Verfahrbares Wetterschutzdach beim Umbau des IMAX-Kinos im Dietrich-Theater in Neu-Ulm
Für den Umbau eines Kinosaals zum IMAX-Kino wurde das Dietrich-Theater in Neu-Ulm um knapp 6 m aufgestockt. Ein verfahrbares Wetterschutzdach mit 25 m Spannweite schützte den Bestand während der Arbeiten. Verschiebbare Dachsegmente ermöglichten zugleich den Ein- und Ausbau großformatiger Bauteile mit dem Kran.
Die Ansprüche bei Bestandsumbauten sind hoch. Abbruch- und Bauarbeiten sind eng miteinander verzahnt und müssen zeitlich und räumlich koordiniert werden. Gleichzeitig soll der Gebäudebestand während der Umbaumaßnahme geschützt und die Nutzung nach Möglichkeit aufrechterhalten werden.
Die Baumaßnahme am Dietrich-Theater Neu-Ulm war durch die innerstädtische Lage und den Umbau bei laufendem Betrieb besonders anspruchsvoll
Foto: Peri Deutschland
Das Dietrich-Theater in Neu-Ulm wurde in der zweiten Jahreshälfte 2025 um knapp 6 m aufgestockt. Die Anhebung des Daches schuf den notwendigen Platz, um Kinosaal 5 zu einem IMAX-Kino umzubauen. Die neue, 240 m² große Leinwand füllt die gesamte Saalfront aus.
Zu Weihnachten 2025 nahm der umgebaute Kinosaal den Betrieb auf. Er bietet Platz für bis zu 300 Zuschauer und ist unter anderem mit 4K-Laserprojektion und einem 12-Kanal-Surroundsystem ausgestattet.
Umbaumaßnahme bei laufendem Betrieb
Die umfangreichen Modernisierungsarbeiten starteten im August 2025 mit der temporären Schließung des Kinosaals 5. Der Betrieb in den anderen zehn Kinosälen lief währenddessen ungestört weiter. Um die komplexen baulichen Eingriffe an der Gebäudesubstanz vornehmen zu können, errichtete die im nahen Senden ansässige Gerüstbau Dullenkopf GmbH & Co. KG ein umlaufendes Arbeits- und Schutzgerüst sowie ein temporäres Wetterschutzdach – beides basierend auf dem „Peri Up“- Gerüstbaukasten und kombiniert mit einer weitgespannten Variokit-Überbrückung.
Die beiden Peri-Baukastensysteme „Variokit” und „Peri Up” basieren auf einem metrischen Systemraster und lassen sich nahezu übergangslos kombinieren
Foto: Peri Deutschland
Der Zeitplan war knapp bemessen, da der neue Kinosaal noch Ende 2025 eröffnet werden sollte. Daraus ergaben sich unterschiedliche Anforderungen an den Gerüstbau: Das temporäre Wetterschutzdach musste das Gebäude während der Arbeiten vor Witterung schützen. Gleichzeitig mussten sich großformatige Stahlträger der bestehenden Dachkonstruktion mit einem Kran ausheben und neue Bauteile einheben lassen. Eine Verankerung des Gerüsts an der Außenfassade war nicht möglich. Zudem durften die Dachflächen der angrenzenden Gebäude nicht oder nur gering belastet werden.
„Cabriodach“ im Großformat
Die Gerüstbauer von Dullenkopf errichteten ein verfahrbares Wetterschutzdach mit 25 m Spannweite. Einzelne Dachsegmente ließen sich verschieben, sodass das Dach für den Ein- und Ausbau von Bauteilen mit dem Kran geöffnet werden konnte. Die Dachkonstruktion lagerte auf einem „Peri Up“-Gerüst. Durch eine außenseitige Verbreiterung und entsprechende Ballastierung konnte dieses weitgehend freistehend ausgeführt werden.
An der Nordseite des aufzustockenden Kinobaus musste ein unmittelbar angrenzender Anbau vollständig überbrückt werden, da für dessen Dach keine ausreichende Tragfähigkeit nachgewiesen werden konnte. Das Dullenkopf-Team ergänzte die Gerüstkonstruktion daher um eine 22 m frei spannende Fachwerkkonstruktion aus Bauteilen des „Variokit“-Ingenieurbaukastens. Dessen Systemmaß von 12,5 cm ermöglicht in Verbindung mit standardisierten Verbindungselementen die Kombination mit dem „Peri Up“-Gerüstbaukasten, dessen Grundraster 25 beziehungsweise 50 cm beträgt.
