Wärmedämm- und Sanierputz für feuchte und energetisch unzureichende Wandflächen im Bestand

Bei der Innensanierung stoßen klassische Sanierungssysteme schnell an ihre Grenzen, da sie entweder auf Abdichtung oder auf Wärmedämmung fokussiert sind. Mit dem Saniersystem mit Dämmeffekt bietet Schomburg eine Systemlösung, die Feuchteschutz und Klimaregulierung miteinander verbindet.

Zentrale Systemkomponenten des Saniersystems von Schomburg sind die mineralische Innenabdichtung „Asocret-M30“ sowie der neu entwickelte mineralische Wärmedämm- und Sanierputz „Thermopal-WSP‑120“, der speziell für die energetische Innensanierung feuchtebelasteter und thermisch unzureichender Wandflächen konzipiert wurde. Gemeinsam ermöglichen sie die nachhaltige Sanierung feuchtebelasteter Innenwände bei gleichzeitiger energetischer Aufwertung.

Wärmedämmung mit integrierter Klimaregulierung

Im Mittelpunkt des Systems steht „Thermopal-WSP‑120“, ein rein mineralischer Wärmedämm- und Sanierputz. Er kombiniert eine geringe Wärmeleitfähigkeit von etwa 0,076 W/mK mit ausgeprägt feuchtigkeitsregulierenden Eigenschaften und erfüllt damit mehrere bauphysikalische Funktionen gleichzeitig: Wärmedämmung, Feuchtepufferung sowie Verbesserung der Oberflächenhygiene und Wohnbehaglichkeit.

Dank seiner kapillaraktiven Struktur wird der natürliche Feuchteausgleich über die Wand aktiv unterstützt. Temporär erhöhte Raumluftfeuchtigkeit – etwa infolge der Raumnutzung oder saisonaler Klimaschwankungen – kann der Putz ausgleichen. Geringere Raumluftfeuchte und höhere Wandtemperatur  reduzieren die Kondensatbildung an Innenwandoberflächen, wodurch sich das Risiko von mikrobiellen Schäden wie Schimmel nachhaltig verringert.

Gleichzeitig führt der Dämmeffekt des Systems zu einer deutlichen Erhöhung der raumseitigen Oberflächentemperatur. Kalte Wandflächen werden bauphysikalisch entschärft, was sowohl das Behaglichkeitsempfinden als auch die hygienische Sicherheit verbessert. Dieser Effekt ist besonders in Wohn- und Schlafräumen, in Kellern sowie in hochwertigen Nutzbereichen von großer Bedeutung.

Bauphysikalische Vorteile des Systems im Überblick

In der Gesamtsystembetrachtung bietet das Saniersystem mit Dämmeffekt wesentliche bauphysikalische Vorteile:

Reduzierung von Tauwasserbildung durch wärmere Innenoberflächen

Aktive Feuchteregulierung ohne Sperrwirkung

Nachhaltiger Schimmelschutz durch die Kombination aus Dämmung und Kapillarität

Verbesserung des Raumklimas durch kapillaraktive Feuchtepufferung

Der vollständig mineralische Aufbau ist zudem nicht brennbar und frei von organischen Bestandteilen oder bioziden Zusätzen.

Energetische Aufwertung von Bestandsmauerwerk

„Thermopal-WSP‑120“ kann in Schichtdicken bis zu 120 mm aufgebracht werden und ermöglicht dadurch eine wirksame energetische Verbesserung selbst bei massivem, ungedämmtem Bestandsmauerwerk. Je nach Ausgangssituation und Putzdicke lassen sich signifikante Reduzierungen des Wärmedurchgangskoeffizienten erzielen.

Ein praxisnahes Beispiel verdeutlicht dies: Ein 36,5 cm dickes Vollziegelmauerwerk weist unbehandelt einen U‑Wert von rund 1,51 W/m²K auf. Durch einen Auftrag von etwa 100 mm „Thermopal-WSP‑120“ lässt sich dieser Wert auf etwa 0,48 W/m²K reduzieren. Bereits bei geringeren Schichtdicken von etwa 40 mm wird die Wandoberfläche deutlich wärmer, was zu einer spürbaren Verbesserung des Raumklimas beiträgt.

