Günstig, kräftig und zugfreudig

Der Maxus-Pick-up „T-60 Max“ im bauhandwerk-Praxistest

Mit dem „T-60 Max“ bringt Maxus einen Diesel-Pick-up mit 215 PS und bis zu 3,5 t gebremster Anhängelast auf den deutschen Markt. Der Fünfsitzer soll sich damit sowohl für den Arbeitseinsatz als auch für Fahrten abseits befestigter Straßen eignen. Wir haben Fahrverhalten, Bedienung und Komfort  getestet.

Das Angebot an Pick-ups auf dem europäischen Markt ist in den vergangenen Jahren kleiner geworden. Mitsubishi, Fiat, Nissan, Mercedes und Renault haben ihre Modelle hierzulande eingestellt. VW entwickelt und produziert den Amarok inzwischen in Kooperation mit Ford. Gleichzeitig kommen neue Pick-up-Modelle asiatischer Hersteller auf den europäischen Markt. Der „Maxus T-60 Max“ ist einer davon: mit 2,0 Liter Turbo-Dieselmotor und  3,5 Tonnen gebremster Anhängelast.

Bemerkenswert ist der Dieselantrieb, weil Maxus auf dem deutschen Markt bislang vor allem mit elektrischen Transportern vertreten ist. Da sich in Europa die Elektromobilität langsamer durchsetzt, werden wieder mehr Fahrzeuge mit Dieselmotoren in den Markt eingeführt.

Der Motor

Der „Maxus T-60 Max“ wird von einem 2-Liter-Common-Rail-Turbodiesel mit 215 PS (158 kW) und einem maximalen Drehmoment von 500 Nm angetrieben. Das erlaubt ihm, zügig zu spurten, etwa bei Überholmanövern, und 3,5 t Anhängelast gebremst zu ziehen. Ungebremst ist er für 750 kg Anhängelast zugelassen. Seine maximale Nutzlast beträgt 975 kg. Das ist übliches Branchenniveau für solche Fahrzeuge. Das Pritschenfahrzeug hat eine Höchstgeschwindigkeit von 170 km/h, das 8-Gang-Automatikgetriebe schaltet kaum merklich und wurde während der bauverlags-Testfahrt als komfortabel wahrgenommen. Das Motorengeräusch vor allem nach dem Kaltstart hörte sich überdurchschnittlich laut an und die Schalldämmung der Fahrgastzelle könnte besser sein.

Die Ausstattung

Die Innenausstattung des Gewerbefahrzeugs ist überdurchschnittlich komfortabel mit Ledersitzen und einem beheizbaren Multifunktions-Lederlenkrad. Auch im Cockpit und bei der Innenraumverkleidung kommen wertig wirkende Materialien zum Einsatz. Für die Ablage von Unterlagen und kleineren Gegenständen sind erfreulich viele Möglichkeiten in diesem Pick-up eingebaut, auch in den Türen und der großen Mittelkonsole. Fahrer- und Beifahrersitz sind jeweils sechsfach elektrisch verstellbar und auf den drei hinteren Sitzen ist ausreichend Platz, so dass Mitfahrer sich nicht eingeengt fühlen. Für jüngere Passagiere sind Isofix und Toptether vorhanden und bieten zusätzliche Sicherheit für den Nachwuchs, sollte das Fahrzeug für Freizeit und Familie genutzt werden.

Geländegängigkeit

Für den Test von Fahrwerk und Geländegängigkeit ging es in den Steinbruch eines badischen Zementwerks, dessen unbefestigte Wege und Wasserflächen unterschiedliche Testbedingungen boten. Die vom Hersteller angegebene Wattiefe von 550 mm wurde im Test nicht vollständig ausgereizt. Die Federung beim allradangetriebenen „Maxus T-60 Max“ übernehmen zwei McPherson-Federbeine vorne. Zusammen mit der blattgefederten Hinterachse sorgten sie im Test auch auf unebenem Untergrund für ein stabiles Fahrverhalten.

Unterstützt wird die Geländegängigkeit durch eine serienmäßige Differentialsperre an der Hinterachse. Die elektrische Servolenkung unterstützte sowohl auf der Straße als auch im Gelände ausreichend. Es können drei Fahrmodi ausgewählt werden: Eco, Normal und Power.

Handling und Bedienung

Zahlreiche Assistenz- und Sicherheitssysteme sind an Bord des Pick-ups: Frontkollisionswarner (FCW), automatisches Notbremssystem (AEBS), adaptive Geschwindigkeitsregelanlage (ACC), Spurhalteassistent (LKA), Spurverlassenswarner (LDM), ESP, Berganfahr- und Bergabfahrhilfe, Reifendruckkontrollsystem, Einparkhilfe vorn und hinten sowie ein 360°-Kamerasystem. Die Eingriffe des Spurhalteassistenten fielen im Test teilweise recht kräftig aus. Eine feinere Einstellung wäre wünschenswert.

Das Fahrzeug hat einen Wendekreis von 12,7 m, einen Böschungswinkel vorne von 29° und hinten 26°. Der Rampenwinkel liegt bei 20° und der Kippwinkel bei 35°. Die Bodenfreiheit wird mit 217 bis 230 mm angegeben und dürfte von der Beladung abhängig sein. Den kombinierten WLTP-Verbrauch gibt Maxus mit 9,1 l/100 km an. Im Test wurde der „T-60 Max“ meist unbeladen gefahren, dabei lag der Verbrauch bei 8,4 l/100 km.

Die Lenkradeinstellung bietet begrenzten Spielraum, was je nach Sitzposition die Sicht auf die Instrumente beeinträchtigen kann. Viele Fahrzeugfunktionen werden über den Touchscreen bedient. Manche Funktion ist schwer im Menü zu entdecken,  eine intuitivere Nutzung wäre wünschenswert. Auch die Bedienung der Radiofunktionen, vor allem von DAB, waren herausfordernd. Durcheinander wechselnde Verkehrsnachrichten sind kaum zu verstehen. 

Die kabellose Handyladung und die Bluetooth-Verbindung mit dem Fahrzeug klappten sehr gut. Navigiert wurde im Test mit Android Auto, was ebenfalls reibungslos funktioniert hat. Die Vielzahl der Warntöne kann nerven; leider lassen sich diese nur teilweise abschalten. Die Deaktivierung bleibt nur bis zum Ausschalten der Zündung wirksam. Anschließend müssen die betreffenden Warntöne erneut abgeschaltet werden.

Fazit

Der „Maxus T-60 Max“ als Diesel-Pick-up ist für knapp 47 600 Euro (inkl. MwSt.) zu haben, plus 774 Euro (inkl. MwSt.) für die Metallic-Lackierung. 3500 kg gebremste Anhängelast ist ein Wort und die serienmäßige Ausstattung mit LED-Scheinwerfern sowie LED-Tagfahrlicht ist überdurchschnittlich. Motorgeräuschdämmung, Lenkradeinstellung und die Regelung der Warntöne-Vielfalt sind verbesserungswürdig. Für Betriebe, die einen elektrisch angetriebenen Pick-up suchen, führt Maxus mit dem „eTerron 9“ zudem ein entsprechendes Modell im Programm. Der Preis liegt bei 75 730 Euro inklusive Mehrwertsteuer.

Autor

Dipl.-Betriebswirt (FH) Jens Kathmann ist freier Journalist, lebt und arbeitet in Karlsruhe und führt regelmäßig Nutzfahrzeugetests für die Redaktionen bauhandwerk und dach+holzbau durch.

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