten Platz. Aufgrund des tiefgreifenden Umbaus zogen die Mieter für die Dauer der Arbeiten aus. Dies schuf den notwendigen Raum für den grundlegenden Umbau, der das Gebäude sowohl energetisch als auch architektonisch auf ein neues Niveau hob. Einen zentralen Bestandteil dabei stellte die Dämmung der obersten Geschossdecke mit dem aus natürlicher Mineralwolle hergestellten Einblasdämmstoff „Pure Floc“ von Ursa dar.

Pure Leistung für energieeffiziente Gebäudehüllen

Die Einblasdämmung „Pure Floc“ wurde speziell für die energetische Optimierung von Gebäuden entwickelt. Die sehr gute Wärmeleitfähigkeit von 0,037 W/mK bei freiliegender Anwendung trägt wesentlich dazu bei, Wärmeverluste zu reduzieren. Vor allem in ungenutzten Dachräumen, wie sie in Halberstadt vorlagen, eignet sich diese Verlegeart. Mit einer Dämmstoffdicke von 40 cm konnte eine besonders hohe Dämmleistung erzielt werden. Ergänzend sorgt die geringe Schüttdichte von 20 bis 25 kg/m3 bei freiliegender Dämmung für einen geringen Materialeinsatz bei gleichzeitig hoher Effizienz. Diese Eigenschaften waren bei der Sanierung des ehemaligen DDR-Wohnblocks von zentraler Bedeutung, um die anspruchsvollen Anforderungen des KfW-55-Standards zu erfüllen und den Energieverbrauch des Gebäudes nachhaltig zu senken.

Sicher dämmen

Die Sanierung eines Bestandsgebäudes wie in Halberstadt bringt bauphysikalische Herausforderungen mit sich – insbesondere im Hinblick auf Feuchteschutz und Schimmelprävention. „Ursa Pure Floc“ wirkt nicht hygroskopisch. Somit nimmt der Einblasdämmstoff keine Luftfeuchte auf, ist diffusionsoffen und trägt damit aktiv zur Austrocknung möglicher Feuchte in der Konstruktion bei. So wird Schimmelbildung vorgebeugt. Gleichzeitig verhindert die Dämmschicht, dass Wärme aus den Wohnräumen in den unbeheizten Dachraum entweicht und verbessert an heißen Tagen den sommerlichen Wärmeschutz deutlich.

Der Vorteil des Einblasdämmstoffs ist, dass er trotz seiner losen Struktur über viele Jahre formstabil ist und so eine gleichbleibend hohe Dämmleistung garantiert. Gerade bei großflächigen Anwendungen wie der obersten Geschossdecke in dem Mehrfamilienhaus ist dies entscheidend, um dauerhaft Energie zu sparen. Außerdem ist „Pure Floc“ mit der europäischen Brandschutzklasse A1 nicht brennbar, glimmt nicht und behindert damit eine mögliche Brandausbreitung im Brandfall.

Fugenlos und sauber im Einblasverfahren

Das maschinelle Einblasverfahren ermöglicht auf der obersten Geschossdecke eine fugenlose und gleichmäßige Verfüllung der Dämmung ?Pure Floc? von Ursa, selbst in schwer zugänglichen Bereichen Das maschinelle Einblasverfahren ermöglicht auf der obersten Geschossdecke eine fugenlose und gleichmäßige Verfüllung der Dämmung „Pure Floc“ von Ursa, selbst in schwer zugänglichen Bereichen
Foto: Kematherm Halberstadt

Das maschinelle Einblasverfahren ermöglicht auf der obersten Geschossdecke eine fugenlose und gleichmäßige Verfüllung der Dämmung „Pure Floc“ von Ursa, selbst in schwer zugänglichen Bereichen
Foto: Kematherm Halberstadt
In Halberstadt kam der Dämmstoff auf rund 1000 m2 zum Einsatz. Die Arbeiten führte die Kematherm Halberstadt GmbH im Einblasverfahren aus. Das Unternehmen verfügt über langjährige Erfahrung mit Projekten dieser Art und ist ein erfahrener Fachbetrieb für die Umsetzung von Einblasdämmung in Deutschland. Diese maschinelle Technik zeichnet sich durch ihre schnelle und präzise Umsetzung aus. Sie ermöglicht eine vollständige und lückenlose Verfüllung der Fläche, selbst in schwer zugänglichen Bereichen. Es entsteht keine Staubbelastung und der logistische Aufwand auf der Baustelle wird erheblich reduziert. So konnten die Dämmarbeiten in kurzer Zeit abgeschlossen werden. Neben der Dämmung der obersten Geschossdecke wurde in Halberstadt auch die Kellerdecke fachgerecht gedämmt.

Gestaltung trifft Gebäudetechnik

Im Zuge der Sanierung wurden – neben der Dämmung – auch umfassende Maßnahmen an der Gebäudehülle und der Energieversorgung umgesetzt. Die Fassaden wurden nicht nur energetisch optimiert, sondern auch künstlerisch gestaltet – großflächige Wandmalereien an den Stirnseiten setzen markante Akzente und betonen den zeitgemäßen Charakter des Gebäudes. Auch die Heiztechnik wurde grundlegend erneuert: Statt einer alten Gasheizung nutzt das Gebäude nun das Fernwärmenetz der Halberstadtwerke. Ergänzt wird das nachhaltige Energiekonzept durch eine Solaranlage zur Stromerzeugung sowie Solarthermie zur Warmwasserunterstützung. Die Arbeiten begannen 2023, dauerten gut ein Jahr und wurden 2024 unter anderem mit der energetischen Dachsanierung abgeschlossen.

Fazit

Die Sanierung an der Eike-von-Repgow-Straße zeigt, welches Potenzial im Bestand steckt. Wo früher ein schlichter Plattenbau stand, ist heute ein modernes, energieeffizientes und gestalterisch ansprechendes Wohnhaus entstanden, das als Referenz für die Zukunft der Bestandssanierung dienen kann. Durch die Dämmung der obersten Geschossdecke mit „Pure Floc“ werden die Wärmeverluste über das Dach deutlich reduziert und der KfW-55-Standard erreicht.

Die diffusionsoffenen Eigenschaften des Dämmstoffs schützen zudem die Bausubstanz langfristig. Die Bewohner profitieren nun von einem spürbar verbesserten Raumklima – im Sommer wie im Winter – sowie einem Plus an Sicherheit durch integrierten Brand- und Feuchteschutz. Ebenfalls entscheidend für den erfolgreichen Verlauf des Projekts war die fachgerechte Ausführung der Einblasdämmung durch die Kematherm Halberstadt GmbH. Die gelungene Kombination aus Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und gestalterischer Aufwertung macht das Gebäude zu einem Vorzeigeobjekt moderner Sanierung.

 

Autor

Timo Leich ist Marketing Communication Manager Deutschland bei der Ursa Deutschland GmbH in Delitzsch.

Baubeteiligte (Auswahl)

 

Bauherr Halberstädter Wohnungsgesellschaft (HaWoGe), Halberstadt, www.hawoge.de

Dämmarbeiten Kematherm Halberstadt, Halberstadt, www.kematherm.de

Dämmmaterial Pure Floc, Ursa Deutschland, Leipzig, www.ursa.de

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