Fachwerksanierung der Alten Kelter in Ötisheim

Zur fachgerechten Sanierung der Fachwerksausfachungen eines 300 Jahre alten Keltergebäudes in Ötisheim setzten Bauexperten auf Bims-Vollsteine von Bisotherm. Mit den Sanierungsarbeiten an der „Alten Kelter“ wurde nach einer intensiven Analyse- und Planungsphase im März 2005 begonnen. Nach fast fünf Jahren konnten die Sanierungs-, Restaurierungs- und Umbauarbeiten an dem Kulturdenkmal abgeschlossen werden.

Die Außenwände der historischen Kelter bestehen aus einer ausgeriegelten, beidseitig verputzten Fachwerkkonstruktion, die auf massiven Sockeln aufgesetzt ist. Nach Ausbau und Entsorgung der vorhandenen Ausmauerungen und dem Verputz, wurde die Fachwerkkonstruktion zunächst instand gesetzt. Die neue Ausmauerung erfolgte mit Bisotherm-Vollsteinen im kleinen Format 24 x 11,5 x 11,3 cm, das bewusst gewählt wurde, um Bewegungen aus der Holzkonstruktion besser aufnehmen zu können. Ausschlaggebend für den Einsatz der Steine waren die feuchteregulierenden Eigenschaften und die guten Dampfdiffusionseigenschaften. Die Handwerker vermauerten den Stein mit Leichtmauermörtel mit mineralischem Zuschlag. Die Dicke der Stoß- und Lagerfugen wurde mit etwa 15 mm vorgegeben. Die Anschlüsse an die Holzkonstruktion erfolgten mit Dreikant-Leisten aus Faserholz. Die Leisten sind wechselseitig im Abstand von rund 10 cm genagelt und die Ecken präzise auf Gehrung geschnitten. Diesem Arbeitsschritt kam besondere Bedeutung zu, da die richtige Ausführung dieser Anschlüsse im Wesentlichen die spätere Dichtigkeit der Außenwände bestimmt.

Weil die historischen Holzquerschnitte nicht verändert werden konnten, passte man die Steine an das Holz an und reduzierte ihre Dicke mit dem Nass-Schneidegerät um bis zu 20 mm. Unabhängig davon musste gemäß der Fachwerkkontur nahezu die Hälfte der Leichtbetonsteine geschnitten und eingepasst werden. Der beidseitige Verputz aus Vorspritzer und zweilagigem Kalk-Leichtputz ist bündig mit dem Holzfachwerk abgezogen, mit einer leichten Wölbung nach außen in der Gefachmitte. Abschließend wurde ein Kalkanstrich aufgebracht. Die Gefachverputze wurden ringsum mit einem Kellenschnitt vom Holzwerk getrennt.

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