Liebe Leserinnen, liebe Leser,

gute Fachkräfte zu finden ist schwer. Das ist weiterhin eine große Herausforderung für die Baubranche. Sie zu halten, wird für viele Handwerksbetriebe aber zur eigentlichen Zukunftsfrage. Studien zur Mitarbeiterbindung zeigen: Eine faire und transparente Bezahlung ist der wichtigste Faktor für Zufriedenheit und Loyalität. Gerade im Handwerk, wo körperliche Arbeit und Termindruck zum Alltag gehören, erwarten Beschäftigte eine Entlohnung, die ihrer Leistung entspricht. Das ist das Ergebnis des Gehaltsreports, den die Gründer des BauGPTs aus München jetzt veröffentlicht haben und den wir auf www.bauhandwerk.de vorstellen.

Laut der Auswertung sei 2026 ein besonderes Jahr: Erstmals gelten in Ost und West identische Tariflöhne – ein historischer Meilenstein. 100 000 Stellen bleiben jedoch weiterhin unbesetzt. „Unser Ziel ist es, Arbeitgebern eine fundierte Grundlage für gute Gehaltsstrukturen zu geben“, sagt BauGPT-Gründer Patrick Christ. Der Report lichtet die Baubranche im Detail ab. Die wichtigste Erkenntnis ist: Es gibt eine große Gehaltsspanne. Die Jahresgehälter liegen je nach Tätigkeit und Verantwortung zwischen 26 000 und 85 000 Euro. Und: Nur 36 Prozent der Befragten im Handwerk sind zufrieden mit dem, was sie verdienen. „Da ist auf jeden Fall Luft nach oben!“, betont Patrick Christ.

Laut der Analyse spiele bei den Benefits das Urlaubsgeld mit 95 Prozent die größte Rolle bei den Beschäftigten, gefolgt von der betrieblichen Altersvorsorge (90 Prozent) und Schlechtwettergeld (85). 72 Prozent der befragten Handwerkerinnen und Handwerker wünschen sich flexiblere Arbeitszeiten.

Doch solche Benefits sollten nicht mit dem „Gießkannen-Prinzip“ gewährt werden. Die freie Versicherungsmaklerin Bianca Hasselbacher betont, dass Einzelentscheidungen angreifbar sind, wenn sie ohne klare Struktur getroffen werden. Ab Seite 4 in dieser Ausgabe der bauhandwerk erklärt sie, warum unstrukturierte Angebote Konflikte im Team schaffen und auch wirtschaftliche Folgen für den Handwerksbetrieb haben können. 

Bei den Benefits kommt ein weiterer entscheidender Punkt hinzu: Weiterbildung. Digitalisierung und Künstliche Intelligenz verändern auch das Handwerk rasant, wie auf der Messe digitalBAU in Köln deutlich wurde. Zahlreiche Aussteller zeigten clevere Tools für den Arbeitsalltag, beispielsweise die Möglichkeit, das Wissen älterer Kollegen zu archivieren und durch interaktive Schritt-für-Schritt-Anleitungen, Workflows und VR-Brillen abzurufen. Dadurch wird auch das Onboarding neuer Beschäftigter einfacher.  Wir stellen einige Neuentwicklungen auf www.bauhandwerk.de vor.  

Viel Spaß beim Lesen wünscht

 

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