Architektur-Tagung im LWL-Museum Hellerlecht: 140 Meter lange Stampflehmwand im Fokus
31.08.2026Das neue Eingangs-, Service- und Ausstellungsgebäude des LWL-Museums Hellerlecht in Detmold ist fertiggestellt und seit Anfang Juli 2026 für Besucherinnen und Besucher geöffnet. Die Holzbauspezialisten von Züblin Timber waren für die Fassaden aller drei Bauwerke verantwortlich. Im Mittelpunkt steht die rund 140 Meter lange und bis zu 8 Meter hohe Stampflehmwand, die nun Thema der Architektur-Tagung von conluto am Montag, 5. Oktober, 2026 im LWL-Museum ist. Conluto ist Hersteller und Vertreiber von ökologischen Lehmbaustoffen mit Sitz in Blomberg.
Die Stampflehmwand ist rund 140 Meter lang und bis zu 8 Meter hoch (links) Es wurden rund 1.200 m² Holzrahmenbau-Wände verbaut
Foto: Zimmermeister André Kasten
Architekten, Planer und Fachleute erhalten Einblicke in Planung, Umsetzung und wissenschaftliche Begleitung des Projekts – direkt am gebauten Beispiel.
Themen des Tages:
- Entstehung und Umsetzung des LWL-Museums Hellerlecht
- 140 Meter Stampflehm: Planung, Konstruktion und Ausführung
- Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitforschung
- Sanieren und Weiterbauen mit Lehm
- Gebäudekühlung mit Flächensystemen und Lehmbaustoffen
- Holz, Stroh und Lehm im Zusammenspiel
- Holz-Lehm-Hybridbau und industrielle Vorfertigung
Die Tagung beginnt am 5. Oktober um 10 Uhr, Begrüßung ist um 9.30 Uhr. Weitere Infos und Anmeldung unter: www.conluto.com/de/architektur-tagung2026
Das LWL-Museum Hellerlecht in Detmold, das am Rande des Teutoburger Waldes liegt, ist das größte Freilichtmuseum Deutschlands. Es begrüßt jährlich circa 200.000 Besucher. Mit etwa 120 historischen Gebäuden auf rund 90 Hektar vermittelt es Einblicke in den Wandel der westfälischen Kulturgeschichte.
Der vom LWL-Bau- und Liegenschaftsbetrieb errichtete Neubau, bestehend aus Eingangs-, Service- und Ausstellungsbereich, umfasst rund 5.000 m² Bruttogrundfläche. Der offizielle Spatenstich fand im Juni 2022 statt. Das Gebäudeensemble gliedert sich in drei Baukörper, die durch eine großzügige Freitreppe voneinander getrennt sind und als sogenannte „Trittsteine“ einen eindrucksvollen Zugang zur höhergelegenen Ausstellungslandschaft ermöglichen. Neben ihrer Funktion als Erschließungsbauten sind die Gebäude zugleich als Ausstellungsräume konzipiert, sodass auf rund 900 m² Sonderausstellungen gezeigt werden können.
Holz-Glas-Fassade und Holzrahmenbau
Die ACMS Architekten GmbH aus Wuppertal erstellte die Pläne, Züblin Timber übernahm die Umsetzung aller Fassadenteile und war somit für die Lieferung und Montage der gesamten Außenhülle (Fassadenkonstruktionen) an allen drei Gebäuden zuständig. Die gesamte Fassade hat eine Fläche von rund 2.500 m², davon entfallen 1.300 m² auf eine Holz-Glas-Fassade und 1.200 m² auf Wände in Holzrahmenbauweise. Vor den Pfosten der Glasfassade wurden jeweils gebäudehohe Lisenen aus vorvergrautem Fichten-Brettschichtholz angebracht. Vor den Wandelementen wurde eine Holzschalung montiert, die teilweise in die Glasfassade übergeht.
Bei dem Neubau wurde ein umfassendes Nachhaltigkeitskonzept umgesetzt. So wird der Energiebedarf vollständig durch regenerative Quellen direkt vor Ort gedeckt und durch eine intelligente Gebäudestruktur sowie eine durchdachte Konstruktion ergänzt. Zum Einsatz kamen neben Holz auch noch weitere traditionelle und nachhaltige Materialien wie Stroh und Lehm. Als Ziel wird eine Zertifizierung nach DGNB (Deutsche Gesellschaft für nachhaltiges Bauen) in Platin, der höchsten Bewertungsstufe, angestrebt. (bhw/ela)
