Gestaltungspreis 2017 „Umgang mit denkmalwürdiger Bausubstanz“ verliehen

Für die Wüstenrot Stiftung ist die Erhaltung denkmalwürdiger Bausubstanz ein zentrales Anliegen ihrer gemeinnützigen Tätigkeit. Zur Ergänzung des eigenen Denkmalprogramms hat sie ihren Gestaltungspreis 2017 dem „Umgang mit denkmalwürdiger Bausubstanz“ gewidmet. Zu diesem Wettbewerb wurden Architekten und Bauherren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz eingeladen, um aus dem grenzüberschreitenden Vergleich zusätzliche Erkenntnisse zu gewinnen.

Die insgesamt 748 Einsendungen, die aus diesen drei Ländern eingereicht wurden, bildeten die Grundlage für das international besetzte Preis­gericht unter Vorsitz von Prof. Quintus Miller, um die besten Beispiele für den Umgang mit denkmalwürdiger Bausubstanz auszuwählen. Dazu konnten nicht nur Maßnahmen an denkmalgeschützten Gebäuden und Ensembles gehören, sondern mit Begründung der Denkmalwürdigkeit auch Gebäude, die (noch) nicht unter Denkmalschutz stehen. Als Preissumme standen insgesamt 53 500 Euro zur Verfügung.

Gestaltungspreis geht an das Stadtmuseum Aarau

Der mit 15 000 Euro dotierte Gestaltungspreis ging am 17. April in Stuttgart an Diener & Diener Architekten aus Basel mit Martin Steinmann aus Aarau für das Stadtmuseum Aarau in Aarau in der Schweiz (Bauherr: Einwohnergemeinde Aarau). Damit würdigte die Jury einen vorbildhaften Umgang mit dem denkmalwür­digen Bestand, einen städtebaulich gelungenen Beitrag zur Stadtreparatur und einen Glücksfall für die Baukultur. Alt und Neu haben die Architekten gelungen zusammengeführt und gemeinsam mit dem Künstler Josef Felix Müller die Fassade des Neubaus außergewöhnlich gestaltet: Sie interpretiert mit einem figürlich gestalteten Betonrelief in unterschiedlichen Grautönen das Bossenwerk des Wehrturms.

Vier Auszeichnungen verliehen

Darüber hinaus wurden vier Auszeichnungen zu je 6500 Euro verliehen. Eine davon ging an das Architekturbüro schneider + schumacher aus Frankfurt a. M. für die Ertüchtigung und Sanierung des Silvertowers in Frankfurt a. M. (Bauherr: Commerzbank). Der (noch) nicht unter Denkmalschutz stehende Turm – von 1978 bis 1990 das höchste Gebäude der Bundesrepublik – nimmt mit seiner charakteristischen Alumiumfassade einen markanten Platz in der Frankfurter Skyline ein.

Eine weitere Auszeichnung ging an das Büro Capaul & Blumenthal Architects ETH BSA SIAin Ilanz/Glion für die Revitalisierung des denkmalgeschützten Türalihus in Valendas in der Schweiz (Bauherr: Stiftung Ferien im Baudenkmal in Zürich). Ein bedeutender Beitrag zur Erhaltung historischer Bausubstanz in einem Ort mit gerade mal 300 Einwohnern, der auf einem gemeinsamen Engagement von Architekten, Bürgerverein, Schweizer Heimatschutz und zuständiger Denkmalpflege gründet.

Noch eine Auszeichnung ging an das Büro Menzi Bürgler Architekten AG aus Zürich für den Umbau und die Sanierung der denkmalgeschützten Schulanlage Felsberg in Luzern (Bauherr: Stadt Luzern). Die Modernisierung und Anpassung des Gebäudes für den heutigen Schulbetrieb überzeugt durch die denkmalpflegerische Strategie und deren sorgfältige handwerkliche Umsetzung.

Last but noch least ging eine Auszeichnung an das Büro ernst niklaus fausch architekten eth/Sia gmbh aus Zürich für die Ertüchtigung und Sanierung des denkmalgeschützten Hallenbad City in Zürich (Bauherr: Stadt Zürich). Ein Hallenbad der 1940er Jahre technisch zu erneuern und den Bedürfnissen eines zeitgemäßen Bäderbetriebs anzupassen ist eine große Herausforderung. Den Architekten gelang beides in vorbildlicher Weise. Darüber hinaus wurden fünf Anerkennungen zu je 2500 Euro vergeben.

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