Bauwirtschaft schafft Recyclingquote von rund 90 Prozent

Mineralische Bauabfälle werden umweltverträglich verwertet. Das Bundesbauministerium nimmt aktuellen Bericht der Initiative Kreislaufwirtschaft Bau entgegen.

Das Bauministerium ist äußerst zufrieden. Die Bauwirtschaft verwerte rund 90 Prozent aller mineralischen Bauabfälle umweltverträglich. Das geht aus dem Monitoring-Bericht „Mineralische Bauabfälle“ hervor, der jetzt ans Ministerium übergeben wurde.

 „Die Bauwirtschaft leistet einen wichtigen Beitrag bei der Umsetzung unserer politischen Ziele. Gemeinsam treiben wir die Energiewende, den Bau von Wohnungen und Gewerbegebäuden sowie die Modernisierung der Verkehrsinfrastruktur voran. Die derzeitigen Rahmenbedingungen von Bund und Ländern ermöglichten es der Baustoff-, Bau- und Entsorgungswirtschaft, ihre Erfolgsgeschichte fortzuschreiben und die europäischen Ziele sogar zu übertreffen“, erklärte Anne Katrin Bohle, Staatssekretärin im Bundesministerium des Innern, Bau und Heimat (BMI). Bundesweit einheitliche Regelungen sollen es den Wirtschaftsakteuren auch zukünftig ermöglichen, durch Kreislaufwirtschaft, Recycling und Wiederverwertung einen zentralen Beitrag zur Ressourcenschonung zu leisten, ergänzte sie.

Monitoring-Bericht wird seit 1996 veröffentlicht

Seit 1996 veröffentlicht die Initiative Kreislaufwirtschaft Bau im Zweijahresturnus Monitoring-Berichte mit den Daten zum Aufkommen und zum Verbleib mineralischer Bauabfälle. Der aktuelle und inzwischen 12. Bericht basiert auf den amtlichen Daten des Jahres 2018 und enthält auch eine Übersicht über die Entwicklung der mineralischen Bauabfallströme in den vergangenen zwei Dekaden.Das teilt der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie in Berlin mit.

„Mineralische Bauabfälle werden heute nahezu vollständig wiederverwertet und im Stoffkreislauf gehalten. Dadurch werden Deponien entlastet und Primärrohstoffe geschont. Über 12 Prozent des Bedarfs an Gesteinskörnungen werden inzwischen durch Recycling-Baustoffe gedeckt“, erläuterte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Baustoffe – Steine und Erden, Michael Basten. „Von den knapp 219 Millionen Tonnen mineralischen Bauabfällen, die 2018 anfielen, wurden über 196 Millionen Tonnen beziehungsweise etwa 90 Prozent einer umweltverträglichen Verwertung zugeführt. Mit einer Verwertungsquote von insgesamt knapp 95 Prozent bei den Fraktionen ohne Bodenaushub, für die die EU-Abfallrahmenrichtlinie eine mindestens 70-prozentige Verwertung fordert, erfüllt die Initiative deutlich ambitioniertere Ziele.“

98 Prozent des Aufbruchmaterials wird im Straßenbau verwertet

Im Straßenbau würden heute etwa 98 Prozent des Aufbruchmaterials verwertet. Das Material werde praktisch vollständig ortsnah recycelt und als Baumaterial wieder eingebaut. „Unsere Unternehmen haben mit großem Erfolg in innovative Gewinnungs- und Recyclingtechnologien investiert“, erklärte René Hagemann-Miksits, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, die aktuellen Verwertungserfolge.

„Wir stellen durch unser Gütesiegel sicher, dass hochwertige Recyclingbaustoffe auf dem Markt verfügbar sind, die den hohen Anforderungen des Boden- und Grundwasserschutzes gerecht werden. Nun muss insbesondere die öffentliche Hand diese Materialien bei Ausschreibungen stärker nachfragen“, erläuterte Christine Buddenbohm, Geschäftsführerin der Bundesgütegemeinschaft Recycling-Baustoffe.

Mit der Mantelverordnung sollen erstmalig bundeseinheitliche Regelungen zum Umgang mit mineralischen Sekundärrohstoffen geschaffen werden. „Vor dem Hintergrund knapper werdender Primärressourcen gilt es, die Einsatzmöglichkeiten für mineralische Abfälle sowie der daraus hergestellten hochwertigen Ersatzbaustoffe zu nutzen und auszubauen. Als Wirtschaftsverbände plädieren wir für eine Förderung der Kreislaufwirtschaft durch verbesserte Rahmenbedingungen für den Absatz und insbesondere die Akzeptanz. Mit dem Kreislaufwirtschaftsgesetz besteht eine erste Grundlage für ein echtes Green Public Procurement, auch wenn diese für die öffentlichen Beschaffer noch nachgeschärft werden sollte,“ erklärte Peter Kurth, Geschäftsführender Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft.

„Dabei müssen bundeseinheitliche Regelungen nicht nur ökologisch und ökonomisch ausgewogen, sondern auch praxistauglich für Baustellen sein und gleichzeitig weitere Ziele der Bundesregierung, wie das bezahlbare Bauen und Wohnen, unterstützen“, führte Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes, aus.

Die Monitoring-Berichte „Mineralische Bauabfälle“ stehen kostenlos unter www.kreislaufwirtschaft-bau.de zur Verfügung.

(bhw/ela)

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