KSK-Bahnen – selbstklebend und dicht

Abdichtung, Teil 3: KSK-Bahnen – selbstklebend und dicht

Worauf ist bei der Bauwerksabdichtung mit kalt selbstklebenden Bitumenbahnen (KSK-Bahnen) zu
achten? In Teil 3 unserer Serie zur Abdichtung zeigen wir, nach welchen Kriterien die Abdichtungsbauart gewählt wird und was es Wissenswertes zur Ausführung bis hin zum Schutz der Abdichtung gibt.

Die Abdichtung erdberührter Bauteile wie Keller und Bodenplatten stellt besondere Anforderungen an Planende und Ausführende, egal ob im Neubau oder im Bestand. Hinsichtlich der Auswahl der Abdichtung müssen zunächst die Bodenverhältnisse in Bezug auf die anzusetzende Wassereinwirkung geprüft werden. Diese wird am Objekt durch einen Baugrundgutachter bestimmt, wenn sie bei Gebäuden im Bestand nicht bereits bekannt ist. Hat die Baugrunduntersuchung ergeben, dass als Einwirkung Bodenfeuchte und nicht stauendes Wasser vorliegt, können zur Bauwerksabdichtung KSK-Bahnen gewählt werden.

Bei den so genannten KSK-Bahnen handelt es sich um selbstklebende Bitumenbahnen mit einer kreuzlaminierten HDPE-Folie als Deckschicht. Diese Deckfolie sorgt für eine hohe Perforationssicherheit der Abdichtungsbahn bei gleichzeitig hoher mechanischer Festigkeit.

KSK-Bahnen werden zur Abdichtung von Kellerwänden und Bodenplatten gegen Bodenfeuchte und nicht drückendes Wasser (Sickerwasser, Wassereinwirkungsklasse W1-E) verwendet. Zusätzliche Einsatzmöglichkeiten sind die Abdichtung von Gebäudesockeln (Wassereinwirkungsklasse W4-E, DIN 18 533-1) sowie von Balkonen, Loggien und Laubengängen (DIN 18 531-5).

Sichere Grundlage für die
Abdichtungsarbeiten schaffen

Maßgeblich für eine dauerhaft funktionssichere Abdichtung ist die Beurteilung des Untergrunds, auf dem die Abdichtung aufgebracht wird. KSK-Bahnen wie „Delta-Thene“ von Dörken werden wie viele andere Abdichtungsarten auch vollflächig auf den Untergrund – die Kellerwand oder eine Bodenplatte – aufgeklebt. Dazu ist eine ebene, tragfähige, trockene, staub-, fett- und frostfreie Fläche erforderlich.

Vor diesem Hintergrund müssen zunächst die verwendeten Baustoffe betrachtet werden. So muss bei betonierten Wänden zum Beispiel noch Trennmittel von der Schalung entfernt werden. Bei Ziegelmauerwerk oder Bimsbetonsteinen ist oft eine Ausgleichsspachtelung erforderlich, um Putzrillen oder die bei Bimsbeton typisch grobkörnige Oberflächenstruktur zu schließen. Bei betonierten Bodenplatten müssen Kiesnester, Grate und Lunker überarbeitet werden, da diese für die Abdichtung später ein erhöhtes Perforationsrisiko bergen würden.

Die Verklebung von KSK-Bahnen auf mineralischen Untergründen erfordert die Verwendung einer haftvermittelnden Grundierung. Damit diese überhaupt aufgetragen werden kann, muss das betreffende Bauteil oberflächentrocken sein. Dies sollte bereits in der Bauphase berücksichtigt werden.

Wandkopf vor Feuchtigkeit schützen

Es gilt also beim Mauern mit Hohlsteinen oder -ziegeln bei Arbeitsunterbrechungen den Wandkopf zum Beispiel mit Folie abzudecken, um das Eindringen von Niederschlagswasser zu vermeiden. Wenn die Abdichtung im Rahmen eines Feuchteschadens im Bestand erneuert werden soll, kann es helfen, zunächst eine Sperrschicht wie eine mineralische Dichtschlämme auf die noch feuchte Wand aufzutragen. Diese verhindert, dass Feuchte aus der Wand nach außen „durchschlägt“, die Poren in der Bauteiloberfläche sättigt und so den flächigen Auftrag einer Grundierung beeinträchtigt. Die feuchte Wand wird dann nach innen abtrocknen, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme technischer Trocknungsmaßnahmen.

Kanten brechen und richtig grundieren

Bei vorspringenden Bodenplatten beziehungsweise Streifenfundamenten sollen die Vorderkanten gefast sein, und der Übergang zur aufgehenden Wand sollte mit einer Hohlkehle ausgeführt sein, damit die Abdichtung auch an diesen Details flächig anliegt und Kapillaren vermieden werden.

Die Abdichtung wird von 30 cm über Geländeoberkante (GOK) (Planmaß) beziehungsweise 15 cm über GOK (Fertigmaß) bis mindestens 10 cm auf die Stirnseite der Bodenplatte geführt. Diese Fläche muss lückenlos grundiert werden, um eine vollflächige Abdichtung zu ermöglichen. Die Hersteller der unterschiedlichen Abdichtungssysteme bieten hier geeignete Grundanstriche an. Es empfiehlt sich dabei, im System zu bleiben, da die jeweiligen Grundierungen auf die verwendeten Abdichtungsmaterialien abgestimmt sind. So ist der „Delta-Thene-Grundanstrich“, ein lösemittelbasierter Bitumengrundanstrich, mit haftvermittelnden Additiven speziell für KSK-Bahnen ausgerüstet.

