Note 1 in Brandschutz

Um die Räumlichkeiten für eine Grundschule zur Verfügung zu stellen, baute man 2007 in Neuruppin ein ehemaliges Wirtschaftsgebäude um. Dabei forderte vor allem der Brandschutz die Kompetenz der mit den Arbeiten beauftragten Treskower Innenausbau GmbH.

Insgesamt acht Klassenzimmer, mehrere Veranstaltungs- und Gruppenräume sowie eine Dachterrasse mit einem Schulgarten (dem „Grünen Klassenzimmer“) finden nach dem Umbau im ehemaligen Wirtschaftsgebäude der „Alten Seekaserne“ in Neuruppin Platz. Rund 50 Grundschüler pro Jahrgang absolvieren hier den ersten Abschnitt ihrer schulischen Laufbahn.

Etwas mehr als sieben Monate verbrachte das Team um Thomas Frahn, Geschäftsführer der Treskower Innenausbau GmbH mit dem Um- und Ausbau der Evangelischen Grundschule Neuruppin. Pünktlich zum neuen Schuljahr sollten sämtliche Räume im Souterrain und den drei Etagen für den Unterricht bereitstehen. „Für unser Unternehmen war die Ausführung der Trockenbauarbeiten an diesem Objekt eine interessante, weil anspruchsvolle Aufgabe“, so Thomas Frahn. „Neben den Anforderungen im Schall- und Wärmeschutz galt unser besonderes Augenmerk der Umsetzung des Brandschutzkonzeptes in den verschiedenen Bauteilbereichen.“

 

Brandschutz schafft Strukturen

Insbesondere die Holzbalkenkonstruktionen der Geschossdecken und der Dachstuhl unter dem Mansardendach machten den Einsatz verschiedener Brandschutzsysteme notwendig. Entsprechend lag ein Schwerpunkt der Trockenbauarbeiten darin, diese Geschossdecken und neu eingebaute Stahlträger und -stützen brandschutztechnisch zu ertüchtigen. Neben der neuen Grundrissgestaltung, die mithilfe von Einfach- und Doppelständerwänden geschaffen wurde, gab damit gleichzeitig der Brandschutz die Strukturen der neuen Räumlichkeiten vor: So entstand beispielsweise im Dachgeschoss ein Multifunktionsraum, dessen Raumaufteilung im Wesentlichen durch die brandschutztechnischen Verkleidungen bestimmt wurde.

 

Neue Stahlträger und vorhandene Holzbalken

Zunächst erhielt der Rohboden im Dachgeschoss zum Ausgleich einen belastbaren Belag aus 20 mm dicken Rigidur Estrichelementen (F 30) auf einer 20 bis 50 mm dicken Trockenschüttung. Die aus statischen Gründen neu eingesetzten Stahlträger (260 x 280 mm, 260 x 260 mm und weitere Maße) erhielten einen Mantel aus einlagig montierten 25 mm dicken Glasroc F (Ridurit)-Feuerschutzplatten (F 90-A). Diese Feuerschutzplatten der Baustoffklasse A1 nach DIN 4102-1 erlauben die brandschutztechnische Ertüchtigung von Stahlträgern und -stützen bei vierseitiger Brandbeanspruchung bis zu F 120-A – je nach Bekleidungsdicke. „Durch die verschiedenen Formen und Stärken der Stahlträger war hier ein sehr präzises Zuschneiden und Anarbeiten der Feuerschutzplatten gefordert“, erinnert sich Thomas Frahn.

Die vorhandenen, unmittelbar an die Stahlträger angrenzenden Holzbalken ertüchtigten die Trockenbauer dreilagig mit Rigips Feuerschutzplatten RF (12,5 mm) auf F 90. Für die restlichen Holzbalken war eine F 30-Beplankung aus 12,5 mm dicken Feuerschutzplatten ausreichend.

 

Selbstständige Brandschutzdecke

Auch die Geschossdecken und alle sonstigen Holzbalkenkonstruktionen wurden in F 90 ertüchtigt. „Zur Ertüchtigung der Geschossdecken haben wir eine selbstständige Brandschutzdecke mit Metall-Unterkonstruktion als System vorgeschlagen und realisiert. Hierfür haben wir das Grund- und Tragprofil (CD 60/27 – 06) der Unterkonstruktion über Noniusabhänger etwa 120 bis 200 mm tief – an einigen Stellen auch direkt – von den vorhandenen Decken abgehängt. Der Achsabstand betrug 750 mm. Anschließend haben wir die Tragprofile zweilagig mit Rigips Die Dicke 20 beplankt. Durch diese Lösung konnten wir sogar auf die sonst bei F 90-Holzbalkendecken vorgeschriebene Mineralwolle verzichten, so dass wir eine maximale Deckenhöhe beibehalten konnten.“ Abschließend verspachtelten die Handwerker die Brandschutzdecken mit dem Vario Fugenspachtel des Herstellers in Q 2.

Die restlichen Dachschrägen jenseits der Mansardenbereiche wurden wiederum in F 30 ausgeführt. Sie erhielten eine Metallunterkonstruktion sowie einen 180 mm dicken Spannfilz aus nichtbrennbarer Mine­ralwolle in der Wärmeleitfähigkeitsgruppe 035. Die Beplankung besteht aus einlagigen Feuerschutzplatten RF (15 mm).

 

Unsichtbarer Lebensretter

Vor allem der richtige Material-Mix sorgt also in der Neuruppiner Grundschule für ein hohes Maß an Brandschutz. „Die Schulkinder und Lehrer nehmen bewusst sicherlich eher den ästhetischen und raumakustischen Wert des Ausbaus wahr. So profitieren sie beispielsweise in den Klassenräumen und den Fluren von einem Deckensegelsystem aus schallabsorbierender Mineralwolle. Die ,unsichtbaren’ Brandschutzmaßnahmen bleiben ihnen verborgen. Für den Bauherrn, die Planer und für uns als ausführenden Betrieb kommt jedoch – gerade in Schulgebäuden – dem vorbeugenden Brandschutz eine mindestens ebenso große Bedeutung zu“, so Thomas Frahn.

Zur Deckenertüchtigung auf F 90 montierten die Trockenbauer eine selbstständige Brandschutzdecke

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