Damit eignet sich das System besonders für Gebäude, bei denen im Rahmen einer Sanierung sowohl die Bauwerksabdichtung beziehungsweise Instandsetzung als auch eine nachhaltige Verbesserung des Raumklimas im Fokus stehen, und bei denen eine nachträgliche Außendämmung aus gestalterischen oder konstruktiven Gründen nicht möglich oder nicht gewünscht ist. Es stellt somit eine wirkungsvolle Alternative zu klassischen Innendämmsystemen dar.

Technische Eigenschaften des Wärmedämm- und Sanierputzes

„Thermopal-WSP‑120“ ist ein rein mineralischer Wärmedämm- und Sanierputz, der speziell für die energetische Innensanierung von Bestandsgebäuden entwickelt wurde. Die mineralische Zusammensetzung sorgt für eine gute Materialverträglichkeit und ermöglicht einen dauerhaft stabilen, diffusionsoffenen Wandaufbau.

Die geringe Frischmörtelrohdichte von rund 0,68 kg/dm³ ist ein wesentliches Merkmal für die gute Dämmwirkung und die kapillaraktive Feuchteregulierung des Putzes. Feuchtigkeit wird temporär aufgenommen, verteilt und bei veränderten klimatischen Bedingungen wieder abgegeben. Diese Eigenschaft trägt maßgeblich zur Stabilisierung des Raumklimas und zur Reduzierung von Kondensat an der Wandoberfläche bei.

Der Wärmedämm- und Sanierputz ist der Druckfestigkeitsklasse CS I gemäß DIN EN 998‑1 zugeordnet und damit ausreichend fest für Innenwandanwendungen. Der Putz ist sowohl hand- als auch maschinell verarbeitbar und zeichnet sich durch eine praxisgerechte Verarbeitungszeit von etwa 60 Minuten aus. Dies ermöglicht eine wirtschaftliche Verarbeitung auch auf größeren Flächen, wodurch der Putz für einen breiten Einsatzbereich in der Sanierung geeignet ist.

In der Gesamtheit seiner technischen Eigenschaften verbindet „Thermopal-WSP‑120“ Wärmedämmung, Feuchtemanagement, Brandschutz und Materialverträglichkeit in einem mineralischen Putzsystem und stellt damit eine leistungsfähige Lösung für anspruchsvolle Sanierungsaufgaben im Innenbereich dar.

Systemaufbau für feuchtebelastetes Mauerwerk

Bei aktiv oder kapillar feuchtebelastetem Mauerwerk erfolgt der Systemaufbau in mehreren aufeinander abgestimmten Arbeitsschritten. Nach der vollständigen Entfernung schadhafter Altputze und Beschichtungen wird der Untergrund fachgerecht vorbereitet. Die Innenabdichtung und Egalisierung der Wandflächen erfolgt mit „Asocret-M30“, einer mineralischen Sperr- und Ausgleichsschicht, die den Feuchteeintrag kontrolliert begrenzt und eine sichere Basis für den weiteren Aufbau schafft.

Zur Unterbindung aufsteigender Feuchtigkeit kann ergänzend eine Horizontalsperre mit „Aquafin‑i380“ eingesetzt werden. Bei erhöhter Salzbelastung besteht zudem die Möglichkeit, eine salzspeichernde Zwischenlage, beispielsweise mit einem WTA‑konformen Sanierschnellputz, einzubinden. Erst im Anschluss wird „Thermopal-WSP‑120“ in ein- oder mehrlagigem Auftrag bis zur erforderlichen Schichtdicke appliziert. Nach ausreichender Trocknung kann die Oberfläche mit einem mineralischen Feinspachtel oder Feinputz diffusionsoffen weiterbearbeitet werden.

Alternativer Systemaufbau ohne zusätzliche Abdichtung

Für Wandflächen ohne aktive Feuchtebeanspruchung steht das Saniersystem mit Dämmeffekt auch ohne vorgelagerte Abdichtungsarbeiten zur Verfügung. In diesem Fall erfolgt der Aufbau direkt auf dem tragfähigen, mineralischen Untergrund. Nach einem mineralischen Spritzbewurf als Haftbrücke wird „Thermopal-WSP‑120“ aufgetragen und anschließend entsprechend den gestalterischen Anforderungen geglättet oder beschichtet.

Diese Variante eignet sich besonders für die energetische Aufwertung trockener, aber thermisch unzureichender Innenwände und überzeugt durch einen reduzierten Systemaufwand sowie eine wirtschaftliche Umsetzung.