Für die Abdichtung von Bodenplatten im Innenbereich gibt es mit „Delta-Thene-Grund-Inside“ eine bitumen- und lösemittelfreie Grundierung. Und falls im Winter kalte Temperaturen auftreten – Abdichtungen sollen bekanntlich bei Temperaturen oberhalb von +5°C ausgeführt werden – kann der „Delta-Thene-Kältegrundanstrich“ helfen, bei Temperaturen bis zu -5°C mit „Delta-Thene“ abzudichten.

Dann müssen allerdings zusätzliche Maßnahmen wie das Erwärmen der Überlappungsbereiche sowie die temperierte Lagerung der Abdichtungsbahnen berücksichtigt werden.

Der jeweils verwendete Grundanstrich muss vollständig durchgetrocknet sein, bevor die KSK-Bahnen aufgeklebt werden können. Dazu empfiehlt sich ein Klebeversuch: Einfach einen Zuschnitt auf die grundierte Fläche kleben und nach kurzem Warten wieder abziehen. Lässt sich der Zuschnitt nur mit Kraftaufwand lösen, kann abgedichtet werden.

Erst die Details abdichten

Die jeweiligen Hersteller beschreiben in ihren Verlegehinweisen, wie ihre Abdichtungssysteme zu verarbeiten sind. Diese sollte man sich in jedem Fall vor den Abdichtungsarbeiten anschauen.

Es macht Sinn, Details wie Ecken, Kanten und Durchdringungen von Grundleitungen, Kabeln und Fundament-Erdern als erstes abzudichten, da diese Arbeiten in der Regel eine Person alleine ausführen kann, während die Abdichtung der Fläche am einfachsten zu zweit erfolgt. Bei der Flächenabdichtung startet man am besten von einer Bauteilkante – Innen- oder Außenkante – und arbeitet sich von da um den Baukörper herum.

Fast wie tapezieren

KSK-Bahnen werden von oben nach unten verlegt. Idealerweise schneidet man sich die Bahnen zunächst auf die benötigte Länge zu und rollt diese Zuschnitte wieder straff auf. Das erleichtert die Verarbeitung deutlich.

Eine Person arbeitet zum Beispiel von einer Anlegeleiter aus, um die Bahnen am oberen Rand auszurichten und anzukleben, während die zweite Person den unteren Teil übernimmt. Dabei werden die einzelnen Bahnen ähnlich wie beim Tapezieren schrittweise von oben nach unten und von der Mitte nach außen angedrückt. Auf diese Weise werden Falten und Lufteinschlüsse hinter der Abdichtung vermieden. Oben startet man, indem man etwa 10 cm des rückseitigen Trennpapiers abzieht und scharf umfaltet. Anschließend wird die Bahn an der oberen Kante ausgerichtet und angedrückt. Nun das Trennpapier in Halbmeter-Schritten nach unten herausziehen und die Abdichtung wie zuvor beschrieben, am besten mit einer Andrückrolle, andrücken. Die nächste Bahn wird dann seitlich mit etwa 10 cm Überdeckung angesetzt und in gleicher Weise aufgeklebt. Auf diese Weise arbeitet man sich dann um das Bauteil herum.

Wichtig bei allen Bahnenabdichtungen ist eine mechanische Fixierung am oberen Bahnenrand. Abdichtungsbahnen neigen produktionsbedingt dazu, sich wieder aufrollen zu wollen. Wenn man sie nicht daran hindert, liegt die Abdichtung dann nach kurzer Zeit in der Baugrube. Die Befestigung muss nicht aufwändig sein. Etwa drei Scheibenkopfnägel pro Meter am oberen Bahnenrand in die Mauerwerksfuge geschlagen reichen aus, da sie lediglich die Aufgabe haben, im Ansatz das Abrollen zu unterbinden. Damit sich dazwischen keine Taschen bilden, in die Wasser eindringen kann, sollte diese Kante überklebt werden, zum Beispiel mit „Delta-Flexx-Band“ von Dörken.

Abbindezeiten entfallen

Sind die Flächen abgedichtet, können umgehend die nachfolgenden Schritte, der Einbau der Perimeterdämmung, der Anfüllschutz, die Flächendränage oder ähnliches erfolgen, da KSK-Bahnen unmittelbar nach Fertigstellung uneingeschränkt funktionstauglich sind. Trocknungs- oder Abbindezeiten wie bei flüssig aufzutragenden Abdichtungen wie PMBCs entfallen. Dementsprechend muss eine Abdichtung aus KSK-Bahnen auch nicht gegen Niederschläge oder Frost geschützt werden, um ihre Funktionstauglichkeit zu erhalten.

Fazit

Das Abdichten mit KSK-Bahnen ist nicht schwierig, wenn man die Abdichtungsarbeiten sorgfältig plant und vorbereitet. Auch wenn das zunächst vielleicht etwas lästig erscheint, macht Planung und Vorbereitung die eigentliche Arbeit effizienter und sorgt für ein funktionstaugliches und dauerhaftes Bauteil.

 

Autor

Arne Witzke ist Dachdeckermeister und Anwendungstechniker bei der Firma Dörken in Herdecke.

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