Bundesfachtagung lockt Gerüstbaubranche mit abwechslungsreichem Programm nach Leipzig

Der Zuspruch war groß: Rund 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen vom 4. bis 6. Mai 2023 nach Leipzig zur Jahreshauptversammlung und Bundesfachtagung Gerüstbau. Ein vielfältiges Programm bot neben Fachinformationen und verbandsinternen Neuigkeiten auch ausreichend Gelegenheit zum Austausch unter Kollegen.

Zum Auftakt durften Bundesinnung und Bundesverband Gerüstbau einen besonderen Gast begrüßen: Jörg Dittrich, seit Anfang des Jahres Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), beehrte die Bundesfachtagung mit einem Besuch. In seinem Grußwort appellierte er an die Anwesenden, in gemeinsamer Anstrengung dafür zu sorgen, dass die Wertschätzung gegenüber Arbeit und Handwerk in der Gesellschaft weiter gesteigert wird.

Im Anschluss zeichnete Dittrich Bundesinnungsmeister und Verbandspräsident Marcus Nachbauer mit dem „Handwerkszeichen in Gold“ aus. „Marcus Nachbauer hat strategisch sehr viele kluge Gedanken in die Diskussion eingebracht und auch umgesetzt“, erklärte Dittrich. Damit habe er den Gerüstbau in den vergangenen zehn Jahren gestärkt und spürbar vorangebracht. Aber Nachbauer stehe nicht nur für Gerüstbau. In seinen weiteren Ehrenämtern, ob als ZDH-Vizepräsident oder als Vorsitzender der Bundesvereinigung Bauwirtschaft, denke er weit über die Grenzen des eigenen Gewerks hinaus. „Solche Leute braucht das Handwerk in Deutschland“, betonte der Handwerkspräsident. Marcus Nachbauer und Jörg Dittrich
Bild: Bundesinnung Gerüstbau

Marcus Nachbauer und Jörg Dittrich
Bild: Bundesinnung Gerüstbau

Nachbauer bezeichnete es als „große Ehre, diese Auszeichnung heute zu erhalten“. Die Ehrung seiner Leistung sei aber auch eine Ehrung der Gesamtleistung des Ehrenamts und Hauptamts. Ohne die großartige Teamarbeit aller Ehrenämtler und Mitarbeiter der Geschäftsstelle wäre dies nicht möglich. Und er ergänzte: „Mein größter Dank aber geht an meine Familie, die sehr häufig auf mich verzichten muss. Ohne deren Rückhalt, Verzicht und Unterstützung wäre das alles nicht möglich.“

Es folgten die ordentlichen Mitgliederversammlungen der Bundesinnung für das Gerüstbauer-Handwerk sowie des Bundesverbandes Gerüstbau e.V. mit den Berichten von Vorstand und Geschäftsfüh-rung zu den einzelnen Fachbereichen sowie den Haushaltbeschlüssen. Zahlreiche Themen, die den Gerüstbau bewegen, kamen dabei zur Sprache. Ganz oben auf der Agenda: Nachwuchswerbung und Fachkräftesicherung, die Bundesinnung und Bundesverband mit einer eigenen Imagekampagne sowie weiteren Maßnahmen und Services für die Mitglieder vorantreiben. Weitere wichtige Themen waren die Gerüstbauleistungen bei der Installation von Photovoltaikanlagen, das Gesundheitsschutzprojekt „Gerüstbau-Gesund“ sowie die Handwerknovelle mit dem Übergangstext.

Der Fachvortrag am Nachmittag war der Überarbeitung der ATV DIN 18451 gewidmet, deren Veröffentlichung für den Herbst 2023 erwartet wird. Holger Budroweit, stellvertretender Bundesinnungsmeister und Vizepräsident des Bundesverbandes Gerüstbau/Bereich Technik, sowie Werner Majer aus der Geschäftsstelle/Fachbereich Technik stellten die wesentlichen Änderungen der Neufassung vor. Beide verliehen der Hoffnung Ausdruck, dass die Überarbeitung das Streitpotenzial bei der Abrechnung von Gerüstbauregeln deutlich verringern werde. „Talk im Gerüst“
Bild: Bundesinnung Gerüstbau

„Talk im Gerüst“
Bild: Bundesinnung Gerüstbau

Ein weiteres Thema, das dem Handwerk derzeit auf den Nägeln brennt, griff der „Talk im Gerüst“ auf, der traditionell den zweiten Tagungstag bestimmt: „Unternehmensnachfolge – Eine Aufgabe der Generationen“. Übernehmende und Übergebende, Rechts- und Unternehmensberater diskutierten, moderiert von Holger Budroweit und Sandro Rende, Leiter des Arbeitskreises Wirtschaft, Recht und Ausbildung, welche Faktoren bei einer gelungenen Unternehmensübergabe eine Rolle spielen. Und das sind ziemlich viele: Rechtliche und betriebswirtschaftliche, dazu persönliche Aspekte, schließlich geht es bei Unternehmen zuallererst um Menschen.

In einer Sache waren sich alle Beteiligten einig: Das Thema muss frühzeitig angegangen werden – im Idealfall mit einem Vorlauf von bis zu zehn Jahren. Nur so könne sichergestellt werden, dass die Übergabe für alle Beteiligten zufriedenstellend abläuft. Auch in einem weiteren Punkt herrschte Ei-nigkeit auf dem Podium: Gute Berater spielen in dem Prozess eine wichtige Rolle. Letztlich aber liege es am Unternehmer selbst, seinen Betrieb für die nächste Generation attraktiv zu machen.

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