Backsteinbahnhof wiederbelebt
Sanierung des historischen Bahnhofs in Chojnice mit Remmers SystemenMit der Instandsetzung des historischen Bahnhofs hat die polnische Stadt Chojnice ihr architektonisches Entree in neuer Qualität zurückerhalten. Im Fokus der Arbeiten stand die denkmalgerechte Restaurierung der Ziegelfassade – zudem erfolgte eine Innendämmung mit einer Systemlösung von Remmers.
Das Bahnhofsgebäude – ein zweigeschossiger Backsteinbau mit Anklängen an die Neorenaissance – wurde 1871 eröffnet und prägte als wichtiger Knotenpunkt in Westpreußen über Jahrzehnte den Regionalverkehr. Ein einschneidendes Kapitel seiner Geschichte ist mit dem 1. September 1939 verbunden, als ein deutscher Panzerzug in den Bahnhof einfuhr und damit einer der ersten Angriffe des Zweiten Weltkriegs erfolgte. In den vergangenen Jahrzehnten führten wiederholte Eingriffe und Sanierungen zu deutlichen Veränderungen am ursprünglichen Bestand, so dass schließlich eine umfassende Restaurierung notwendig wurde. Gleichzeitig sollte das Gebäude technisch aufgerüstet und auch in puncto barrierefreier Erschließung, Brand- und Wärmeschutz sowie Klimatisierung an die aktuellen Anforderungen eines modernen Bahnhofs angepasst werden.
Backsteinfassade originalgetreu rekonstruiert
Vorrangiges Ziel der Sanierung war es, dem Bahnhof sein ursprüngliches Erscheinungsbild zurückzugeben. Denn: Im Laufe der Jahrzehnte hatten Farbbeschichtungen die Ziegel überlagert. Zudem verfälschten unsachgemäße Reparaturen die Proportionen, Feuchteschäden und mikrobieller Befall griffen die Substanz an. So erstellten die Experten von Remmers in enger Abstimmung mit dem Bauherrn und den lokalen Denkmalbehörden ein Sanierungskonzept für die Backsteinfassade. Im ersten Schritt wurden Farbbeschichtungen mit dem Abbeizer „Remmers AGE“ aufgeweicht – dies ermöglichte eine schonende, mechanische Abnahme mit anschließendem Klarwasserspülen. Befallene Stellen wurden mit dem Reinigungsmittel „Remmers BFA“ desinfiziert und durch Laserablation präzise von Algen befreit, ohne die Oberfläche zu verletzen. Zur strukturellen Festigung von brüchigen Partien nutzten die Handwerkerinnen und Handwerker die Steinfestiger „KSE 100“ und „KSE 300“.
Zudem wurden Fehlstellen steinsichtig mit neuen, maß- und farbgleichen Ziegeln ergänzt oder – bei kleineren Schadstellen – mit durchgefärbtem „RM-Mörtel“ ausgebessert, dessen Ton individuell auf die vorhandenen roten und gelben Steine abgestimmt war. Nach dem Entfernen der zementären Notfugen ließ sich das historische Fugenbild mit dem Sanier-Fugenmörtel „FM SAN“ originalgetreu rekonstruieren. Zum Schutz vor erneuter Durchfeuchtung erhielt die gesamte Fläche eine Hydrophobierung mit dem silan-/ siloxanhaltigen Imprägniermittel „Funcosil SNL“. Darüber hinaus wurden Profile und Ziergliederungen mit den mineralischen Restauriermörteln „Remmers Stucco GZ“ (für gezogene Profile) und „Stucco FZ“ (für formgearbeitete Details) ergänzt, während Fensterbänke, architektonische Details und historische Gitter konserviert wurden. Auch im Laufe der Zeit zugemauerte oder veränderte Fensteröffnungen wurden in ihre ursprünglichen Proportionen zurückgebracht. Damit hat das Bahnhofsgebäude seine klare, ausgewogene Gliederung wiedergewonnen.
Wärme- und Feuchteschutz durch leistungsfähige Innendämmung
Um die gestaltprägende Ziegelfassade des Bahnhofs unverändert zu erhalten, erfolgte der Wärmeschutz des Gebäudes von innen mit dem kapillaraktiven System „iQ-Therm 2.0“. Dieses verbindet eine hohe Dämmleistung mit aktivem Feuchtetransport und machte eine Dampfbremse überflüssig. Die „iQ-Therm“-Dämmstreifen aus PUR-Hartschaum wurden vollflächig mit dem Klebemörtel „iQ M Universal“ verklebt. Kreuzfugen wurden vermieden und Stoßfugen unverklebt belassen. Die kapillaraktiven Lagerfugen sorgen dafür, dass gegebenenfalls anfallende Kondensat-Feuchte sicher wieder abgeleitet werden kann. Den Abschluss des Systems bildete ebenfalls „iQ M Universal“ – hier als feuchteabsorbierender Dünnschichtputz mit Gewebeeinlage. So gewährleistet das System einen hygienischen Mindestwärmeschutz, Schimmelfreiheit und ein behagliches Raumklima. „Entscheidend war, die Ziegelfassade sichtbar zu halten und dennoch die energetischen Anforderungen zu erfüllen – ,iQ-Therm 2.0‘ bot hier die ideale Kombination aus Dämmleistung und kapillarer Feuchtesicherheit“, erklärte Jacek Olesiak, Produktmanager Remmers Polska.
Autor
Christian Behrens ist Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei der Firma Remmers in Löningen.
Baubeteiligte (Auswahl)
Investor und Bauherr Stadtgemeinde Chojnice
Sanierungsarbeiten Zakład Usług RemontowoBudowlanych Apollo
Denkmalpflege M.A. Maria Zakrzewska
Produktspezifische Beratung Marcin Wenda und Jacek Olesiak, Remmers Polska
