Fabriken und Speicher neu genutzt Band 2 der Edition Bauhandwerk ist soeben erschienen

Der zweite Band der Edition Bauhandwerk versammelt insgesamt dreizehn herausragende Beispiele aus Deutschland, bei denen Architekten und Handwerker die Umnutzung einst industriell genutzter Gebäude für eine neue Funktion auf vorbildliche Weise gelöst haben. So werden aus Fabriken und Werkgebäuden, aus Silos und Speichern dann Museen und Hotels, Büros oder Loft-Wohnungen.

Im Zuge der Industrialisierung entstanden schon im 19. Jahrhundert speziell für die Produktion errichtete Gebäude: Große Fabriken lösten die kleinen Manufakturen in den Hinterhöfen ab. Kraftwerke und Versorgungsbauten, Silos und Speicher zur Lagerung kamen hinzu. In der Zusammenballung dieser Gebäudetypen entstanden die ersten Industriegebiete. Mit der Industrialisierung stieg auch der Handel mit den dort produzierten Gütern und den dafür benötigten Rohstoffen. Insbesondere am Rand der Häfen großer Städte wuchsen nun Speicher und Silos, die der Aufbewahrung von Schüttgut, Sackware und Stückgut dienten, in den verrauchten Himmel empor. In Hamburg baute man beispielsweise nach dem Abriss der auf den Brookinseln vorhandenen Wohnhäuser Ende des 19. Jahrhunderts sogar ein eigenes Lagerhausviertel: die Speicherstadt, wo auch die vielfältigen aus den Kolonien importierten Waren wie Kaffee, Kakao und Gewürze lagerten. Aber auch andernorts entstanden im Zuge der Industrialisierung neue Großspeicher, welche die kleinen städtischen Getreidespeicher, die Fruchtkästen und Zehntscheuern zur Nahrungsversorgung der stetig wachsenden Bevölkerung nach und nach ablösten. Mit dem Wandel der Industriegesellschaft zur Dienstleistungsgesellschaft und schließlich zur Wissensgesellschaft unserer Tage verloren diese Industriebauten nach und nach ihre ursprüngliche Funktion. Aufgrund ihrer technikgeschichtlichen Bedeutung häufig denkmalgeschützt, stellt sich die Frage, was aus den Fabriken, Kraft- und Wasserwerken, den Speichern und Silos werden soll. Problematisch ist insbesondere bei einer neuen Nutzung von Lagerhäusern die natürliche Belichtung der meist niedrigen, gleichzeitig aber enorm großen Geschossflächen durch die vergleichsweise kleinen Fenster. Bei Silos ist eine Umnutzung noch komplizierter, da in diesen einfachen Gebäuden meist überhaupt keine Fenster vorhanden sind. Daher müssen bei einer neuen Nutzung häufig die bestehenden Fenster vergrößert oder sogar neue Öffnungen in die Fassade gebrochen werden – und das alles in Abstimmung mit der Denkmalpflege. Auch bei der Umnutzung von Fabriken werden daher die neu entstandenen Büroarbeitsplätze oder Wohnräume direkt hinter der Außenwand angeordnet. Im Kern der Geschosse befinden sich in der Regel Aufzüge und Treppenhäuser sowie Sanitär- und Besprechungsräume, letztere meist in eingestellten Boxen. Auf diesem Weg werden aus ehemaligen Fabriken und Werkgebäuden, aus Silos und Speichern dann Museen und Hotels, Büros oder Loft-Wohnungen. Das vorliegende Buch versammelt insgesamt dreizehn herausragende Beispiele aus Deutschland, bei denen Architekten und Handwerker die Umwandlung einst industriell genutzter Gebäude für eine neue Funktion auf vorbildliche Weise gelöst haben.

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