Energetische Sanierung in Gütersloh: Lotrechte Fassadenflächen, saubere Fensterbank-Anschlüsse und akkurate Laibungungen

Die energetisch sanierten Fassaden in der Marthastraße in Gütersloh beeindrucken durch ein an die Werke des Künstlers Piet Mondrian angelehntes Farbkonzept und handwerkliche Maßarbeit: perfekt im Lot stehende Fassadenflächen, saubere Fensterbank-Anschlüsse und eine akkurate Laibungsausbildung.

Ein zentrales Ziel des Bauvereins Gütersloh war bei der Sanierung der aus dem Jahr 1960 stammenden Siedlung in der Marthastraße in Gütersloh die Verbesserung der Energieeffizienz. Laut Gutachten kann mit einer Energieersparnis von bis zu 63 Prozent gerechnet werden. Um diese Einsparung zu erzielen, erhielten die acht Häuser ein neues WDVS für die Fassaden, ein neues Dach über den gedämmten obersten Geschossdecken, eine Zentralheizung mit Brennwerttechnik, moderne Eingangstüren für Häuser und Wohnungen und dreifachverglaste Fenster. Zur Verhinderung von Wärmebrücken am Übergang der Beton­platten der Balkone zu den Außenmauern wurden zudem die alten Balkone durch neue vorgestellte Balko­ne ersetzt. Doch die 2,6 Millionen Euro flossen nicht nur in die Energieeffizienz: Im Rahmen der Bestandssanierungen gestaltet der Bauverein auch jedes Objekt mit einem eigenen Farbkonzept und wertet das Wohnumfeld durch Neugestaltung der Außenanlagen auf.

Leuchtende Farben im Zusammenspiel von Flächen und Linien

Alles andere als gewöhnlich ist die Farbgestaltung der acht modernisierten Häuser. Unterschiedlich große, grau umrahmte Rechtecke sind mit leuchtenden, bunten Farben und Weiß ausgefüllt. Zu dieser streng geometrischen Unterteilung ließ sich die beauftragte Farbdesignerin Petra Breuer von Bildern des niederländischen Malers Piet Mondrian inspirieren. In Mondrians bekanntesten Werken sind keine weichen und geschwungenen Linien zu sehen. Alle Linien sind gerade und verlaufen entweder horizontal oder vertikal. Dennoch herrscht ein Gleichgewicht zwischen Farbe und „Nicht-Farbe“, das dadurch entstehen kann, dass eine große, nicht bunte Fläche im passenden Verhältnis zu der kleineren, bunten Farbfläche steht.

Mit dem WDVS „Qju“ zu lotrechten Fassaden

Kein Wasser, kein Strom, kein Anrühren – die überaus einfache, saubere und komfortable Verarbeitung ist einer der Vorteile des WDV-Systems „Qju“. Reinhard Pietsch, Vorarbeiter des Malerbetriebs Rickmann, der die Fassadensanierung in der Marthastraße federführend ausführte: „Wir arbeiten seit Jahren ausschließlich mit Qju und erzielen damit exakte, lotrechte Flächen. Für die Umsetzung von anspruchsvollen Farbkonzepten sind perfekte, ebene Oberflächen das A und O.“ Das patentierte WDVS besteht aus dem speziellen, teilkollabierenden und nur gering nachexpandierendem Klebeschaum, Fixierungswinkeln und Dämmplatten auf Basis von expandiertem Polystyrol (EPS). Diese Systemkomponenten ermöglichen die einfache, exakt lotrechte Fixierung der hinterfrästen Dämmplatten. Für eine versatzfreie Verlegung sind die „Qju“-Dämmplatten mit umlaufender Nut und Feder ausgestattet. Da der Abstand von Nut und Feder immer gleich ist, lassen sich unterschiedlich dicke Platten so miteinander kombinieren, dass schiefe, aus dem Lot stehende Fassaden begradigt oder große Untergrundunebenheiten ausge­glichen werden.

Exakte WDVS-Anschlüsse rund ums Fenster

Sowohl für die Dichtigkeit als auch für die Leistungsfähigkeit eines WDVS ist die exakte Ausführung von Fensteranschlüssen von entscheidender Bedeutung. Dafür setzte das Malerteam das Fensterbanksystem „TwoSafe“ sowie die WDVS-Laibungsplatte „EPS 3858“ ein. „Während ,TwoSafe‘ zuverlässig Feuchtschäden und Stauchungsrisse verhindert und durch ein spezielles Detail thermisch bedingte Längenänderungen der Aluminium-Fensterbank kompensiert, lassen sich mit der ,EPS 3858‘ die Laibungen besonders exakt und dabei zeitsparend dämmen“, erklärt Claus Hegemann, Technischer Berater bei Brillux. Bei der WDVS Laibungsplatte handelt es sich um ein Dämmelement mit integriertem Eckprofil und Gewebestreifen. Die beidseitig besandete, mineralische Beschichtung mit Vlieseinbettung macht eine Armierung der Laibungen überflüssig. Die fein strukturierte Oberfläche kann direkt beschichtet werden. Das spart nicht nur Zeit, sondern schafft auch die Voraussetzungen dafür, die Detailarbeit rund um die Fenster sehr akkurat auszuführen.

Verschmutzungsresistenter Anstrich

Acht Häuser, acht individuelle Farbentwürfe: Die Umsetzung des Farbentwurfs für die Siedlung Marthastraße war zeitaufwendig und erforderte eine exakte Planung. Schließlich musste im Vorfeld genau durchdacht werden, wann welcher Farbton wo zum Einsatz kommen sollte. Die Rechtecke und Linien wurden zunächst aufgezeichnet, abgeklebt und dann im entsprechenden Grundfarbton vorgestrichen. Auf diese Weise wurden „Farblöcher“ zwischen Klebeband und Putz verhindert und im Ergebnis eine sehr exakte, saubere Ausbildung der Farbfelder erzielt. Ausgeführt wurde die Beschichtung der Fassaden mit „Evocryl 200“, einer 100 Prozent Reinacryl-Fassadenfarbe. Dank der „Evoflex“-Technologie, einer neuartigen Bindemittelkombination, bewirkt „Evocryl 200“ eine flexible Oberflächenhärte der Beschichtung, die vor Verschmutzung schützt – Schmutzpartikel haben damit kaum noch Möglichkeiten, an der Oberfläche der Beschichtung anzuhaften. Gleichzeitig ermöglicht die matte Fassadenfarbe eine große Farbtonvielfalt, ist sehr farbtonbeständig und gegen aggressive Luftschadstoffe geschützt.

Autoren

Albert Klein ist Produktmanager WDVS/Putze/Logo, Fabian Störkmann arbeitet als Produktgruppenberater Dispersionen bei der Firma Brillux in Münster.

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