WDVS gestalten, Teil 10: Felsgesteinoptik

Im zehnten Teil unserer Serie zur Gestaltung von WDVS-Fassaden beschäftigen wir uns mit der Optik Bedrock von Brillux. Handwerkerinnen und Handwerker bringen mit dieser Technik eine markante Steininterpretation auf die gedämmte Gebäudehülle, die an leicht zerklüftetes Felsgestein erinnert.

So kommt Bedrock optimal zur Geltung: Die Technik eignet sich bevorzugt für mineralisch armierte Flächen innerhalb der Brillux-Wärmedämm-Verbundsysteme. Besonders wirkungsvoll ist die Anwendung auf definierten Teilflächen – als kompakte Akzentfelder, als Bänder zur Gliederung oder als reine Schmuckflächen. Das Ergebnis sind klar gesetzte Highlights mit stimmiger Fern- und Nahwirkung.

In sechs Schritten zur Felsgesteinoptik

Bei der Anwendung der Technik Bedrock sorgen drei abgestimmte Systemkomponenten für Textur und Tiefe. Die Basis bildet der „Mineral-Leichtputz G 3679“, die Silikat-Fassadenfarbe „Extrasil 1911“ schafft einen deckenden Zwischenanstrich. „Creativ Versico 82“ moduliert schließlich den Farbton und betont das Relief.

Schritt 1 – Grundspachtelung: Zu Beginn tragen die Handwerkerinnen und Handwerker den „Mineral-Leichtputz G“ mit dem Edelstahlglätter auf und kämmen ihn mit der „Zahnkelle 3768“ durch. Danach glätten sie die Fläche gleichmäßig.

Schritt 2 – Strukturspachtelung: Die Handwerkerinnen und Handwerker tragen auf die Teilfläche eine zweite Schicht „Mineral-Leichtputz G“ auf. Dabei legen sie die Strukturrichtung fest und glätten die Oberfläche leicht vor, so dass sie modellierfähig bleibt. Um ein natürliches Reliefbild zu erreichen und Ansätze zu vermeiden, gliedern die Handwerkerinnen und Handwerker die Gesamtfläche vorab in unterschiedlich große Teilflächen und markieren sie mit einem Bleistift. Unregelmäßige Konturen sind hier vorteilhaft.

Schritt 3 – Modellieren: Die nasse Putzschicht wird mit der Längsseite der „venezianischen Glättekelle 1764“ modelliert. Kurze, versetzte Züge erzeugen Brüche und Kanten wie bei einem gebrochenen Felsen. Anschließend legen die Handwerker ein zurechtgeschnittenes Stück „PE-LD Abdeckfolie 1591“ faltenfrei auf und drücken es mit der „Flächen-Streichbürste 1210“ satt an. Teilbereiche werden versetzt miteinander verbunden. Die abgedeckten Flächen lassen die Handwerkerinnen mindestens 90 Minuten anziehen. Anschließend glätten sie die noch mit Folie bedeckte Putzfläche mit der Glättekelle quer zur Strukturrichtung, indem sie die Kelle flach führen und die Zugrichtung immer wieder wechseln. Dadurch verformen sich erhabene Bereiche leicht und die finale Struktur bildet sich aus. Erst danach ziehen sie die Folienstreifen vorsichtig von oben nach unten ab.

Schritt 4 – Grundierung: Nach vollständiger Trocknung wird mit „Fondosil 1903“ grundiert.

Schritt 5 – Zwischenanstrich: Anschließend applizieren die Handwerkerinnen und Handwerker „Extrasil 1911“ ein- bis zweimal in gleichbleibender Schichtdicke und verschlichten mit der „Flächen-Streichbürste 1210“ in Strukturrichtung. So entsteht ein gleichmäßiger Zwischenanstrich.

Schritt 6 – Lasurauftrag: Wenn die Fläche vollständig durchgetrocknet ist, folgt der Lasurauftrag mit „Creativ Versico 82“. Die Handwerker arbeiten ohne starres Raster und variieren die Intensität zur Betonung des Reliefs. Für stärkere Tiefenwirkung kann der noch feuchte Lasurfilm nach kurzer Ablüftzeit mit der Kante des „Gummi-Reibebretts 3766“ partiell, in wechselnder Richtung, abgezogen werden.

Im elften Teil unserer Serie zur Gestaltung von WDVS-Fassaden beschäftigen wir uns in der nächsten Ausgabe, der bauhandwerk 5.2026, mit den Effekttechniken Spiegelbruch und Siliciumcarbid, die die Gebäudehülle glitzern lassen.

 

Autor

Dirk Pöhlker ist Produktmanager WDVS bei Brillux in Münster.

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