Anwendungsbereiche im Überblick

Das Saniersystem mit Dämmeffekt auf Basis von „Thermopal-WSP‑120“ kommt bevorzugt zum Einsatz bei der Sanierung von Wohnräumen und hochwertigen Nutzbereichen, bei energetischen Maßnahmen im Alt- und Bestandsbau, bei feuchte- und schimmelbelasteten Innenwandflächen, in Kellerräumen und erdberührten Bauteilen sowie in Gebäuden mit erhöhten Anforderungen an Raumklima und Behaglichkeit.

Durch die Kombination aus Dämmwirkung, Feuchteregulierung und mineralischer Bauweise eignet sich das System sowohl für funktionale als auch für anspruchsvolle Sanierungsaufgaben.

Fazit

Mit dem Saniersystem mit Dämmeffekt ergänzt Schomburg sein „Thermopal“‑Portfolio um eine konsequent mineralische Lösung für die nachhaltige Innensanierung. Die Kombination aus „Asocret-M30“ und „Thermopal‑WSP‑120“ ermöglicht es, Feuchtigkeit sicher zu beherrschen und gleichzeitig den Wärmeschutz von Bestandsgebäuden deutlich zu verbessern.

Planerinnen und Planer sowie Handwerkerinnen und Handwerker erhalten damit ein diffusionsoffenes, brandsicheres und praxisgerechtes System, das den steigenden Anforderungen an Energieeffizienz, Wohnkomfort und Werterhalt von Bestandsgebäuden gerecht wird.

 

Autor

Niels Theis ist als Produktmanager Bauwerksabdichtung / Bauwerksinstandsetzung bei der Schomburg GmbH in Detmold tätig.

Anwendung des Saniersystems

 

Für feuchtebelastete Bereiche

1. Untergrundvorbereitung

1. Putz mindestens 80 cm über der Schadenszone entfernen.

2. Mürbe und salzbelastete Fugen 20 mm tief auskratzen.

3. Feuchtes Mauerwerk mit „Aquafin-Primer“ vorbehandeln.

4. Fugen und Fehlstellen mit „Asocret-M30“ ausgleichen.

5. Verdämmung der bestehenden Horizontalsperre und Sperrnut im Wand-/Bodenanschluss mit „Asocret-M30“ herstellen.

6. Dichtkehle im Boden-/Wandanschluss mit „Asocret-M30“ ausführen.

2. Horizontalsperre

1. Nachträgliche Horizontalsperre mit „Aquafin-i380“ anlegen.

2. Bohrlöcher mit „Asocret-M30“ wieder verschließen.

3. Innenabdichtung

1. Sperrputzlage und Flächenegalisierung mit „Asocret-M30“ aufbringen.

2. Die noch frische Schicht waagerecht mit einer Traufel mit 6 mm Zahnung aufkämmen.

4. Salzspeicher als Zwischenlage bei Bedarf

1. Aufbringen der Putzlage mit „Thermopal-Ultra-white“ in etwa 15 mm Schichtdicke.

2. Die noch frische Schicht waagerecht mit einer Traufel mit 6 mm Zahnung aufkämmen.

5. Wärmedämmputz

1. Verputzen der Wandflächen mit „Thermopal-WSP-120“.

2. Nach Trocknung die Putzoberfläche mit „Aquafin-Primer“ grundieren.

3. Anschließend die Putzoberfläche mit dem Feinspachtel „Thermopal-FS33“ in zwei Arbeitsgängen überarbeiten.

 

Ohne zusätzliche Abdichtung

1. Untergrundvorbereitung

1. Altputz vollständig entfernen.

2. Mürbe und salzbelastete Fugen etwa 20 mm tief auskratzen.

3. Stark saugendes Mauerwerk mit „Aquafin-Primer“ grundieren.

4. Fugen und Fehlstellen mit „Thermopal-GP11“ ausgleichen.

2. Horizontalsperre bei Bedarf

1. Nachträgliche Horizontalsperre mit „Aquafin-i380“ oder „Aquafin-F“ anlegen.

2. Bohrlöcher mit „Asocret-M30“ wieder verschließen.

3. Wärmedämmputz

1. Zur Haftverbesserung den Spritzbewurf „Thermopal-SP“ halbdeckend auf den tragfähigen Untergrund aufbringen.

2. Verputzen der Wandflächen mit „Thermopal-WSP-120“.

3. Nach Trocknung die Putzoberfläche mit „Aquafin-Primer“ grundieren.

4. Anschließend die Fläche mit dem Feinspachtel „Thermopal-FS33“ in zwei Arbeitsgängen überarbeiten.

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