Sanierung und Umnutzung der Chemiefabrik Hagedorn in Osnabrück

Nach über zehn Jahren Leerstand und aufwändigen Sanierungsarbeiten wurde das frühere Fabrikgelände der Firma Hagedorn in Osnabrück in den hochmodernen Lifestyle-Komplex „Hageloft“ verwandelt. Bei der Instandsetzung der historischen Industrieruine kamen Remmers-Systeme zum Einsatz. 

Im Jahr 1897 wurde die Chemiefabrik Hagedorn an der Lotter Straße in Osnabrück errichtet. Über 100 Jahre produzierte man dort mit bis zu 400 Mitarbeitenden Tischtennisbälle, Lenkergriffe oder auch Kunststoff-Halbzeuge.  Als Hagedorn 2010 die Produktion verlegte, wurde der Betrieb am Standort eingestellt. Das Gelände lag viele Jahre brach, bis die Verantwortlichen der Hageloft GmbH, Jens Bormann und Elmar Grimm, es kauften und die „Verwandlung“ in einen hochmodernen Komplex mit 18 Loft-Wohnungen sowie einer neuen Ideenschmiede für die erfolgreiche MUUUH! Group beschlossen. Oberstes Ziel der von Kresings Architekten aus Düsseldorf geplanten Sanierung war es, den industriellen Charakter der Gebäude mit gusseisernen Treppenhäusern und markanten Stahlstützen zu erhalten und diesen mit einer modernen Arbeits- und Wohnatmosphäre zu vereinen.

Umfassende Kernsanierung der ehemaligen Fabrik

Nach über zehn Jahren Leerstand wurde das historische Fabrikgelände der Firma Hagedorn in Osnabrück in den schicken Lifestyle-Komplex „Hageloft“ verwandelt
Foto: Jette Golz Fotografie

Nach über zehn Jahren Leerstand wurde das historische Fabrikgelände der Firma Hagedorn in Osnabrück in den schicken Lifestyle-Komplex „Hageloft“ verwandelt
Foto: Jette Golz Fotografie
Über 100 Jahre industrieller Produktion hatten ihre Spuren auf dem Gelände hinterlassen. Sanierungsexperte Dirk Meyer von der Remmers-Fachplanung stellte im Rahmen seines Gutachtens insbesondere an den Wänden der Kellergeschosse starke Salzausblühungen, Putz- und Feuchteschäden fest. Aber auch darüber hinaus zeigte sich ein umfassender Sanierungsbedarf. Dazu erklärt Luca Pflugradt vom Handwerksbetrieb Zwei K  Abdichtungs- und Bodentechnik: „Die Fabrik wurde bis auf die Grundmauern zurückgebaut. Rustikale Elemente wie alte Stahlträger wurden erhalten, um sie in das moderne Einrichtungskonzept zu integrieren.“

Gemäß dem Grundsatz „von unten nach oben“ begann die Altbausanierung im Gebäudekeller. Dieser sollte im fertigen Zustand als Lager- und Abstellfläche genutzt werden und die Haustechnik beherbergen. Die Abdichtung wurde von der Raumseite ausgeführt. Zunächst trugen die Handwerker das lösemittelfreie Verkieselungskonzentrat „Kiesol“ gleichmäßig auf den Untergrund auf. Im nächsten Schritt folgte „Frisch-in-Frisch“ als Haftbrücke die mineralische Dichtungsschlämme „WP Sulfatex.“

Innendämmung und Schimmelsaniersystem

Die Egalisierung von Unebenheiten und das Einbringen der Dichtungskehle wurden mit dem Dichtspachtel „WP DS Levell“ vorgenommen. Der Sanierputz „SP Top White“ fungiert als abschließende „Schutzschicht“ der Wandflächen. Zudem kam im Gebäudekeller das Remmers System „iQ-Therm 30“ zum Einsatz – eine praktische Verbindung von Innendämm- und Schimmelsaniersystem. Dabei wird das Wachstum von Schimmelpilzen durch die Erhöhung von Wandoberflächentemperatur und Kapillaraktivität unterbunden. Nach der Untergrundvorbehandlung trugen die Experten von Zwei K den „iQ Fix“- Ansatzkleber vollflächig auf die betreffenden Wandoberflächen auf. Unmittelbar darauf wurden die „iQ-Therm“-Platten rückseitig mit dem Material versehen und in das frische Klebebett eingedrückt.

Dann erfolgte die Überarbeitung mit dem kapillarleitfähigen Spezialspachtel „iQ Top SLS“, bevor als Abschlussbeschichtung schließlich „iQ Fill Q4“ zum Einsatz kam. Dieser sehr feuchtigkeitsunempfindliche Feinspachtel erzeugt eine feine geschlossene Oberfläche. Der besondere Vorteil des „iQ-Therm-30“-Systems ist, dass es trotz der geringen Schichtdicke über eine enorme Performance verfügt. Mit einem Lambda-Wert von 0,031 W/mK – bei gleichzeitiger Kapillaraktivität – ist Schimmelpilzfreiheit gewährleistet. Zudem minimiert der dünne Schichtaufbau den Verlust an Wohnraum. Ein echter Vorteil gerade in der Altbausanierung.

Dauerhafter Feuchteschutz

In den nicht unterkellerten Bereichen des Erdgeschosses wurde eine Sohlenabdichtung mit der multifunktionalen Bauwerksabdichtung „MB 2K“ aufgebracht
Fotos: Zwei K

In den nicht unterkellerten Bereichen des Erdgeschosses wurde eine Sohlenabdichtung mit der multifunktionalen Bauwerksabdichtung „MB 2K“ aufgebracht
Fotos: Zwei K
An den Wänden des Erdgeschosses trugen die Handwerker zunächst die Silancreme „Kiesol C+“ auf, um am Kopfpunkt des Innenabdichtungssystems eine Horizontalsperre gegen aufsteigende Mauerwerksfeuchtigkeit zu erzeugen. Zudem wurde der innenliegende Teil des Gebäudesockels etwa 1 m hoch mit der multifunktionalen Bauwerksabdichtung „MB 2K“ abgedichtet. Zuletzt brachten die Handwerker in den nicht unterkellerten Bereichen des Erdgeschosses eine fachgerechte Sohlenabdichtung auf – ebenfalls ausgeführt mit „MB 2K“.

Mehrfach ausgezeichnete Leistung

Die erfolgreiche Verwandlung des historischen Industriekomplexes in ein zukunftsgerechtes Loft-Gebäude hat viel öffentliches Interesse auf sich gezogen. So wurde das Hageloft von der Plattform german-architects.com als „Bau des Jahres 2021“ prämiert und zudem mit dem Wohnbaupreis der Stadt Osnabrück ausgezeichnet. Dazu erklärt Architekt Stefan Fuchs: „Sowohl die Investoren als auch wir sind stolz, dem ehemaligen Produktionsgelände zu neuem Glanz zu verhelfen.“

Autor

Christian Behrens ist Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei Remmers in Löningen.

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