WDVS gestalten, Teil 11: Effekttechniken mit Spiegelbruch und Siliciumcarbid
Im elften Teil unserer Serie zur Gestaltung von WDVS-Fassaden stellen wir die Effekttechniken Spiegelbruch und Siliciumcarbid vor. Hierbei wird das Material einfach mit einer Trichterpistole in den frischen, strukturierten Putz eingeblasen. So entstehen glitzernde Gebäudehüllen.
Die Effekttechnik Spiegelbruch bindet Licht als Gestaltungselement ein und verleiht Gebäudehüllen lebendige, spiegelnde Reflexe
Foto: Brillux
Handwerkliche Präzision bei einfacher Umsetzung – die Effekttechniken Siliciumcarbid und Spiegelbruch verleihen jeder Außenwand eine edle, lebendige Ausstrahlung. Feine Partikel oder Spiegelstücke im Putz erzeugen ein faszinierendes Spiel aus Licht und Bewegung. Diesen Effekt können Handwerksbetriebe als Gestaltungselement an der Fassade nutzen.
Siliciumcarbid und Spiegelbruch
Wer eine klare, elegante Gebäudehülle wünscht, sollte sich für „Siliciumcarbid 3538“ entscheiden: Die Verbindung aus Silicium und Kohlenstoff ähnelt im Aufbau und in den Eigenschaften einem Diamanten und sorgt für feine Glitzereffekte. Dynamischer und verspielter wirkt „Spiegelbruch 3539“, der aus kleinen, gebrochenen Spiegelstücken besteht.
Beide Techniken dienen der Gestaltung geschlossener Teilflächen – etwa als Wandspiegel, Schmuckfläche oder Kreativband zur optischen Strukturierung der Fassade. Siliciumcarbid wirkt besonders auf dunklen, satten Oberflächen, Spiegelbruch hingegen ist sowohl für helle als auch für dunkle Putzfassaden geeignet.
In vier Schritten zum Glitzereffekt
Die Gestaltung erfolgt direkt auf der noch feuchten Putzoberfläche – in wenigen Schritten kreieren Handwerkerinnen und Handwerker funkelnde Gebäudehüllen.
Nach dem Zwischenanstrich tragen die Handwerkerinnen und Handwerker mit dem „Edelstahlglätter 3792“ Putz im passenden Farbton auf die Fläche auf
Foto: Brillux
Schritt 1 – Zwischenanstrich: Handwerkerinnen und Handwerker beginnen mit einem Zwischenanstrich auf der Armierungsschicht des WDVS. Dazu tragen sie mit der „Universal-Farbwalze 1102“ die „Putzgrundierung 3710“ oder „Silicon-Putzgrundierung 3644“ auf und lassen sie vollständig trocknen.
Schritt 2 – Putzbeschichtung: Anschließend nutzen die Handwerker den „Edelstahlglätter 3792“, um Putz im passenden Farbton aufzutragen – immer nur so viel, wie sie innerhalb der verarbeitungsoffenen Zeit von etwa 90 Minuten weiterverarbeiten können. Das Material wählen sie entsprechend der gewünschten Struktur aus, denn die Effekte lassen sich mit unterschiedlichen Oberflächenbeschaffenheiten realisieren. Die Erstellung einer Kratzputz- oder Rillenputzoptik ist möglich.
Schritt 3 – Modellieren: Mit dem „Edelstahlglätter 3792“, dem „Kunststoffglätter 3791“ oder dem „Polyurethan-Reibebrett 3781“ glätten und modellieren die Handwerkerinnen die noch nasse Putzschicht. Dazu ziehen sie den Putz mit gleichbleibend mäßigem Druck nach. Je nachdem, welche Struktur sie anstreben, tun sie dies in kreisenden, vertikalen, horizontalen oder überlappenden unregelmäßigen Bewegungen.
Im letzten Arbeitsschritt blasen die Handwerkerinnen und Handwerker mit der „Trichterpistole 3238“ Siliciumcarbid oder Spiegelbruch ein
Foto: Brillux
Schritt 4 – Einblasen des Effektmaterials: Noch bevor der Putz angezogen ist, blasen die Handwerkerinnen und Handwerker mit der „Trichterpistole 3238“ Siliciumcarbid oder Spiegelbruch hinein. Dazu halten sie die Trichterpistole senkrecht zur Fläche und kreisen gleichmäßig darüber. Für einen Quadratmeter Wand benötigen sie 150 g Spiegelbruch oder 200 g Siliciumcarbid. Durch das Einblasen verbindet sich das Material fest mit der Putzoberfläche. Handwerker steuern den Effekt durch unterschiedliche Einblasdichten individuell. Die fertig beschichteten Flächen sollten sie nicht weiterbearbeiten, sondern vollständig trocknen lassen.
Im zwölften Teil unserer Serie zur Gestaltung von WDVS-Fassaden beschäftigen wir uns in der nächsten Ausgabe, der bauhandwerk 6.2026, mit Rillenputz. Die Kombination aus plastischer Struktur und zweifarbiger Beschichtung verleiht der Gebäudehülle Tiefenwirkung.
Autor
Dirk Pöhlker ist Produktmanager WDVS bei Brillux in Münster.
